Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 4 (1929)
- Issue
- 7/8 (Juli/August 1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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äJiaing und in den 20 Jahren, die er als Erster Vorsteher an der Spitze der Gemeindeverwaltung steht, erworben hat, fanden bei dem dieser Tage veranstalteten Jnbiläum ihre Würdigung. Am Vorabend des jüdischen Pfingstfestes wurde in der Hauptsynagoge ein nener Thorahschreinvorhang, den der Jubilar gestiftet hat, geweiht und seiner Bestimmung übergeben. Am Freitag vormittag gedachte Herr Rabbiner Dr. Levi innerhalb seiner Festpredigt des selbstlosen Wirkens des Jubilars. Um die Mittagszeit dieses Tages überbrachten das. Hessische Kreisamt Mainz, die Stadtverwaltung, sowie sämtliche jübische Vereine in Mainz ihre Glückwünsche in der Wohnung des Gefeierten. Der Hedv hessische Staatspräsident hatte ein Glückwunschschreiben gesandt. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde Mainz überreichte unter herzlichen Worten des Herrn Jakob Deutsch eine kunstvoll ausgeführte Glückwunschadresse. Am Moiitag, den 17. d. M. fand unter zahlreicher Beteiligung der jüdischen Gemeindemitglieder und in Anwesenheit der Elegierten des Landesverbandes der israelitischen Religionsgemeindcu Hessens, dessen Vorsitzender der Jubilar ist, des hessischen israelitischen Landeslehrervereins, sowie der hessischen Nachbargemcinden im Rheingoldsaal der Stadthalle ein Festkommers statt. Bei dieser Veraustaltnug, die unter Leitung des Herrn Studieurat Dr. Lorge stand, wurde das Schaffen des Jubilars in Gemeinde, Landesverband, Organisationen und Vereinen durch Reden, Lieder und sonstige Darbietungen dankbar gewürdigt. Die Festansprache des Vorstandsmitgliedes, Rechtsanwalt Dr. Paul Simon, war eingeleitet durch einen Prolog des Herrn Ernst Hartmann, der auch später noch einen launischen Vortrag bot; die im Namen des Landesverbandes der israelitischen Religiousgemeinden Hessens von Herrn Justizrat Tr.Goldschmidt, Offeübach, überbrachten Glückwünsche waren umrahmt von turnerischen Darbietungen der Mädchen- und Knabengrnppe des RIF. In die Ansprachen der Herren Fritz Löwensberg (für die in der Mainzer Gemeinde bestehenden Vereine), Direktor Benjamin (für die Gemeinde Darmstadt), Lehrer Sulzbacher, Groß-Bieberau (für den hessischen israelitischen Lanoeslchrerverein), Direktor Simon, Rosenthal, Oppenheim, Rabbiner Dr. Levi und Hermann Sichel waren Ehorlieder und Sologesänge der Herren Oberkantor Jonas und Kantor London eingeslochten; die eingclaufeueu Glückwunschschreiben des Herrn hessischen Stacckspräsidenten, des Preußischen Landesverbandes, der süddeutschen Landesverbände und einzelner Gemeinden wurden in Auswahl ans der großen Zahl von Gratulationen vorgelesen. Gegen Ende dieses Kommerses ergriff Herr Kommerzienrat B. A. Mayer selbst das Wort, dankte für all die Ehrungen, die ihm zuteil geworden waren, gedachte der Mitarbeiter, die ihm in diesem Vierteljahrhundert zur Seite gestanden hatten und gab in einem fesselnden Rückblick ein Bild vom hiesigen jüdischen Gemeindeleben tu den zweieinhalb Jahrzehnten. Bad-Nauheim. Nach 48jähriger Dienstzeit ist Herr Lehrer H. Oppenheimer am 31. Mai 1029 in den wohlverdienten Ruhestand getreten. 