Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 4 (1929)
- Issue
- 7/8 (Juli/August 1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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stellung fand er in Gau-Odcrnheim, wo er auch seine wackere Lebensgefährtin gefunden. Schon 1889 wurde er nach Alzey berufen, wo er nun 40 Jahre segensreich gewirkt hat. Die große Zahl feiner Schüler zumal der jüdischen Zöglinge des Lehrerseminars, die er für das Kantorat und Lehramt vorbereitete, sehen voll Berchrnng auf deu treuen Lebrer. Auch m jüdischen lind christlichen Leb'rerkreifcn hat der Jubilar sich hoher Anerkennung zu erfreuen. Sr ist im Vorstand des hessisch-jüdischen Lehrerverbandcs, Mitglied des Oberrates des Landesverbandes der jüdischen Genwinden Hessens, Vorstand der Ortsgruppe des Eentral- Vereins. In Wertschätzluig seiner vortresslicheit Oualitäten wurde dem Jubilar vom Nabbinat der Ehowertitel verliehen. Tie ehrende Anerkennung verdient der Jubilar um so mehr, als iit hiesiger Gemeinde der Krieg und die Inflationszeit schwere Anforderungen an den Idealismus des Lehrers gestellt haben. Ter Vorstand 'und zahlreiche Familien der Gemeinde hatten de»t Jubilar in feinem Hause ihre Glückwünsche dargebracht uttter Ueberreichuug kostbarer Geschenke und prachtvoller Blumcttarratlgentents, so daß sein Hein: bald eiitcm Blumengarten glich. Möge dein Jubilar noch 'ein gesegneter Lebcnsabeitd ad ineo weesrint schovo beschiedcn sein. Friedberg i. H. Im Alter von nur 57 Jahren starb am 17. Juni die Witwe des ^ehemaligen Lehrers der israelitischen Religionsgemeinde, Frau eclnm N e u m a n n, gcb. Frank. Als langjähriges Mitglied des Vorstandes des israelitischen Frauenwohltätigkeitsvereitrs, sowie der Fraucnkippe hat sie sich um die Wohlfahrtspflege in unserer Genieittde unsterbliche Verdienste erworben. Ihre vornehmste Ausgabe war es, da zu helfen, wo Not ltnb Glend eingekehrt war. Die Beerdiguttg fand aut 10. Juni aus dem hiesigen Friedhose unter außerordentlich großer Anteilnahme statt, wo Lehrer Scelig in einem erhebenden Nachrufe die Verdienste der leider so früh verschiedenen Gattin seines Amtsvorgängers würdigte. Ihr Andenken wird in unserer Gemeinde unvergessen bleibein “ - Ä J n Friedberg i. H. Am 28. Mai 1929 feierte Herr Ferdinand K r ä m e r , der erste Vorsteher unserer Gemeinde, seinen 60. Geburtstag. Ter Jubilar hat sich in den zwei Jahrzehnten, die er dem Vorstand angehört, und besonders seit dem Zeitpunkt, da er denselben leitete, mannigfache Verdienste um unsere Gemeinde erworben. Er vereinigt in seinem Wesen eine glückliche Mischung von Energie, Friedensliebe und ausdauerndem Schasscnseiser. Die Gemeinde erkennt es dankbar an, daß er bm der Gründung des Landesverbandes hessischer Religionsgemeinden aktiv mitgewirkt hat und sich lebhaft für die Erhaltung und Förderung dieser für die gesamte hessische Judenheit so wichtigen Organisation einseht. Das besondere Vertrauen uiid seine Beliebtheit waren bei der vor kurzein abgehaltenen Neuwahl dits, Vorstandes zu erkennen, bei der aus den Jubilar fast säuitliche abgegebenen Stiinrncn entfielen. Wir wünschen ihm auch feriierhin Glück in der Führung der Ge- Nieindegeschäste und Gesundheit, ad meoh w’essriin schonoh. Mainz. Am 