Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 4 (1929)
- Issue
- 5 (5.1929)
- Date
- 1929-05-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Auf der anderen Seite' können Sie sehen was der Landesverband leistet. Die Gemeinde Hahnheim zahlt dem Verband RM. 55.—, aber den Lehrergehalt und außerdem noch RM. 1.80 Reisekosten pro Woche zahlt der Landesverband. In Essenheim ist dies noch deutlicher zu ersehen. Die Gemeinde zahlt dem Landesverband RM. 110.—. Die Reisespesen pro Woche für den Lehrer kosten den Verband allein RM 2.1O und von einer Vergütung für den Lehrergehalt ist keine Rede. Sie können daraus ersehen, wie.schwierig es für die Leitung des Verbandes ist, das Budget in Ordnung zu halten und kann ich Ihnen ruhig sagen, daß die Leitung des Verbandes, wenigstens mir persönlich, recht wenig Vergnügen macht. Wenn wir den Landesverband nur dafür haben, um die Landjudenschaft zu unterstützen und für Lehrer zu Sorgen, so halte ich es für meine Person besser, den ganzen Landesverband aufzulösen und einen Lehrerunterstützungsverein zu gründen, dann können die Großgemeinden ihre Gelder für die allgemeinen Zwecke der Iudenschaft für sich im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit abführen. Rur durch das Entgegenkommen der Gemeinden Offenbach, Worms und Mainz wurden die entstandenen Fehlbeträge von zirka RM. 3000.— vermindert und danke ich an dieser Stelle den drei Gemeinden für ihre überaus große Opferwilligkeit. Einen weiteren Ausfall hatten wir dadurch, daß die RM. 1500.—, die dem besetzten Gebiet als Kulturzuschuß von der Reichsbehörde im letzten Jahre bewilligt wurden und die der in großer Notlage befindlichen Gemeinde Alzey zuflosten, uns trotz wiederholter Reklamation nicht mehr zugegangen sind, ebenso wie der Preußenverband erklärt hat, daß er mangels Mittel die RM. 600.—, die er uns für das Lektorat Gießen bewilligt hat, nicht mehr zahlen könne. Ob wir unter diesen Bedingungen weitere, außerhalb Hessens liegende, Institutionen und Seminarien in der bisherigen Weise unterstützen können, ist eine große Frage, die ich später in der Beratung des Voranschlags zur Erledigung bringen möchte, ebenso wie das Lektorat Gießen bei unseren heutigen Finanzverhältnissen in Frage gestellt ist. Abgesehen von dem unverantwortlichen Mangel an Leistungswillen bei den Klein- und Mittelgemeinden, muß es als bedauerlich bezeichnet werden, daß sich nicht noch weitere Gemeinden zu einem Nachzuschuß bereit gesunden haben, denn auch bei anderen Positionen haben sich Mindereinnahmen ergeben.Wir müssen auch mit großem Bedauern feststellen, daß unsere vielfachen Bemühungen, einen Staatszuschuß zu erlangen, keinen Erfolg gezeitigt haben und ich auch nicht glaube, daß wir zunächst auf einen solchen rechnen können. Wir glauben sagen zu dürfen, daß wir an Petitionen, Audienzen und Aufklärungsarbeiten wirklich nichts haben fehlen lassen. Ueber alle diese Schritte wurde Ihnen im Mitteilungsblatt berichtet. Unser Mitteilungsblatt hat sich in höchstem Grade bewährt. Es muß unbedingt aufrecht erhalten werden, selbst wenn wir für dasselbe große Opfer zu bringen haben. Die notwendigen Zuschüsse zu den Kosten desselben können unbedenklich vom Gemeindetag bewilligt werden. Wünschenswert wäre es allerdings, wenn eine Verpachtung des Inseratenteils eine Zuschußbewilligung überflüssig machen würde. So sehr größere Leistungen des Verbandes auch begrüßenswert wären, so kann doch mit Genugtung sestgestellt werden, daß die Verbandsbeiträge zum allergrößten Teile zur Besoldung oder Honorierung von Religionsunterricht gedient haben. Es gibt wohl keinen Landesverband, der mit so geringen Verwaltungskosten arbeitet wie unserer. Es wird dies hier betont, nicht um für die Gemeinde Mainz, die außer ihren Geldbeiträgen noch die ganzen Bürokosten, Porti für Korrespondenzen usw. trägt und auch die ganze laufende Arbeit leistet, einen Dank zu provozieren, sondern um die Verbandsgemeinden zu ersuchen, der Verwaltung nicht so viele und unnötige Arbeit zu machen, die daraus entsteht, daß fortwährend Mahnungen an die Gemeinden ergehen müssen, ihre geringen Beiträge zu leisten. Trotz der vielfachen gedruckten und geschriebenen Anmahnungen waren bei dem am 7. April vorgenommenen Handbuchschluß noch eine ganze Anzahl Gemeinden mit ihren Beitragszahlungen im Rückstand. Von diesen Rückständen sind inzwischen eingegangen: von Wörrstadt: Beitrag z. Gehalt d. Lehrers 300.— Verbandsbeitrag 50.— Wohlfahrtsbeitrag 17.50 Bestellgeld 7.60 375.10 von Niederolm 50.— von Butzbach 8.— an Insertionsgebühren und Rückerstattungen 86.— Die Gemeinden müssen sich daran gewöhnen zu Anfang eines jedsn Rechnungsjahres ihre Verbandsbeiträge prompt zu zahlen. Auch die Beiträge zu Lehrergehältern, die für die Kleingemeinden eine wesentliche Belastung darstellen, müssen mindestens monatlich pränumerando bei der Verbandskasse eingehen. Wenn die betreffenden Gemeinden einen eignen Lehrer hätten, so hätten sie größere Beträge auszubringen und wüßten auch für pünktliche Zahlung Sorge tragen. Der Landesverband ist nicht gegründet worden, um alle Lasten auf einzelne, wenige Gemeinden abzuwälzen und wenn, wie es in letzter Zeit geschehen, dem Landesverband geschrieben wurde, daß man doch die Ausgaben durch Kasieanlehen decken solle, oder aber dieselben von irgendeiner Gemeinde vorgelegt werden sollten, so muß ich das meinerseits für meine Gemeinde ganz entschieden ablehnen und müßte ich, wenn Sie einen derartigen Antrag annehmen sollten, eine Wiederwahl als Indanthren Indanthren-Stoffe für Bekleidung, Wäsche Dekorationen Bademäntel, Badecapes, Badeanzüge Tischdecken Frottierwaren Teegedecke alles unübertroffen wasch-, licht-, wetterecht Indanthren - Haus FRANKFURT G. M. b. h. KAISERSTR. 19