Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 3 (1928)
- Issue
- 10 (10.1928)
- Date
- 1928-10-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Menschen den steten Wunsch nach neuer Arbeit >md neuein Schaffen. „ Wir Lehrer und Erzieher haben u'us der Jugendlichen ganz besonders anzuuehmen. Wir vergeben uns nichts, wenn wir uns ibnen in geeigneter Weise and) da nähern, wo ivir glaiiben vorübergehend abgelehnt zu werden. Der Jugendliche neigt dazu, an allem ^trithk zu iiben,»ad es liegt besonders in unserer Heit, das ist bitg Dragische für den Beligionslehrer -- das; der He ran ivach sende meint, auch von der Beligion niedrig denken zu müssen. Wohl glaube ich, daß ivir uiis bei dieser leidenschaftlichen Kritik, der es gar oft an Einsicht und Klugheit fehlt, häufig verletzt fühleii kön- "en. Beruf und Pflicht als Erzieher gebieten uns immer ivieder sanftmütiges forschen und liebevolles Verstchenivollcn inn so mehr,!in0 gelungen ivar, einigermaßen mit den drohenden Schtvierigkeiten der Umwelt fertig zii werden, danii haben ivir erst recht zu deilken: „Wariuii sucht ich den Weg so sehnsiichlsvoll, ivenn ich ihn nicht den Brüdern zeigen soll?" Aus unseren Verbandsgemeinden. Beäitolsheim. Julius Lieber, das einzige >iind der verwitiveteil Frau Beuna Lieber, ist hier im jugendlichen Alter von 25 Jahren am 2<>. September unter sehr groster Beteiligting bestattet ivordeli. Herr lliabbiner Dr. Leivit ails Alzey hielt am Hause die Leichenrede, der er Genevis .07, 00 zugrunde legte: „Hajeled cincnnu waani 0110 ani wo." „Das Kind ist nicht mehr da, ivas fange ich jetzt an?" _•— Es begleiteten auch den Leichenzug der Männergesangverein, der vor der Predigt ein herzliches Abschiedslied gesungen und dessen Borsitzender Friedrich Held am Sarge liebevolle Worte gesprochen. Ebenso sprachen der Vorsitzende des Turnvereins Fritz Held lind der Vorsitzende vom Reichsbanner schwarz-rot gold, Fr. Wilh. Schuckman» und auf dem Friedhofe am Grabe Georg Duckgeischel im Namen der -5, Altersgenossen und -geuosiinncn, die es sich nicht nehmen liesten, den Sarg des freundes ein <-tück bis zur Friedhofsmauer zu tragen. (Oedern. Ter 8. September, der letzte Schabbos vcw Bausch- Haschonoh, gestaltete sich in unserer (Gemeinde zu einem Feste ganz eigener und seltener Art. An diesem Tage konnte Herr Lehrer 'Adolf Bauer ein doppeltes Jubiläum begehen, sein 25jähriges Dienst- und Ortsjubiläum. 25 Jahre sind verflossen, seit Herr Bauer das Seminar verlassen hat und seit dieser Heit wirkt er hier in unserer Gemeinde zur größten Zufriedenheit aller (üemeindemitglieder, und so gestaltete sich die, von der Gemeinde abgehaltene Feier, zu einem ivirklichen Gemeindefeste, an. welchen! sogar die hiesige chrislliche Bevölkerung eifrige Teilnahme zeigte. Schon am Freitag abend ivurde dem Jubilar von dem Vorstand der (Gemeinde ein wertvolles (beschenk ssilberner Leuchter und Klubsessel) überreicht. Am Samstag morgen hielr jXf sriihere Lehrer des Jubilars, Herr Lehrer Kaufmann aus schollen, im Auftrag der (Gemeinde, in der festlich geschmückten Synagoge, die bis auf den letzten Platz gefüllt ivar, eine zu Herzen gehende Bede, die riefen Eindruck auf alle Huhorer machte, Anknüpsend andie Worte der Haftarah führte er aus, rvie grost und erhaben, aber auch ivie schwer der hl. Beruf des jüd. Lehrers ist, wie nur wenige Gemeiuden dies zu würdigen und anzuerkennen ivissen, dadurch, das; sie ihm eine gesicherte Existenz geben, das; aber gerade die Gemeinde Gedern in dieser Beziehung eine rühmcnsiverte Ausnahme bildet. 