Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 3 (1928)
- Issue
- 12 (12.1928)
- Date
- 1928-12-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9582242-9623184-9620507--0343-9620515- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Privatschulen: a) Höhere 1. Grundschulklassen 2. Höhere Klassen b) mit Volksschulziel 1. Grundschulklassen 2. mit Volksschulziel Erziehungsanstalten: Privatschulen für Kranke: Höhere Lehranstalten: 15 israelitische Mädchen — 15 25 Knaben, 22 Mädchen — 47 8 Knaben, 15 Mädchen — 23 24 Knaben, 34 Mädchen — 58 0 0 12671 Schüler, davon 475 Israeliten 6902 Schülerinnen, davon 438 Israeliten. Vorstehendes nach dem Stand vom 10. Mai 1928. Personenstand-Statistik: Hessen 1926 Geb., beide Eltern israelitisch — Geb., Vater Israelit — Geb., Mutter Israelit — Geb., unehelich — Totgeboren, beide Eltern Israelit — Totgeboren, Mutter Israelit — Totgeboren, unehelich — gest. unter 1 Jahr — lieft, über 1 Jahr — Eheschließungen, Mann u. Frau Israelit 93 Ehefchließungen, Mann Israelit 16 Ehefchließungen, Frau Israelit 7 Hessen Mainz 1927 1927 187 30 7 1 8 2 7 1 7 — 1 — 1 — 12 4 303 46 110 16 13 3 12 1 Warnung! In Frankfurt a. M. und Umgebung sprechen z. Zt. Private vor, die angeben, daß sie bei den rumänischen Progromen flüchten mußten. In verschiedenen Fällen hat unsere Organisation Nachforschungen angestellt, die ergaben, daß die gemachten Angaben nicht stimmten. Man lasse sich nicht von dem Eindruck irritieren, sondern rufe uns vorsichtshalber um Auskunft an, da wir bei unserer Karthotek von 18 000 Karten meistens in der Lage sind, genaue und absolut zuverlässige Feststellungen zu machen. Israelitischer Hilfsverein Frankfurt a. M., Langestr. 30. — Tel. Hansa 3728. Im Hinblick auf obige Warnung verweist die Zentralwohlfahrtsstelle der israelitischen Religionsgemeinde Mainz die Mitglieder nochmals auf den Bezug der von ihr eingeführten Wohlfahrtsmarken. Das wesentlich Neue dieser Einrichtung ist darin zu erblicken, daß den in den Häusern vorsprechenden Durchreisenden als Unterstützung nicht mehr bares Geld, sondern nur Marken gegeben werden, die an unserer Kasse zur Einlösung kommen, sofern die Prüfung der Personalien des Durchreisenden seine Würdigkeit ergeben hat. Als der Unterstützung würdig wird nur derjenige Petent befunden, der nicht in einer der uns wöchentlich von unserer Zentrale Berlin mehrere Male zugehenden schwarzen Liste steht Für den in dieser Liste Verzeichneten kommt der Markenwert nicht zur Einlösung, sondern verbleibt in unserer Unterstützungskasse. Als höchster Unterstützungssatz für den einzelnen Durchreisenden für ein halbes Jahr, einschließlich der an der Kasse evtl, noch zu gewährenden Unterstützung, wurde ein Betrag von 10.— RM. festgesetzt. Der volle Erfolg dieser Einrichtung, den überhandnehmenden Häuserbettel sichtbar einzuschränken und zu kontrollieren, wird nur zu verzeichnen sein, wenn alle in Betracht kommenden Stellen, und zwar in erster Linie die Herren Geschäftsinhaber, sich bei Unterstützung von Durchreisenden unserer Wohlfahrtsmarken ausschließlich bedienen. Diese Marken sind in Werten von 20 Pfg., 50 Pfg. und 1 RM. in unserem Büro, Hindenburgstr. 44, zu haben und ebenso die Karten, auf welche die Marken aufzukleben sind. Die Karten werden gratis abgegeben und können, je nach Bedarf, bei uns angefordert werden. Aus ganz bestimmten Gründen werden lose Marken von unserem Büro nicht eingelöst. Unter Berücksichtigung der Tatsache, daß der Häuserbettel immer mehr um sich greift und die Gebenden ein lebhaftes Interesse daran haben sollten, nur wirklich Würdige zu unterstützen, empfehlen wir den Mitgliedern unserer Gemeinde nochmals recht dringend, Unterstützungen an Durchreisende nur in Gestalt unserer Wohlfahrtsmarken zu geben. Vorstand der Zentralwohlfahrtsstelle der isr. Religionsgemeinde Mainz. Gemeinnützige Institutionen. Die Zentralwohlfahrtsstelle der isr. Religionsgemeinde Mainz dankt den nachstehend verzeichneten Damen und Herren verbindlichst für die im Laufe der