Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 4 (1929)
- Issue
- 5 (5.1929)
- Date
- 1929-05-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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6- 3m Falle zu Pessach Remunerationen nicht angewiesen werden können, sollen einzelne Lehrer gleichwodl berücksichtigt werden. 7. Ein Witwengehalt kann nicht erhöht werden. 8. Eine vom Schulausschus; bewilligte Subvention von RM. 25. - pro Quartal wird protokolliert. 9. Eine Beschwerde eines Ersten Vorstehers gegen die Form der erfolgten Anmahnung wird vorgelesen. 10. Die Zahlung eittes Grabsteines für ein ehemaliges Kirch-Brombacher Gemeindemitglied mußte abgelehnt werden. 11. Der Lohnsteuerabzug für Stundenhonorare wird zu Recht gemacht. 12. Heber eine Propagandaversammlung für den Verband wird berichtet. 13. Wegen der zu beantragenden Hebereignung eines alten Friedhofs find zunächst noch weitere Ermittlungen anzustellen. Berichtigung. Bon der Gemeinde Heppenheim in Siarkeuburg gingen im Rechnungsjahr 1928 RM. 50.— an Mitgliedsbeitrag und RM. 10.— an Bestellgeld ein, von der Gemeinde Heppenheim a. d. W. nur RM. 20.— für den Wanderlehrer. Durch ein Versehen ist der Gesamtbetrag von RM. 80.— der Gemeinde Heppenheim a. d. W. gutgebracht worden. Aus unseren Verbandsgemeinden. Israelitische Religionsgemeinde Mainz. Betreffend: Tie Kultnssteuer für 1929 (1.4.29—31.8.30). 1. Wie allgemein in Hessen, so wird auch die Kultusumlage der israelitischen Religionsgemeinde Mainz im Rechnungsjahre 1929 - nicht wie seither in 6, sondern — in 4 fielen erhoben, demnach wird bei einer gleichen Jahrcsschuldigkeit wie un Vorjahre für 1929 eilt Vielbetrag 150 Prozent des Zielbetrags in 1928 betragen. 2. Tie mit dem Steuerbescheid für das Vorjahr vom Finanzamt gleichzeitig ergangene Aufforderung zur Leistung von Vorauszahlungen für die Zeit vom 1. April 1929 bis 31. März 1930 ist durch das neue Gesetz (Regierungsblatt 1928, Breite 239) hinfällig geworden. 3. Die Vorauszahlungen, die geleistet sind, werden, sofern eine Rückerstattung nicht beansprucht wird, selbstverständlich auf die endgültige Steuerschuld aufgerechnet. 4. Die Zustellung der Steuerbescheide für 1929 (Rj.) wird sobald als möglich erfolgen. Bis dahin können .freiwillige Abschlagszahlungen auf die Schuldigkeit geleistet werden. Um die Leistung solcher freiwilliger Abschlagszahlungen wird hiermit gebeten. Mainz, den 3. Mai 1929. Borstand der israelitischen Religionsgemeinde Mainz. Alsfeld. Arn vergangenen Purim (26. März) feierte das Ehepaar Salomon und Jettchen Stem das Fest der goldenen Hochzeit. Umgeben von einer großen Schar von Kindern und Enkeln, gestaltete sich dieser Tag für das greise Ehepaar, von welchem sich insbesonders Frau Stein einer seltenen körperlichen und geistigen Rüstigkeit erfreut, zu einem wirklichen Freudenfeste. Der Vorstand und Lehrer der Gemeinde überreichten dem Jubelpaar im Namen der israelitischen Religionsgemeinde einen herrlichen Blumenkorb und auch sonst wurden von seiten zahlreicher Gemeindemitglieder Herrn und Frau Stein viele Ehrungen bereitet. Einen Tag später, am 27. März, konnte Frau Emilie Rothschild geb. Bing ihren 80. Geburtstag in guter körperlicher Gesundheit und insbesonders seltener geistigen Frische begehen. Obwohl die Jubilarin, die schon seit vielen Jahren Witwe ist und namentlich in den letzten Jahren viel Schweres erdulden mußte, diesen Tag im engsten Familienkreise beging, ließ es sich der Vorstand des Frauenvereins, in welchem Frau Rothschild