'Nicht allein der Lehrer sondern auch die Gemeinde sei zu beglückivünschen, das; sie in Herrn Bauer einen solch tüchtigen und gewissenhaften Beamten besitzt, der allen Anforderungen, die ihm gestellt werden, mit seltenem Pflichteifer nachgekommen ist und es sei anerkennenswert, dast sich die Gemeinde es sich nicht hat nehmen lassen, den Jubiläumstag festlich zu begehen, um ihrem Lehrer durch äußere Zeichen den schuldigen Dank abzustatten. ~~ Auch vou anderer Seite wurden Herrn Lehrer Bauer große Ehrungen bereitet. Die höhere städtische Schule, an welcher Herr Bauer neben dem Beligionsunterricht auch noch in profanen Fächern Unterricht erteilt, veranstaltete .eine eigene Feier zu Ehren des Jubilars. Der Obmann des Bezirkslehrervereins überbrachte persönlich die Glückwünsche des Vereins. Der Kreisdirektor des Kreises Schotten, der Bürgermeister und der Ortspfarrer, sowie eine große Anzahl anderer Gratulanten, darunter viele auswärtige ehemalige Schüler, gratulierten aus schriftlichem Wege und gaben so ihrer Wertschätzung für Herrn Bauer Ausdruck. Auch die Bachbargemeinde'Oberseemen, in welcher Herr Bauer Beligionsunterricht erteilt, ehrte ihn durch Ueberreichung eines Geschenkes, ebenso liest der Landesverband der israelitischen Beligionsgemeinden Hessens ein schönes Buch mit einem'diesbezüglichen Begleitschreiben durch den Gemeindevorstand überreichen. — Möge nun Herr Lehrer Bauer auch weiterhin in bester geistiger und körperlicher Gesundheit seines hl. Amtes lvaiten, zum Nutzen und Frommen unserer Gemeinde und somit zur Förderung und Ehre des Judentums. Bnd-'Bnuheim. Am 0. Oktober d. I. wurde in Pad-Baucheim die Grundsteinlegung zu einer neuen Synagoge unter Teilnahme von Vertretern der Behörden und Kirchcngemeinden in feierlicher Weise vollzogen, lieber die Feier selbst werden wir in der nächsten Bummer einen ausführlichen Bericht bringen. Gemeinnützige Institutionen. Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Tuberlulvse unter den Juden e.B., gegr. von der weiblichen Fürsorge Frankfurt a. M. Am Bl. September d. I. fand in Frankfurt a. M. unter notarieller Leitung die öffentliche Hiehung der von der „'Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Tuberkulose unter den Juden Frankfurt am Main" veranstalteten Wertlotterie zur Errichtung eines Tuberkuloseheims im SchwarzUwld statt. An Hauptgeivinnen entfielen: eine Prämie im Werte von 5000 Mark aus Br. 104182 eine Prämie im Werte von 2500 Mark auf Br. 11007 eine Prämie im Werte von 1500 Mark auf Br. 41-177 1. Hauptgewinn im Werte von 15000 Marl auf Br. 10000 2. Hauptgewinn in, Werte von 7500 Mark auf Br. 42077 Gewinne im Werte von je 1000 Mark auf Br 51000, 01157, 88014, 05870, 104182; Gewinne im Werte von je 500 Mark auf Br 4227 422!) 18000, 08028, 58120; Gewinne im Werte von je 200 Mark auf Br 2122 5087, 8005, 2088, 80401), .01040, 04041, 05001, 7580.0, 080.0,0.' Gewinnlisten sind gegen Voreinsendung von BM. 0.20, hei Abholung gegen BM. 0.10, erhältlich in Frankfurt a. M., Kaufhaus Hansa, Kaufhaus Wronker, Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft, .Holzgraben 2, in Breslau, Jüdisches Wohlfahrtsamt, Wallstraste 7/0, in Elberfeld, Jüdischer Wohlfahrtsverband, Genügsamkeitsstraste 7, in Karlsruhe, Bund Israelitischer Wohlfahrtsvereinigungen, Kronenstraste 15, in München, Verband Bayrischer Israelitischer Gemeinden, Herzog Maxstraste 7, Sluitgal't. Württembergischer Landesverband, Hospitalstraste 20. lieber Einsicht und Versendung der Hiehungslisien in Berlin erfolgt besondere Botiz. Bücherschau. Von drei Autoren des Malit-Verlags, der — um mir einige Mimen zu nennen Wera Figner, Lydia Leyfutlina, Alerandra K'ollontay und ttplüu Sinclair uns nahe gebracht hat, vou drei Autoren dieses verdienstvollen Verlages soll heute die Bede sein: von G o r k i, E h r e n b u r g und B a b e I. Bun, von Gorki ist neues kaum nach zu sagen; man kennt seine starke, eindeutige Sprache, sein warmes Herz und seinen klare» Blick, man iveist, wie er das Leben ergreift und wie er es begreift, wenn es in Licht und Finsternis ilm, sich zeigt. Vieles hat er mitangesehen auf den verschlungenen Wegen seiner Wanderschaft, über die er in den autobiographischen Büchern „Meine Kindheit", „Meine Universitäten", „Wanderer in den Morgen", VITAL?'4: MM Wir suchen an allen Orten noch hervorragende Mitarbeiter für alle Versicherungszweige, ganz besonders für die Lebensversicherung. Herren mit erstklassigen Beziehungen zu Handel und Industrie sind gebeten, sich mit uns in Verbindung zu setzen. National* Versicherungs-Konzern Stettin, RoßmarkE 2. 7