Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 4 (1929)
- Issue
- 5 (5.1929)
- Date
- 1929-05-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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verblühenden und früchtetragenden Baume. „Der Gerechte, wie die Palme blüht er, wie die Zeder am Libanon steigt er empor!" — „Die Thora ist ein Baum des Lebens denen, die an ihr festhalten, und die sie erfassen sind selig zu preisen." „Saftvoll stehen des Ewigen Bäume, Libanons, Zedern, die er gepslanzt, daß sich das Federwild dort niste, aus Tannen sein Gehäuse der Habicht baue." — „Dein Weib, ein traubenreicher Stock an deines Hauses Seite, wie Oelbaumsprossen deine Kinder um deinen Tisch!' — „Stark wie die Eiche, süß wie der Granatapfel ist der Fromme." — Zu vielen Festen bringt uns der Baum Grün und Frucht. — Auch aus dem Altäre lagen sie einst zum Opfer Gottes. Es war des Menschen Werk mit Hilfe des Schöpfers — ferner Mühe Krönung, die er darbrachte. Aber auch als Strafobjekt dient der Baum. Absalom bleibt mit seinem starken Haare an feinen Zweigen hängen. Den mächtigen unbesiegbaren Menschen übertrumpft das Gebilde der Natur. Wieso nun spielt gerade der Baum im Leben des Juden und in seinem Glauben eine solche Rolle? Vielleicht weilder Baum am meisten dem Menschen und seiner Natur ähnelt. Er allein ist aufrecht, aufragend zu Gott und seinem Himmel. Er steht fest m Sturm und Regen, streckt feine Zweige empor gleich erhabenen Armen dw Recht und Glück anrufen — und ist in feinem Gedeihen der Witterung unterworfen, gleich dem Menschen. Da früher die Juden auf ihren Zügen undWanderungen stets in der Natur weilten, mußte ihr Blick vor allem dem Baume gewidmet sein. Sie priesen sein Gedeihen, das so sehr mit ihrem Leben zusammenhing. Er gab ihnen Nahrung und Schuh, und im heiligen Lande waren der kostbaren Bäume die Menge. Bedenken wir noch, daß die Eigenschaften des Bauines, wie Stolz, Reinheit, Kraft, Schönheit, Frische, für den Menschen höchst Erstrebenswertes bedeuten, dann verstehen wir die Vorliebe des gläubigen Juden für diese ethische Werte bergenden Schöpfungswerke und begreifen Vergleiche und Symbole in Bibel und Gebet. Bücherschau. Erstrebtes und Erreichtes. Das im Verlag des Vereins ehemaliger Ahkemer in Ahlem zu dessen 25jährigem Stiftungsfest erschienene Jubiläumsschriftchen bringt Beiträge, die einen sehr interessanten Einblick gewähren in das Leben und Wirken der Israelitischen Gartenbauschule Ahlem, sowie in das ihrer ehemaligen Schüler, die z. Zt. in aller Welt mit Erfolg tätig sind. „Das Zelt", Zeitschrift für die jüdische Jugend. Verlag B. Heller, München, Plinganserstraße 64. Preis RM. 1.20 vierteljährlich. Das soeben erschienene April-Heft des „Zelts" steht im Zeichen des Pessachfestes. Ein schön illustrierter Aufsatz erzählt von alten künstlerischen Haggadoth, ein anderer vom Pessachfest der Samariter. Zwei Geschichten aus dem Midrasch, eine große Erzählung: „Die Nacht vor dem Aufbruch", die Erzählung: „Der Funke" und ein kleines Gedicht bringen die Pessachgeschichte in einer der Jugend angemessenen literarischen Form zur Darstellung. Außerdem enthält das Heft die Fortsetzung der spannenden Erzählung: „Der Findling von Thorn", den Schluß der Berichte „Eldads des Taniten", einen illustrierten Aufsatz über David Schwarz und Otto Lilienthal, die jüdischen Pioniere des Luftverkehrs, sowie einen Artikel über den „Bau des Siloahkanals", ebenfalls mit schönen Bildern. Eine Bastel-, Rätsel- und Bilderecke ergänzt den Inhalt der wie immer interessanten und anregenden Zeitschrift. Jüdischer Iugendverein Mainz a. Rh. Heim: Gemeindehaus