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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1928-08-01 · 8 (8.1928) · p. Seite 5

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
3 (1928)
Issue
8 (8.1928)
Date
1928-08-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Heinemann Hermann, Firma Herz Karl Herzog Jaques Hetz Dr. Karl Heymann-Levitta Hirschberg Siegmund Kahn-Epstein Fritz Kaplan Albert Kehrmann Fräulein Klein Frau Lina, Franks. Koch Alfred Kramer Dr. Emil, Rechtsanw. Krauskops Leopold Kronenberger Dr. Fritz Lichten O. Dr., Justizrat Lion Michael Oskar London Max, Kantor Löwensberg Emil Mayer & Kaufmann Mayer B. A., Kommerzienrat Mayer Moses Wwe. Metzger Michael Metzger Robert Nathan Fräulein E. Oppeuheim Moritz Oppenheimer Wilhelm Picard Dr. med. Julius Pintus Ernst Raphaelssohn Alfred Reis Jacob Rheuusloge U. O. B. B. Roseuberg Eruil Rosenthal Alex a. M.Salomon Karl Scheuer & Plaut Schönberger Fräulein Schwesternheim Sichel Hermann Sichel Moritz Simon Berta Wwe., ((Gebern Ober Hessen) Simon Dr. Karl Stern Artur Strautz Artur Wild Wilhelm Wwe. Waisenpflegeberein Wolf Emil, Baukdirektor Wolfs S. jr. «Firma) Bücherschau. Aus fünf Veröfsentlichuugen sei hier zusammensassend hingewiesen, weil sie dem Stoffe und der Tendenz nach zusammengehören. In den letzten Jahren hat inan sich mit iutensibem Eifer der Erforschung der Geschichte jüdischer Gemeinden zugewendet und hat durch die Bearbeitung alter Dokumente und Archivalieu sowie sonstigem in Frage kommenden Materials beachtenswerte Ergebnisse zu Tage gefördert. Unsere Kenntnisse vom Leben und Treiben der Juden in Städten und Landschaften haben dadurch wesentliche Bereicherung erfahren. Diese Monographien werden über kurz oder lang das Bauzeug für die unerläßliche Bearbeitung einer Geschichte und Kulturgeschichte der Juden in Deutschland abgeben. In der Reihe der „Schriften der Historischen Kommission des Verbandes der bayrischen israelitischen Gemeinden" ist aus der Feder des Tr. M. Weinberg, Rabbiner in Neumark (Ober- Pfalz), ein erstes und ein zweites Bäiidchen erschienen, in welchen die früher voit dernselben Verfasser in Angriff genommene Geschichte der Juden in der Oberpsalz, fortführend bearbeitet wird. Band I befaßt sich als Nr. IV mit der Geschichte der Gemeinde Sulzbürg (München 1927, 44 Seiten, Kommissionsverlag der Ewer-Buchhandlung); Band 11 ist als Nr. V der Erforschung der Geschichte des Herzogtums Sulzbach init deit Gemeiiiden Sulzbach und Floß gewidmet «München 1927, 112 Seiten, Kommissionsverlag der Ewer-Buchhandlung). In diesen beiden Bänden wird die Geschichte der genannten drei Gemeinden von ihrem Anbeginn an in ihren Sonderheiten mit Gründlichkeit geschildert. Außer der Gemeindegeschichte wird aber auch Familiengeschichtliches erhellt, so daß nicht nur Geschichtsbeslissene sondern auch Laien, welche aus den genannten Gemeinden stammen, in diesen Büchern anregende Belehrung finden werden. Der Verfasser hat sich durch sein Werk, der bayrische Landesverband durch die Förderung dieser Studien ein Verdienst erworben. Tänzer, Tr. A., Rabbiner in Göppingen, befasst sich in einem umfangreichen Werke von 573 Seiten mit der Frage „Die Geschichte der Juden in Jebenhausen und Göppingen" «.Verlag von W. Kohlhammer, Berlin, Stuttgart, Leipzig 1927, Preis 15.