schon seit vielen Jahren das Rechneramt versieht, doch nicht nehmen, durch Ileberreichung einer Ehrenurkunde die Verdienste seines verehrten Mitgliedes zu würdigen. Wir wünschen den Jubilaren auch weiterhin beste Gesundheit und gutes Wohlergehen „Rck mooh wVssrim schoiioh". Verbände und Vereine. Israelitischer Landeslehrervercitt im Bolksstante Hessen. Einladung zu der am Mittwoch und Donnerstag (Himmelfahrt), den 8. und 9. Mai 1929, in Gießen stattsindenden Generalversammlung. Tagesordnung. I. Mittwoch, deu 8. Mai 1929, abends 8 Uhr: Versammlungslokal: Cafe „Leib" 1. Begrüßung, 2. Vortrng: „Tie Krisis in der deutschen Judenheit", Redner Kollege Steinhardt-Magdeburg. II. Donnerstag, den 9. Mai 1929, vormittags 8.30 Uhr. Versammlungslokal: Räume der „Easinogesellschaft" im Easö „Ernst Ludwig". 1. Rechenschaftsbericht des Vorstandes, 2. Rechnungsablage, 3. Wahl eines Vorstandsmitgliedes, 4. Vortrag: „Von deutsch-jüdischer Jugend". Redner: Rechtsanwalt Tr. R. Stahl-Bad-Nauheim. Zu der Versammlung am Mittwoch, den 8. Mai 1929, abends 8 Uhr, gestatten wir uns sämtliche Männer und Frauen, ebenso auch die Jugend der beiden Gießener Gemeinden (Israelitische Religionsgemeinde und Israelitische Religionsgesellschast), ergebenst einzuladen. Ter Borstand des israelitischen Landeslehrervereins. Kahn. S i m o n. Am 12. und 18. Mai d. I. findet in Frankfurt a. M. eine West- und Süddeutsche Bezirkstagung der Jüdischen Wohlfahrtspflege statt. Die Tagung wird veranstaltet von der Zentralwohlsahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin-Charlottenburg in Gemeinschaft mit dem Landesverband für jüdische Wohlfahrtspflege in Hessen und Hessen-Nassau und der Jüdischen Wohlfahrtspflege Frankfurt a. M. Im Mittelpunkt der Tagung steht die Erörterung der Frage: „Planwirtschaft in der Wohlfahrtspflege". Ucber dieses Thema werden am Sonntag, den 12. Mai, nachmittags 2 Uhr, drei Referate von sachverständigen und in der Wohlfahrtspflege maßgebenden Persönlichkeiten gehalten. Am Abend dieses Tages findet eine öffentliche Kundgebung statt, in der Herr Rabbiner Dr. Baeck-B^erlin, Frau Bettina Brenner-Leipzig, Herr Rabbiner Tr. Horovitz-Frankfurt a. M. und Herr Dr. Strauß-München sprechen werden. Der Montag ist einer Besprechung der Vorsitzenden und der Bcauiten der Jüdischen Wohlfahrtspflege gewidmet, an die sich Arbeitsgemeinschaften über Einzelfragcn der Planwirtschaft anschließen, während der Nachmittag der Besichtigung Frankfurter Anstalten Vorbehalten ist. Die Tagung findet in den Räumen der Frankfurt-Loge, Eschersheimerlandstraße 27 statt. Anmeldungen erfolgen beim Landesverband für jüdische Wohlfahrtspflege in Hessen und Hessen- Nassau, Sitz Frankfurt a. M., Langestraße 30, Telephonrus: Hansa 9548. Am Mittwoch, den 8. Mai, 20 Uhr, sendet der Westdeutsche Rundfunk einen Hebräisch-europäischen Abend. Solist des Abends ist Walter Woog. Außerdem wirken der Chor und das große Orchester des Westdeutschen Rundfunks mit. Das Programm enthält nicht nur hebräisch-liturgische. Gesänge, sondern auch moderne hebräische Lieder bzw. Uebersetzungen ins Neu-Hebräische. Interessant dürfte für die Hörer die Vermittlung weltlich-jüdischer Musik sein, zumal es sich um Volkslieder handelt, die durch die besondere Bearbeitung des Interpreten auch dem deutschen Ohr verständlich gemacht werden. Dem Abend geht eine kurze Einführung voraus, das große Orchester wird mit der jüdischen Trilogie von Hamerik und einer Fantasie über hebräische Gesänge von Philippson den Schluß bilden. 7