1. Juli d. I. konnte die Firma Ludwig Feist, Kunst-, Reklame- und Geschäftsbücherverlag auf ein 40jähriges Bestehen zurückblickeii. Mainz. Das diesjährige Schewuaus-Lernen der Ehewra halwojas Ham es hatte eine besondere Bedeutung dadurch, daß der dieser Ehewra vom Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde 6 Mainz gewidmete „Kippe-Becher" seine Weihe erhielt. Im Verlaus dieses Lernens ergriff Herr Rabbiner Tr. Levi das Wort und führte an der Hand des PsalmverseS “pfcir HP» '’DI-'I ip^n n:ö n «Psalm 16, 5) und mit Hinweis aus dazugehörige Midraschstellen den Teilnehmern am Lernen die Bedeutung des Bechers nnd den Ehewranntglwdern bcn religiösen Sinn ihrer Aufgaben vor Augen. Als unter Segcnsspruch der Becher nun das erste Mal in dieser Runde kreiste, erfuhr der Geist der Zusammengehörigkeit zn heiligen Ausgaben im Bunde der Ehewramitglieder neue Anregung. Herr Arthur Wachenheimer, der derzeitige Vorsitzende der Ehewra, und das eifrige Mitglied, Herr Henry Meyer, dankten dem Gemcindevorstand, der durch Herrn Kommerzienrat B. A. Mayer nnd Herrn Jakob Deutsch bei diesem Lernen vertreten war, für die prächtige und vielbewunderte Gabe und dankten besonders Herrn Kommerzienrat Mayer, dem Ersten Vorsteher der Gemeinde, für seine der Ehewra von Anfang an Angewandte Förderung. Der Kippe-Becher, der in der Werkstätte der Firma Martin Mayer, Mainz hergestellt wurde, uud deu Nur im Bilde hier wiedcrgeben, darf als beachtenswerte neuzeitliche Bereicherung der innerhalb der jüdischen Genieiiide- Mainz besindlicheni religiösen Kuiistschätze gelten. .Wm 'HÄikt 1«8 Mainz. Das neue voii Herrn Kommerzienrat B. A. Mayer aiiläßlich seines 25jährigen Jubiläuins als Mitglied des Gemeindevorstandes der Hauptsynagoge gestiftete Porauchcs, welches am Schewuaus-Vorabend vor Beginn des Maariv-Gebets seine Weihe erhielt, stellt nach Farbe, Material und Ausschmückung eine wür> dige und erhebende Betonung des Schewuans-Charakters dar. Der edle weiche Saint in feiner dunkelgrünen Farbe fügt sich ruhig in das Grün der Blattpflanzeii und in das leuchtende Weiß der Blüten, mit welchen die Syiiagoge an diesem Fest geschmückt zu sein pflegt. Alles überstrahlend tritt an dem Vorhang die in echtem Gold gestickte „Krone der Thorah" hervor. In wohlproportionierten und markanten Schristzeilen ist die Widinung des Stifters eingesügt; aus deii beiden uiiteren Ecken des Mittelfeldes steigen Aehrenhalme empor uiid neigen sich sruchtschwer, so daß durch dieses Symbol auf das Buch Ruth und aus den Charakter des Schewuaus-Festes als „Zeit der Aehrenreise" hingewiescn ist. Der das Ganze umrahmende Schmuckstreifeii gibt dein wirkuiigsvollen Bilde der Fläche eine unauffällige und doch bereichernde Fassuiig. Tie aus dem gleichen Material gefertigte Schulchanuiid Kanzeldecke ist frei voii Stickerei und nur durch Borten und Franseii verziert, so daß sie gerade durch diese Schlichtheit vom Bilde des Porauches iiicht ablenken, sondern betonend überleiten. Die Hauptsynagoge hat durch diese Stiftung einen schönen iieuen Schmuck empfangen. Mainz. Die Verdienste, die das Stadtratsiiiitglied, Herr Kommerzienrat Bernhard Albert Mayer, sich in den 25 Jahren seiner Zugehörigkeit zum Vorstaiide der israelitischen Religionsgemeinde -*