Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 4 (1929)
- Issue
- 7/8 (Juli/August 1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Besinnung mob sich von ihm häufig zu den Menschen, die zunächst nur in der unpersönlichen literarischen Tätigkeit mit ihm zusammengetroffen waren. Und daraus erkennt man eben das größte und wertvollste, was in Goldstein lag: Er war eine Persönlichkeit. Er wird auf vielen Gebieten fehlen und unersetzlich sein. Mit seinen 55 Jahren--er war 1878 in Harnburg geboren — ist er viel zu früh aus seiner Lebensarbeit fortgenommen worden. Mitseiner Familie trauert das deutsche Judentum um Goldstein's Tod,. S. L. Vom Hilfsverein der Deutschen Juden. In den letzten Tagen fand eine Sitzung des geschäftsführenden Ausschusses des Hilssvereirrs der Deutschen Juden rinter Vorsitz von Herrn Dr. James Simon statt. Es waren anwesend: Generalkonsul Eugen Landau, Max M. Marburg (Hamburg); Willy Dreyfus, Rabbiner Dr. L. Baeck, Dr. Moritz Bileskr, Selmar Fehr, Berthold Israel, Direktor M. Joachimssohn, Dr. Bernhard Kahn, Professor Tr. Eugen Mittwoch, Oberstudienrat Professor Dr. M. Schaefer, Siegbert Seckelsohn, Kammergerichtsrat Dr. Jacques Stern, Alfred Leonhard Tietz (Köln a. Rh.); Ernst Wallach, Rechtsanwalt Tr. Walter, Frau Alice Weil. Generalsekretär Dr. M. W i s ch n i tz e r berichtete über die Zusammenarbeit mit den großen jüdischen Organisationen des Allslandes: dem Aniericail Jewisy Committee, dem Americail Ioiilt Tistributioll Eominittee, der Alliance Jsraölite Universelle, der Jewish Coloilization Associatiotl (JCA), dem Joint Foreigll Eommittee uild der Israelitischen Alliallz in Wien. Die Herren Berthold Israel, Tr. Berllhard Kahn ulld Max M. Marburg berichteten über ihre Eiildrückc in Palästiila; sie wiesen aus die Notwendigkeit der Betätigliilg des Hilssvcreins aus cingclncn Spezialgebieten in Palästina hin. Beson- Deres Interesse erweckte die Allregung, das Technikum in Haifa, das noch hente als Symbol der Hilsvcreinsarbeii in Palästina gilt, aufs Neue zu fördern. Dr. Wi schnitz er referierte hieralif über seine Studienreise liach Rumänien, wo er Gelegenheit hatte, dle einschlägigen Probleme mit Bertreteril voil Regierlingsbehördeil sowie mit inaßgebenden jüdischen Politikern der verschiedensten Richtungen zl>. besprechen. Er besichtigte jüdische Allstalten, vornehinlich Schulen, in mehreren größeren Städten. Trotz der Besseruilg der politischen Zustände ist die Wirtschaftslage der Juden außerordentlich kritisch. Es herrscht vielfach große Not, besollders in Bessarabien. Der Hilfsvereiit hat bereits größere Beträge für das Hilfswerk in Bessarabien abgeführt und setzt seine Saiilinlung hierfür fort. Es gilt aber, den Juden Rumäiliens auch konstruktive Hilfe zu briilgen, sie bei deilt llotlveildig gewordenen ökonomischen Umschichtungsprozeß zu beraten und zu unterstützen. Neben der großzügigen Tätigkeit der JEA. auf dent Gebiete der landloirtschaftlicheu Kolollisatiou llild der Aliterican Joint Reconstruction Fouildatioit auf teilt Gebiete der Kredithilfe ist soziale und kulturelle Betätigullg des Hilfsvereiits dringend notwendig. Der Hilfsverein hat vor dem Kriege auf diesem Gebiete Hervorrt egendes geleistet. Mail erwartet vou ihnt, daß er wieder feilt -resse den Fachgewerbeschulen zttwendet durch tuaterielle Beibilten ' durch Beistcllung voll Maschinen und Handwerkszeug, uud dnrw 't Entsendung von qualifizierten Lehrkräften. Tr. Wischnitzer unterbre dem gefchäftsführenden Ausschuß des Hilfsvereills ein Arbei ^Programm, das sowohl eitunalige als auch dauernde gen für allgemeine und fachgewerbliche Schulen Vorfilm Diskussion über das Arbeitsprogramm für Rumänien beteili 4ten sich die Herren Selmar Fehr, Direktor M. Joachimssö/'U, Dr. Bernhard