48 lange Jahre hat er pflichteifrig und getreu das schwierige aber so dankbare Lehreramt versehen. Zwei Generationen haben ihr jüdisches Wissen, ihr Gefühl für die große innere Zusammengehörigkeit von allem, was Judentum darstellt, ans seinem weisen Munde zuerst gehört und zutiefst empfangen. Unter seiner sachgemäßen, von Liebe zur Jugend und^zur -Lache erfüllten Leitung haben seine Schüler die hebräische Lprachc in Wort und Schrift erlernt, die ihnen den Zugang zu den tiefen Ouellen verschaffte, aus denen das Judesein fließt. Iliid alte denken mit einem Gefühl tiefer Dankbarkeit an ihn. Jahre und Jahrzehnte hindurch hat er mit wohllautender Stimme das Vorbeteramt zur größten Zufriedenheit aller versehen. Von einem tiefwurzcluden Gottesglaubcn beseelt, hat er den Andächtigen Erbauung gespendet. In Freud und Leid war er allezeit eine Stütze der Gemeinde Gar manches warme Trostwort aus semem Munde hat Trauernde gestärkt, ein herzlicher Glückwunsch von ihm gespendet, hat jedem die Freude am Erfolg verdoppelt. So war er ein geistiger Mittelpunkt des Gemeindelebens, von dem eine tiefe Befruchtung ausging im Sinne des edelsten Menschentums. Aber auch seine sonstigen zahlreichen Obliegenheiten hat er jederzeit mit größter Zuvorkommenheit und unermüc-lichem gleist ausgeübt. Beliebt und geachtet bei allen Mitbürgern unserer lieben Vaterstadt scheidet er nach einer fruchtbaren Tätigkeit, auf die er mit Stolz zurückblicken kann, aus dem Dienste der Gemeinde, unvergessen wird bleiben und fortbestehen, was er alles geschaffen und geleistet hat. Wahrhaft wohlverdient ist die Ruhe, die ihm nun vergönnt sein soll. Viernheim. Jii seltener körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische feiert am 8. Juli ui.ser früherer langjähriger Vorsitzende der Gemeinde, Herr Hermann Weißmann, jeilieu ,0. Geburtstag. Der Jubilar erfreut sich sowohl in judftchen wie m christlichen Kreisen größter Achtung uiid Beliebtheit, Einfachheit iliid Bescheidenheit verbunden mit seltener Herzensgüte, nnbe-' dingter Redlichkeit und Ehrlichkeit in Handel und Wandel zieren deii Eharakter des Jubilars. Mit großer Verehrung sehen Verwandte, Freunde unb seine Gemeinde zu ihm hinauf. Wir wün-- schen ihm einen weiteren frohen Lebensabend, -“i"" rKS Wallertheim. Am 24. Mai d. I. vollendete Herr Abr. M a n n als ältester Bürger Wallertheims sein 80. Lebensjahr. Ein Beweis für seine körperliche und geistige Rüstigkeit dürfte die Tatsache sein, daß er die zu feinem Geburtstage eingelaufenen 185 Glückwunschschreiben in 1 % Tagen mit eigenhändiger vorzüglicher Schrift beantwortete. ~ Mainz. Ich bin vom 15. Juli bis 16. August d. I. verreist. Rabbiner Tr. Levi. Vertreter: Herr Rabb. Dr. Lazarus, Wiesbaden und Herr Rabb. Dr. D i e n e nt a n n , Offenbach. Innig erfreut und überrascht durch die zahlreichen, mit von allen Seiten, anläßlich meines 25jähr Jubiläums als Mitglied des Vorstandes der Jsrl. Rel. Gemeinde Mainz, dargebrachteu Glückwünsche und Ehrungen, sage ich meinen herzlichsten Dank Kommerzienrat B. A. Marjer Erster Vorsteher der Jsrl. Rel. Gemeinde, Mainz Vorsitzender des Gberrals des Landesverbandes der Jsrl. Rel. Gemeinden Hessens Aus Nah und Fern. Dieburg. Nach großen Mühen und schwerer Arbeit ist es end-' lich geliiiigeii, ben Neuban der Synagoge gil vollenden, Eiii ausgezeichneter Entwiirf des Architekten Herrn Riidolf Jcheph-Wiesbaden, der in der Haupisachc von Dieburger Handwerftsmeiüern allsgeführt wurde, bildet der Neubau einen schätzbaren Ziiuvachsnnserer Stadt. Med" g:;. Inständige Bitte! Tie Zahl ailch der jüdischeii Arbeitslosen in Mainz ist groß. Junge iliid ältere Menschen führen einen schweren Kampf um die Erhaltung ihres Lebeiis. Die ilotdürftige Arbeitslosenuiiterstützuiig reicht nicht aus um eine erträgliches Dasein zu sicherii. Maiicher Faniilieiivater uiiter diesen Arbeitslosen wäre bereit, jede — ailch die schwerste — Arbeit zu übernehmen, um sich und den Seineii durch einen kleinen Arbeitsverdieiist die drückende Lage gn erleichtern. Die jüdischen Arbeitgeber, besonders die Geschäftsiiihaber, werden deshalb gebeten, in eintretenden Fällen auch jüdische Arbeitslose für gelegentliche Beschäftigung zu berücksichtigen. Die Zentralwohlfahrtsstelle der israelitischen Religiousgeiiieinde Mainz ist gerii bereit, die in Frage kommenden Namen auf Anfrage bekannt zu gebeii. 7