Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 4 (1929)
- Issue
- 7/8 (Juli/August 1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Hilfsverein der deutschen Juden. „ 100.— Für d. Mensae Friedberg und Darmstadt an Hamburger Speiseverein zus. .. „ 200.— Iüd. Iugendverband Hessen . „ 150.— Achawah, Lehrerhilsskasse. „ 100.— Sterbekasse d. jüd. Lehrervereins. „ 100.— Schächtschutzkomitee . „ 200.— DIGB. für seine Wohlsahrtsanstalten „ 500 — Iüd. Blindenanstalt . „ 100.— Hilssverein f. jüd. Taubstumme . „ 100.— Iedide Ilmim, Berlin . „ 100.— Nervenanstalt Sayn. „ 400.— Psychopathenheim Marburg. „ 200.— Männerheim Nauheim. „ 100.— Frauenheim Nauheim . „ 100.— Kinderheim Nauheim . „ 300 — Kinderheim Kreuznach . „ 100.— Wohlsahrtszentrale Hessen und Hesten- Nassau incl. Berlin und incl. Arbeitersürsorgeamt . „ 2700.— Verein zur Erforschung jüd. Kunstdenkmäler Frankfurt a. M. „ 50.— 9. Es werden ferner bewilligt: a) einem Schulamtsaspiranten p. a. „ . 200.— b) an Gemeinden insgesamt. „ 2600.— 10. Zu dem Gesuch einer Gemeinde fehlen die ziffernmäßigen Unterlagen; die Beratung wird daher zurückgestellt. 11. Herr Lehrer Simon, Darmstadt übermittelt ein von einer nicht zum Verband gehörigen Gemeinde mündlich hierhergerichtetes Subventionsgesuch. Dem Wunsche kann nicht entsprochen werden. 12. Der Vorsitzende verliest eine auf einen Fragebogen von einem Gemeindevorstand eingelaufene Antwort. 13. Im Verfolg eines diesbezüglichen Beschlusses des Gemeindetages findet eine Aussprache über die Gestaltung der zu fertigenden Mustersahungen statt. 14. Zu einer vom Ministerium gewünschten Besprechung werden die Herren Iustizräte Dr. Goldschmidt, Offenbach; Marx, Bingen; Rechtsanwalt Rothenberger. Gießen; Rabbiner Dr. Dienemann, Offenbach und Diplomhandelslehrer Simon, Darmstadt delegiert. 15. Die Gemeinde Bensheim, in der bereits aufklärende Referate gehalten worden waren, hat sich unterm 7. Mai d. I. bereit erklärt, eine Einigung mit dem gesetzestreuen Landesverband in Darmstadt herbeizuführen und zu diesem Zweck zu einer Besprechung mit Vertretern genannten Verbands für den 12. Mai 1929 nach Bensheim eingeladen. Es soll erwidert werden, der Oberrat stehe auf dem in der Dezembernummer des Mitteilungsblattes dargelegten Standpunkt und sehe schriftlich zu fixierenden Vermittlungsvorschlägen entgegen. 16. Ein Stellengesuch eines Schächters wird zur Kenntnis des Kollegiums gebracht 17. Das Gesuch einer Gemeinde um Beitrag zu den Kosten der Synagogenreparatur soll einem Oberratsmitglied zur Prüfung überwiesen werden. 18. Die Ermäßigung des Beitrags soll für Kleinstgemeinden nach einem bestimmten Schlüssel vorgenommen werden. 19. Auf Antrag des Vorsitzenden wird der Schulausschuß ermächtigt, zu den hohen Feiertagen die gleichen Honorare wie im Vorjahre auszahlen zu lasten. 20. Lehrer Stern, Alzey dankt namens der Versammlung dem Herrn Vorsitzenden und der Gemeinde Mainz. 2 Professor Julius Goldstei« s. A. Am Dienstag, den 25. Juni d. I. verstarb nach längerem Leiden Professor Dr. Julius Goldstein. Goldstern hatte sich im Jahre 1901 in Darmstadt habilitiert, wurde im Jahre 1919 dortselbst außerordentlicher Professor der Philosophie an der technischen Hochschule. Bei der Gründung des pädagogischen Instituts irr Mainz im Jahre 1925 wurde Goldstein etatmäßiger Professor für Philosophie an dieser neugegründeten, der Lehrerausbildung dienenden Institution. lieber die Lehrtätigkeit und über die Fachgelehrsamkeit Goldsteins wurde in diesen Tagen in Zeitungen und Zeitschriften manche Würdigung ausgesprochen. Der Verlust, den sein engerer wissenschaftlicher Kreis erlitten hat, kommt darin zum Ausdruck. Außerordentlichen Verlust hat durch den Tod dieses Mannes das deutsche Judentum erlitten. Wer einmal Gelegenheit hatte, Goldstein als Redner zu hören, wird ihn nicht mehr vergessen haben. Ausgedehnte Kenntnisse, reiche Erfahrung, die er sich im Jnlande wie im Auslande erworben hatte, klares Urteil kamen, weün er ein Problem behandelte, in fein gezeichneter Disposition, in klarer fesselnder Rede, in einprägsamen, wohlpointierten Worten zum Ausdruck. Manche Gemeinde und mancher Kreis des deutschen Judentums erlebte durch Goldsteins Rede in festlichen Stunden unvergleichbare Eindrücke. Mit regstem Interesse und aus persönlichster herzlicher Verbundenheit heraus stand er in der Reihe der Männer, die führend für das Recht und die Stellung der deutschen Juden kämpfen. Sein Perdienst um den Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, dessen Hauptvorstand er angehörte, seine Verdieirste um den Logenorden Bne Berith, in dessen Generalkomitee er wirkte, sind groß und köniien in diesem Rahmen nicht im einzelnen beleuchtet werden. Durch seine literarische Tätigkeit ist Goldstein nicht nur weitesten Kreisen bekannt geworden, er hat dadurch im besten Sinne Kulturarbeit geleistet, denn er hat in jeder seiner Schriften das wilde Gestrüpp älter Vorurteile und falscher Schlüsse zu beseitigeii und dafür die Pflanzung klarer Gedanken und reiner Empfindungen anzubauen versucht. Durch seine Bücher „Rasse und Politik" und „Deutsche Volksidee und deutsch-völkische Idee" hat er seinem deutschen Volke, dem er wahrhaft und treu ergeben war, einen großen Dienst geleistet. Eine T a t an deutscher wie an jüdischer Kultur war die von ihm geleitete, nun im fünften Jahrgang erscheinende Zweimonatschrist „Der Morgen". Hier legte er selber seine die Soziologie befruchtenden Anregungen nieder, hier gab er in feinsinnigen Besprechungen wissenschaftlicher uiid literarischer Neuerscheinungen einen großzügigen und kritischfördernden Ueberblick über die Geistes- und Kulturgeschichte vergangener Zeiten sowie über die Gegenwart. Hier verstand er es Menschen aus den verschiedensten Lagern zur vornehmen und beschwingter! Aussprache über die Fragen des geistigen Lebens zu sammeln. Wir wissen, daß ihn mit den Autoren nicht nur seine Schriftleitereigenschast verband: Persönliche Beziehung, freundschaftliche