Kahn und Generalkonstil des rumänischen Kul< uNverks Ankilüpfllllg ait uilst Arbeit vor dem Kri°a°,'-!!">» ''«*$***■ fS, führende AllKschust ben ulllgte zunächst 80 000. - RM. fnr die brackst wurden D-aine siltd Ambulatorien im Bau, t«r K & M dle er auch die ltotlgell Jllstrulile. Revölkeruna von über iebil- Diese beiden Anstalten werden eilte r tansend Kolonistetl dieneil. Des wen stereil übertlilllillt der Hilfsverein die Fürsorge für itoch nicht sa. ^ulpflichtige Kiitder der Kolollistcn, ilisbesondere für Säuglitige, dlirch ärztliche Beaufsichtignng usw. Für die knlturell-sanitüre Arbeit in den jüdischen. Siedlungen sind zunächst 100 000 RM. zur Verfügung gestellt. Tie Auswandererfürsorge erfordert dauernd größere Anschüsse. Im letzten Jahre silld weit über 40 000 - - Ausuud Rücklualiderer in den verschiedenen Büros uild Fürsorgestellen des Hilfsvereins betreut worden; 95 000.— RM. sind für diese Arbeit, die iitlierhalb der deutschen Grettzen durchgeführt wird, verausgabt wordeti, in den ersten Monaten dieses Jahres bereits 41000.— RM. Auch im laufenden Jahre erfordert die Auswaltdererfürsorge erhöhte organisatorische utid finaltzielle Leistutlgen des Hilfsvereills. Die Orgaliisation des Hilfsvereins erfährt dauernde Verstärkullg durch den Beitritt von Mitgliedern, durch Bildutlg neuer Mitgliedergrüppen und durch Reorganisation der bestehenden Lokalkomitees in Berlin und im gatizen Reiche. In den letzten Monaten silld in Berliit sechzehn Bezirkskomitees gebildet worden/ int Reiche über zwanzig neue Lokalkomitees. Die letzte Jahresversammlung hat starkes Interesse erweckt, die Berichte über diese Versammlung sind von sehr zahlreichen Presseorganen in uiid aiißerhalb Detitschlatlds gebracht wordeif Vom Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden. Mit eitler recht beachtenswerten Arbeit hat sich der Preußische Landesverband jüdischer Gemeiliden zu beschäftigeu. ^eiue vor wenigen Jahren erst geschaffene Organisation bedarf bereits der Umgestaltung. Der Rechtsausschuß des Verbalides war am 9. Juili 1929 zu eitler Geueralrevisiou der Verfassung versammelt. Die Aufwendnngen für Rat und Verbandstag verschlingen so große Teile des Budgets, daß die sachlichen Arbeiten des Verballdes daruiiter leiden uild daß Ulan sich zu deul Vorschlag verstehen illllß, in Zukunft auf viertausend Seelert ein Mandat für beu Verbandskag entfallen zu lassen, währcild bisher dreitausend Seelen eilten Abgeordneten wählten. Dadurch soll die Zahl der Abgeordlieteil um 25 bis 30 verringert werden. Auch die zahleniiläßige Größe des Rates soll vou 35 auf 25 herabgesetzt werden, so daß also durchschnittlich 25—30 Prozent der Gremienmitglieder in Wegfall kämen. Man sieht, wie die Zeit und die Erfahrung den Preußischen Landesverband zu Erkenutnissen führt, die die süddeutschen Landesverbände bei den verschiedentlichen Beratungen über die Gründung des Reichsvcrbandes der detltscheil Juden scholl ausgesprochen hatten. Tie großen Greillien der Organisatiotieli, ihre Zllsaminenkülifte mit allsgedehnten parteipolitischen Allssprachen verschlingen filtanzielle Mittel, die für viel wichtigere Angelegenheiten Verwendung fitldcn solltetl. Und wetlli min der Reichsverband unter allgemeilier Wahl zustandekäme und mit den bayrischen, badischen, hessischen, sächsischeil und württembergischen Verbänden vielleicht 4—500 000 Juden zusamiilenfatzte, dantl müßtell llach dein Vorbild des Preußenverbandes etwa 100 Delegierte aus alletl Gauetl Deutschlands zu den Reichsverbands- Indanthrcn Indanthren-Stoffe für Bekleidung, Wäsche Dekorationen Bademäntel, Badecapes, Badeanzüge Tischdecken Frottierwaren Teesedecke alles unübertroffen wasch-, licht-, wetterecht Indanthren - Haus FRANKFURT G. M. b. h. KAISERSTR. 19 3