letzten Monate, ab 1. August bis 25. November 1928, ihr übergebenen Spenden in Geld oder Bekleidungsgegenständen und bittet gleichzeitig, auch ferner ihrer wohlwollend zu gedenken. Infolge des bevorstehenden Winters herrscht regste Nachfrage nach getragenen Herren- und Damenkleidern, nach Wäschestücken, Stiefeln und Strümpfen. Zuweisungen dieser Art werden nach telephonischem Anruf (737) oder brieflicher Benachrichtigung gern von uns abgeholt und dankbar entgegengenommen. Abt, Berthold Wwe. Altschul, Ennl Wwe. Berney, Gustav Berney, Moritz Blum, Frl. Rosa Cahn, Jacob Ehrenstein, Isidor Wwe. Lichten, Dr. Otto, Justizrat Lion, Ludwig London, Max, Kantor Löwenstein, Simon Mann, Willy Memelsdorf, Leo Wwe. Mayer, Bernhard Albert, Eschelbacher, S., Oberreallehrer Kommerzienrat Fröhlich, Manfred Fuld, Ludwig, Dr., Justizrat Ganz, Cäsar Gebhardt, Hans Gottschall, Adolf Wwe. Grün, David Heymann, Carl Heymann-Levitta, Hermann Hirfchberg, Siegmund Jourdan, Rosa Mayer, Frau Fr., geb. Gochsheimer Metzger, Ferdin. Wwe. Mayer & Kaufmann Neumann, Max Wwe. Reiling, Hermann Reiling, Isidor Sänger, Fräulein Nanny Selig, Josef Siegfried Sichel, Moritz Simon, Frau Berta, Gedern Kahn, Max (Gutenbergplatz) Kahn Moritz (Fa. Reis & Kahn) Simon, Eugen Kahn-Hut, Alfons Simon, Rudolf Kaufmann, Hermann Schönberger, Gebrüder Kehrmann, Frl. Julie Schwesternheim Kramer, Dr. Emil, Rechtsanwalt Strauß, Samuel Wwe. Kronenberger, Dr. Fritz Kronenberger, Ludwig, Kommerzienrat Kronenberger, Theodor Lebrecht, Ferdinand Wwe. Lebrecht, Paul Wwe. Levi, Dr. S., Rabbiner Levy, Frl. Sofie, Lehrerin Vogel, Emil Josef Wwe. Vogel, Simon . Wantuch, Frl. Klara Weis, Louis (Parkusstraße) Wild, Wilhelm Wwe. Wolff, Sally Worms, Adolf Jüdische Volksbibliotheken auf dem Lande (Wanderbibliotheken). Diese Zeilen sollen erneut die Allgemeinheit Hinweisen auf die Wanderbibliotheken der Frankfurt-Loge mit vielen hundert Bänden. Diese Wanderbibliotheken wurden vor ca. 28 Jahren durch die Frankfurt-Loge begründet und werden seit einigen Jahren durch den Landesverband für Hessen und Hessen-Nassau des jüd. Frauenbundes, der sich u. a. die Verbreitung guten Lesestoffes auf dem Lande zur Aufgabe gemacht hat, unterstützt. Die Bücherei besitzt eine ansehnliche Zahl von Jugendschriften, Schriften jüd. unterhaltenden und jüd. belehrenden Inhaltes, allgemeine Unterhaltungslektüre, volkswirtschaftliche Bücher usw. usw. Ein ausführliches Bücherverzeichnis liegt vor, das von der Versandftelle „Jüd. Volksbibliotheken auf dem Lande" (Joseph Strauß'fche Buchhandlung in Frankfurt a. M., Biebergasse 13) oder durch die Kommission des Frauenbundes: Frau Irene Darmstädter, Oberweg 33 und Frau Capell, Wiesbaden jederzeit angefordert werden kann. Dem betreffenden Ort geht eine Kiste mit den gewünschten Büchern zu; ein Vertrauensmann, resp. eine Vertrauensfrau am Oxt hat für die Auswechslung der Bücher unter der Leserschaft zu sorgen und ist auch für die Erhaltung der Bücher und deren rechtzeitige Rücksendung verantwortlich. Die Bücher werden kostenlos verliehen — nur die Kosten für die Rücksendung müssen von der Leihstelle getragen werden. Frankfurt-Loge wie Frauenbund versprechen sich von der Anregung, welche die Lektüre schafft und aus der Aussprache, die unter den Lesern entsteht, ein regeres geistiges Leben und Arbeiten besonders in den Klein-Gemeinden. Der Frauenbund erwartet, daß Ausspracheabende gewünscht werden über Fragen, die durch das Lesen der Bücher angeschnitten sind und stellt dazu gerne seine Rednerinnen zur Verfügung. Mit der Zeit hofft der Frauenbund durch solche gemeinsame Arbeit immer nähere Verbindung zu der Frauenschaft der kleineren Orte zu finden, sie an Fragen, welche die jüd. Allgemeinheit und im besonderen die Frauen berührt, teilnehmen zu lassen. Religiöse, wirtschaftliche, Ehefragen, Fragen der ethischen und körperlichen Erziehung, Rechtsfragen, Zeitprobleme aller Art sollen durch gute Lektüre angeregt, durch Aussprache gesteigert, zu einem guten und starken jüd. Leben verhelfen. 8