— Mk.). Jebenhausen ist zwar nur ein Dorf, in welchem vor 150 Jahren eine jüdische Gemeinde gegründet wurde und diese Gemeinde hat vor nahezu einem Menschenalter ausgehört zu bestehen. Wenn sie auch die Muttergemeinde für die Gemeinde Göppingen war, so ist in ihrer Geschichte doch ein zeitlich und räumlich sehr begrenztes Geschichtsbild gegeben. Der Verfasser hat aber recht, wenn er trotzdem seiner Arbeit eine weitreichende Bedeutung zumißt, weil es ihm gelingt aus der Fülle und Ausschöpfung des Materials ein treffendes Bild dafür zu zeichnen, wie sich die Lage und das Leben der deutschen Juden vom 18. Jahrhundert an entwickelt hat, wie diese Trödler und Handelsjuden durch Fleiß und Kenntnisse, sowie durch Redlichkeit, zu angesehenen Kaufleuten und Industriellen wurden und wie diese verächtlich behandelten Ausgeschlossenen zu Mitarbeitern und Förderern wertvollen Kulturstrebens emporwuchsen. Statistische Tabellen-, Orts¬ und Namensregister geben dem Werke Tänzers eine erhöhte Bedeutung für geschichtliches Ouellenmaterial. Krakauer, I. Geschichte der Juden in Frankfurt a. M. (1150—1824) 2. Band, Verlag I. Kaufmann, Frankfurt a. M. 1927, 553 Seiten, Preis brosch. Mk. 12.50, Ganzleinenband Mk. 15.—, Halbleder Mk. 17.—. Zwei Jahre nach Erscheinen des ersten hat Hedwig Krakauer den zweiten Band dieses umfassenden Werkes nach dem Manuskripte I. Krakauers der Oeffentlichkeit übergeben. Das gesamte Werk umfaßt die Geschichte der Juden in Frankfurt a. M. von 1150—1824. Der jetzt veröffentlichte zweite Band bringt in 9 Kapiteln die Zeit vom dreißigjährigen Kriege bis nach dem Wiener Kongreß mit Einschluß des Senatserlasses vom Jahre 1824 zur Darstellung. Quellenverzeichnisse und Register von gründlicher Vollständigkeit beschließen das Werk. Die Fülle des Materials ist bis ins einzelne durchforscht, zuverlässig und großzügig bearbeitet. Die aufgezeigten geschichtlichen Begebenheiten greifen bei der Bedeutung, weiche der Frankfurter Judengemeinde auch in den vergangenen Jahrhunderten zukam, weit über die Grenzen der Stadt und Gemeinde Frankfurt hinaus. Jedes einzelne Kapitel, auch wenn es scheinbar trockene historische Daten ankündigt, ist von fesselnder Kraft des Inhalts und der Darstellung. Besondere Erwähnung verdient aber das 15. Kapitel, welches unter dem Titel „Die Judengasse im 18. Jahrhundert" ein farbenreiches mit Namen und allen Einzelheiten belegtes Kulturbild zeichuet. An dieser Schilderung wird auch jeder Laie eine wahre Freude empfinden. Krakauers Werk ist eiue vorbildliche geschichtliche Arbeit; sie wird den Namen des gelehrten Verfassers in ehrenden Ruhm bewahren und erwirbt dein Vorstand der israelitischen Gemeinde Frankfurt a. Ni., welcher das Werk herausgegeben hat, den Dank weitester Kreise. Freudenthal, Tr. Max: Leipziger Messegäste, die jüdischen Besucher der Leipziger Messe in den Jahren 1075—1764. Verlag I. Kanffmann, Frankfurt a. M. 1928, 232 Seiten, Preis broschiert Mk.8.60, geb. Mk. 10.—. Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums hat mit ihrer Veröffentlichung Nr. 29 ihrer Schriftenreihe sich ein dankenswertes Verdienst erworben: sie briiigt cm Werk aus der Feder des Nürnberger Rabbiners Dr. Mar Freudeuthal. Freudenthal versteht es, geschichtswisseiischaftliche Stoffe jüdischen Inhalts aufzuspüren, welche nicht nur den Fachgelehrten interessieren, sondern aiich weitesten Kreisen dauernde Belehrung bieten. Er versteht es aber auch, die mit großem Aufwand an Wissen und Zeit aus Archivalien uiid Dokumenten heraiisgeschälten Stoffe so zu verarbeiten, daß ein in sich geschlossenes wissenschaftliches Gebilde sich ergibt. Seine in der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums" im Jahre 1.901 gebrachten Vorarbeiten über die im Dresdener Staatsarchiv vorhandenen Leipziger Meßbücher und insbesondere über die jüdischen Gäste der Leipziger Niesten haben mit beut vorliegenden Werke einen zusammenfassenden Abschluß für die Zeit von 1075—1704 erfahren. Das Werk bringt tticht ntir eine ttach den Herkunftsorten geordnete ttamentliche Liste der jüdischen Messebesucher in der geuanuten Zeit, es zeigt in einer einleitenden Bewertung des Nametinnb Zahlenmaterials auch die Bedeutung nnf, welche die jüdischen Kaufleute der deutschen, polnischen und böhinischen Ländereien, für das Aufblühen der Leipziger Messe und des Handels besaßen' tutb welche Bedeutung andererseits die Leipziger Messe und die dainit zusammenhängenden Zusammenkünfte der Juden aus verschiedenen Ländern uitd Städten für das religiöse, geistige uitd soziale Leben der Juden uttd der Judengemeiitden besaß.. Die Veröffentlichung Freudenthals verdiettt uneingeschränkte Anerkennung, die Gesellschaft ztir Förderung der Wissenschaft des Judentums, welche seit den Kriegsjahren um die Fortführung ihrer verdienstvollen Tätigkeit schwer zu kämpfen hat, verdiettt auch um dieser Veröffentlichung willett nachhaltigste Förderttitg. Travers Herford, R.: Die Pharisäer. Uebersetzung aus dem Englischen voit Dr. Walter Fischel. Verlag Gustav Engel, Leipzig, 1928, 290 Seitett. Preis geh. M. 9.—, geb. M. 10.50. Herford hat schon int Jahre 1912 eilte gründliche Arbeit über den Pharisäismus veröffentlicht; wenit er nun int Jahre 1928 in einem neuert ausführlichen Werke über das gleiche Stoffgebiet an die Oeffentlichkeit tritt, so beweist dies, wie dieser Gelehrte sich um die Durchforschung einer selbstgestellten Aufgabe müht und in wahrer Wissenschaftlichkeit immer wieder eilt Problem zu lösen sttcht. Daß eilte tteue Untersuchung neue Ergebnisse zeitigt, daß also früher gewonnene Ergebnisse abgeändert oder doch ergänzt werden müssen, schreckt diesen Forscher nicht: ihm geht die wissenschaftliche Wahrheit über alles. So ist es diesem nichtjüdischen Gelehrten gelungen, durch gründlichste Kenntnis des jüdischen Schrifttums, frei von jedem Vorurteil, das weit zerstreute und schwierige Material seiltes Untersuchungsgebietes zu sammeln und zu werten und ein bedeutungsvolles Bild voit der Geschichte, von der Lehre uitd dem nachwirkenden Einfluß der Pharisäer zu zeichnen. Wenn man bis in die neue Zeit hinein von Pharisäern als von Heuchlern sprach uitd dieses Vorurteil besonders in christlichen Kreisen lticht zu beseitigen war, so lag dies an der mangelnden Kenntnis des pharisäischen Lebens uitd Geistes. Herford 5

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