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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1929-05-01 · 5 (5.1929) · p. Seite 8

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
4 (1929)
Issue
5 (5.1929)
Date
1929-05-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Bericht des Jüdischen Schwesternheimes E. V.» Mainz pro 1928 über die am 19. April 1929 stattgefundene ordentliche Generalversammlung. _ Im abflclaufcnen Jahre waren in unserem Heim drei Schwestern beschäftigt. Wenngleich cs wünschenswert ist, die Zahl der Schwestern zu erhöhen, ist es uns trotz lebhafter Bemühungen noch nicht gelungen, noch eine weitere Schwester zu finden. Es wurden im Ganzen von uns 195 Vollpflegen 146 Nachtpflegen 184 Tagpflegen geleistet, sowie 1444 ambulante Besuche. Die Hauspflegen erstreckten sich auf 88, die ambulanten auf 86 Fälle. Unsere Schwestern wurden von 18 jüdischen und 19 nichtjüdischen Aerzten zugezogen. Wir danken auch in diesem Jahre allen Förderern unseres Vereins, insbesondere dem Krankenvereni sowie dem verehrlichen Vorstand und der Zentralwohlfahrtsstelle der israelitischen Gemeinde für ihre Unterstützung und bitten, uns auch fernerhin ihr Wohlwollen zu erhalten. M a i n z, beu 9. April 1929. Gewinn- und Verlustrechnung pra 1928. Einnahmen. Kasse per 81. Dezember 1927 Beiträge Pflegegelder Spenden Zuschuß Gemeinde RM. 523.— NM. 4220.— RM. 3946.— RM. 470.— RM. 2400.— NM. 11559.— Ausgaben. Haushalt, Gehälter, Unkosten Anschaffungen Miete Gemeindeschwester Kasse NM. 7665.70 RM. 326.— RM. 1000.— RM. 2400.— RM. 167.30 NM. 11559.— Vermögens-Aufstellung per 31. Dezember 1928. Aktiva. Inventar Telephon, Guthaben Ausstehende Pflegegelder und Beiträge Guthaben Kronenberger und Kaffe RM. 1200.— RM. 15.— RM. 780.— RM. 970.20 Passiva. Vermögen NM. 2965.20 RM. 2965.20 RM. 2965.20 Der Grabstein der Sagira aus dem jüdischen Friedhof zn Worms. Von S. Rothschild-Worms. In der Schrift „Beiträge zur Geschichte der ältesten jüdischen Grabsteine in Mainz" von Rabbiner Dr. Sali Levi auf Seite 20, wo Dr. L. den Grabstein der Frau Rivkah, Tochter Jsaks, gestorben 1080, bespricht, findet sich die Bemerkung: „Stein und Inschrift sind so vorzüglich erhalten, daß man an ihm keinerlei Zweifel finden kann. Dies ist umso bedeutungsvoller, als er — 8 nt i t A u s n a h m e des Wormser Steines der S a g i r a. dessen Inschrift n u r m i t M ü h e zu entziffern u n d dessen Jahreszahl zweifelhaft i st, — der älteste jüdische Frauengrabstein am Rhein und wohl in ganz Nordenropa ist." Dr. Levi hat bezüglich des Alters des Grabsteines der Sagira recht, und ich bin in der Lage, seine Ansicht zu stützen und das genaue Alter festzustellen, was in folgender Ausführung geschehen soll. Lewysohn gibt in Nr. 1 seiner Schrift „60 Epitaphien von Grabsteinen des israelitischen Friedhofes zu Worms" folgende Grabschrift: 7Q mviD rr.D *55? r.njn ■tkiöp n njfiixn etrn T.m : : : mrcr, n&i 2^ snn 'jüw *1:22 nrniie Als Epstein - Wien mehrmals Worms besuchte, wandte er sein Interesse auch dem jüdischen Friedhof zu, und ganz besonders dem Grabsteine der Sagira. Aber trotz eifrigen Snchens war der Stein nicht zu finden, so daß E. vermutete, der Stein wäre in den Boden versunken oder gestohlen worden. Ta von den 1200 Grabsteinen, die Kantor Rosenthal und ich in siebenjähriger Arbeit entzisfert haben, auch nicht ein einziger aus dem 10., wohl aber viele aus dem 11. Jahrhundert stammen, ist anzunehmen, daß der Friedhof 1084, wahrscheinlich zu derselben Zeit angelegt, als die Synagoge erbaut wurde. Epstein hat mir damals die Vermutung ausgesprochen: „Lewysohns Niederschrift heißen: -? bnr* Und Epstein hat Recht behalten, wie ich dies nachzuweisen in der Lage bin. Viele Jahre nach der Anwesenheit Epsteins in Worms fand ich den Stein der Sagira von einem Strauche förmlich eingeschlossen. Da die Inschrift des Steines auf Veranlassung Lewysohns seiner Zeit renoviert wurde, konnte man auch die Jahreszahl deutlich lesen. Einige Wochen später fand ich einige Reihe hinter dem Stein der Sagira einen solchen, der die Inschrift trägt: Hier lieg: begraben: Frau P e r u z a, Tochter des Rabbi :nr;:r; ‘tn'ieh’ DtPH Vif-P ■?!> 1145 npm .TIE&J Ta auf den Grabsteinen der Sagira und der Peruza der gleiche Vater genannt wird, zwischen dem Tode der einen Tochter und dem der anderen aber ein Zeitraum von 245 Jahren liegt, so war es geboten, da die Jahreszahl des zweiten Steines deutlich zu lesen war, nochmals die Inschrift des ersten genau zu untersuchen. In der Tat stellte sich heraus, daß Lewysohn an dem Buchstaben das Häkchen übersehen hatte, das sich mit dem Finger genau fühlen ließ, das der noch unterstützende Friedhofsaufseher mit dem bloßen Auge sah, wodurch der Buchstabe eine anvere Gestalt und einen andern Zahlenwert erhält (anstatt “) ein fi) so daß das Alter des Steines der Sagira um 200 Jahre herabgerückt werden mutz. Rabbi Samuel ist also wahrscheinlich 1096 ermordet worden, und seine beiden Töchter sind 1100 und 1145 gestorben. Aus diesen Ausführungen ist also die Richtigkeit der Ansichten Epsteins und Dr. Levi's erwiesen. Der Baum im jüdischen Glauben. Gedanken von M. Eine r. Im Gebete und Glauben der Juden findet der Baum eine wunderbare Symbolik und Parallele. Der Mensch und sein Leben hängt nicht nur innig zusammen mit den Wundern der Natur, sie sind sogar identisch mit einem Heranwachsenden und blühenden,

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