Gabelsbergerstraße. Programm für Mai 1929 Sonntag, 5. Mai. Treffahrt mit Offenbach auf dem Melibokus. Treffpunkt: Mainz Hauptbahnhof )48 Uhr. Abfahrt: Mainz Hauptbahnhof 7.58 über Darmstadt nach Seeheim. Marschroute : Seeheim—Ober-Beerbach—Fels enmeer—Auerbach— Melibokus. Um zahlreiches Erscheinen und gute Stimmung wird gebeten. Leitung: Alfred Epstein. Montag, 6. Mai. Pünktlich 83/4 Uhr abends im Heim. Arbeitsgemeinschaft des Herrn Rabbiners Dr. Levi. Mittwoch, 8. Mai, 83/4 Uhr: Vorstandsfitzung im Heim. Donnerstag, 9. Mai (Himmelfahrt). Bei genügender Beteiligung Radtour (Wispertal) unter Führung von Bernhard Lorch. Treffpunkt: Mainz Hauptbahnhof 7.15 Uhr. Abfahrt 7.38 Uhr nach Eiserne Hand. Fahrtkosten 2.20 RM. inklusive Rad hin und zurück von Hattenheim. Vorherige Anmeldung unter Telephon 1700 bis 8. Mai erwünscht. Sonntag, 12. Mai, 9 Uhr vormittags: Rudern. Leitung Walter- Kramer. Treffpunkt an der Brücke über den Winterhafen. Der Verein übernimmt keine Haftung für etwaige Unfälle. Montag, 13. Mai, 83/4 Uhr: Heimabend von Dr. Stern. Thema wird noch durch Anschlag am schwarzen Brett bekannt gemacht. Donnerstag, 16. Mai, 83/4 Uhr: Heimabend von Walter Kramer. Das Thema wird am schwarzen Brett bekannt gemacht. 19. und 20. Mai. Fahrt nach dem Donnersberg und den Kreuznacher Wäldern. Führung: Max Tschornicki. Nur für gute Wanderer. Tie Einzelheiten werden noch durch Anschlag am schwarzen Brett bekanntgemacht. Mittwoch, 22. Mai, 83/4 Uhr: Schachabend. Leitung Walter Neuhosf. Donnerstag, 23. Mai, 83/4 Uhr. Heimabend von Dr. Picard über: „Grundzüge der Psychoanalyse". Sonntag, 26. Mai. Fahrt nach Eiserne Hand—Wehen—Wingsbach —Aartal—Hohenstein. Leitung: Josef Kahn. Treffzeit- und -Punkt: vormittags 7.30 Uhr Portal des Hauptbahnhofs. Montag, 27. Mai, 83/4 Uhr: Arbeitsgemeinschaft des Herrn Rabbiners Dr. Levi. Mit diesem Monat beginnt wieder unser Fahrtenprogramm. Wir bitten um zahlreiche Teilnahme. Unsere Fahrten werden so angesetzt und durchgeführt, daß sie mühelos von jedem, der über einen gesunden Körper verfügt, bewältigt werden können. Notwendig ist jedoch die entsprechende Ausrüstung und vor allem richtiges Schuhwerk. Unsere Fahrtenführer sind gern zu diesbezüglichen Auskünften bereit. Die Fahrtenführerfchaft besteht gegenwärtig aus: Alfred Apstein, Alice Ganz, Josef Kahn, Willi Kahn, Max Tschornicki, Paul Wolfs. Wir machen auchaustdas wieder vorgesehene Rudern aufmerksam, an dem im vorigen Sommer eine ganze Anzahl von Mitgliedern teilnahmen. Die Verhandlungen mit der Ortsgruppe Mainz des Reichsbundes Jüdischer Frontsoldaten wegen der Gründung einer gemeinsamen Sportabteilnng, sind zum Abschluß gelangt. Wir werden Euch in einem besonderen Schreiben das Erforderliche mitteilen. Der Vorstand. Bund Jüdischer Pfadfinder „Kadimah" Mainz. Bundesanschrift: Hindenburgplatz 1. Bundesheim: Schulstraße 64, Hinterh., Part. Programm für Mai. Jeden Montag: Heimabend der Fuchspatrouille. Jeden Mittwoch: Heimabend der Eichhörnchenpatrouille. Heimabend der Schwalbenpatrouille. Jeden Donnerstag: Heimabend der Wiefelpatrouille. Jeden Samstag: Arbeitsgemeinschaft des Ring Heimabend der Fuchspatrouilkd. Heimabend der Eichhörnchenpatrouille. Sonntag, den 5. Mai: Fahrt der Schwalben, Richtung Kloster Eberbach; Fahrt der Eichhörnchen und Wiesel, Richtung Wiesbaden; Fahrt der Füchse, Richtung Königstädten. Sonntag, den 12. Mai: Fahrt der Schwalben, Richtung Gonsenheim; Fahrt der Füchse, Richtung Gonsenheim. Sonntag, den 19. bis 23. Mai: Fahrt der Eichhörnchen und Wiese!, Richtung Spessart. Sonntag, den 26. Mai: Fahrt der Schwalben, Richtung Ober-Olm; Fahrt der Füchse, Richtung Hubertushütte. 9