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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1928-07-01 · 7 (7.1928) · p. Seite 4

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
3 (1928)
Issue
7 (7.1928)
Date
1928-07-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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gehalte in Oberhessen aus einer einheitlichen Landjndenschastskasse bestritten werden, erklärt er sich für einen Einheitsverband und gegen einen unbedingten Abbruch der Verhandlungen. Herr Lehrer Kahn, A l sf e l d, Mitglied des Oberrats und Obmann der orthodoxen Lehrer Hessens, ist Mitglied der sechsgliedrigen Kommission. Auch er wünscht, daß das Oberratskollegium die Verhandlungen bis zum äußersten fortsührc. Er macht daraus aufmerksam, daß nur ein Teil der unserem Verband nicht angeschlossenen Gemeinden — und unter diesem nur eine einzige größere Mittelgemeinde — Mitglied des orthodoxen Verbandes sei. Dieser daher kaum das Recht für sich in Anspruch nehmen könne, sich als ein Landesverband zu bezeichnen. Auch die orthodoxe Religionsgesellschaft in Gießen erstrebe einen Anschluß an unseren Verband und habe denselben lediglich ans Rücksichtnahme auf ihren Herrn Rabbiner noch nicht bewirkt. In unserem Verband, seiner Verwaltung und seiner Vertretung seien orthodoxe Mitglieder. Bei den Verhaiidlnngeii habe man der Orthodoxie Vetorecht im Oberrat zugestaiideii, aber auch dieses habe deii Ilnterhäiidlern der Gegeiiseite nicht geiiügt. Herr Steänberger, Alsfeld, der auf seine schon vor zwei Jahren eingeleiteten Einigungsverhandlurigen hiiiweist, Herr Ferd. M a y e r , H a r x h e i m , der Herrn Rabb.Dr. Levi für feine Arbeit int Dienste der Landgemeinden dalikt und alt die Anfrechterhaltung des Einheitsgedankens appelliert, sowie Herr Rabbiner Dr. S a ii d e r , der darauf hinweist, daß in Oberhessen, trotz der gespaltenen Rabbinatsbezirke, die Trennung in bezug auf die Lehrer, niid auch sonst, nicht scharf durchgeführt sei, sie alle treten für eine weitere Verhatidlniig ein. Herr Rabbiner Dr. Levi beatitragt die Annahme folgender Nesoliltioii: „Ter voiil Hessischen Landesverband gesetzestreuer Synagogengemeinden in Darmstadt unterbreitete Entwurf erscheint dem Landesverband der israelitischen Religionsgemeinden Hessens als Grundlage für eine Zusammenarbeit uiigeeignet. Ter Landesverband der israelitischen Religionsgemeinden Hessens ist aber im Interesse des hessischen Gesanitjudentnriis niid in der Erwartung des notwendigen einheitlichen Znsammenschlnsses zur Weiterverhandlung bereit." Es treten für dieselbe ein, Lehrer Stern, Alzey und Rabbiiter Dr. Holzer, Worms. Herr Rechtsanwalt Benno Joseph, D a r m st a d t berichtet über eine wegen der Gestaltung des Kirchensteuergesetzes im Miiiisterinm siattgehabte Konferenz, in bereu Verlauf die Gesinnung des Vorsitzenden des Hessischen Landesverbandes gesetzestieuer Synagogengemeinden zutage getreten sei. Er, der Redner, babe angetragen, es bei der differenziellen Behandlung des Austritts aus der Kirche iiub des ans der örtlichen israelitischen Geiueinde aus finanziellen Gründen zu belassen. Denl sei Herr Rabiiter Dr. Merzbach entgegengetreten, und habe erklärt, er verviöge hieriii keilten Unterschied zu erblicken, da (zwischen ihm und den Antragstellern) es sich um ein anderes Bekenntnis handle. In dieser Aentzerung erblicke^ er die Privatmeinung des Herrn Dr. Merzbach bzw. auch die des Herrn Sanitätsrat Dr. Bodenheimer, und nicht die der durch sie vertretenen Gemeiitdemitglieder. Er sei daher trotz dieses Vorkommnisses für die Weiterverhandlung behufs Erzielung eines einheitlichen Verbandes. Herr Steiiiberger, Alsfeld tritt als orthodoxes Mitglied der von Herrn Joseph reproduzierten Aeußerung entgegen itnd tritt für ein brüderliches Zusammentreten ein. Die Herren Justizrat Dr. G o l d s ch m i d t, Offenbach; G o l d s ch m i b t, Alte n stadt; Kahn, Alsfeld; Kaufmann, Schotten und Kommerzienrat Krönender ger, M a i n z ersuchen, sich nunmehr für Weiterverhandlung zu entscheiden. Herr Rechtsanwalt Dr. Stahl, Bad-Nauheim wünscht Abstimmung über die Resolution Dr. Levi. Herr Hermann R e i l i n g , Mainz bezeichnet sich als Mitglied der Mainzer Religionsgesellschaft. Vermöge seiner Bekanntschaft mit Mitgliedern verschiedener Gemeinden, wisse er, daß die Gesinnungen derselben nicht so extrem seien, als hier geschildert ivorden sei. Er wisse, daß man den Standpunkt einnehme: Es uiuß eine Lösung gefunden werden und es wird eine Lösung gefunden werden. Er appelliere daher an die stimmberechtigten Mitglieder des Gemeindetages, die Resolution so zartfühlend wie möglich zu fassen; bei gutem Willen werde es zu einer Verständigung kommen. Herr Ebert, O st Hofen beantragt, den Oberrat zu ermächtigen, im Sinne der gegebenen Linie zu verhandeln und ersucht den Gemeindetag die Abstimmung hierüber per Akklamation vorzunehmen. 4 Nachdem Herr Herzog, N i e d e r - S a u l h e l m angeregt hat, zum nächsten Gemeindetage die Vorstände der abseits stehenden Gemeinden als Gäste zu laden, wird über die Resolution Dr. Levi abgestimmt und hierbei dieselbe einstimmig zum Beschluß erhoben. Der Vorsitzetide berichtet über die Konstituierung einer Reichsarbeitsgemeinschaft der deutschen Landesverbände, und über die Beschlußfassung der Statuten für einen Retchsvcrband der deutschen Juden, über die Aufgaben dieser Körper, ihre Leistungen und die Lasten, die den Landesverbänden hieraus erwachsen werden. Bei der sich hieran anschließenden Aussprache beteiligen sich der Referent, Rechtsanwalt Rothenberger, Gießen, Rabbiner Dr. Holzer, Worms; Moritz B e r n e 1), Mainz; Ludwig Ebert, O st h o f e n und Rabbiiter Dr. Levi, M ainz. Es wird sodanit solgende Resolution einmütig angenommen: „Der Oberrat wird ermächtigt, den Beitritt des Landesverbartdes zum Neichsverband zu erklären, falls derselbe sämtliche größeren Landesverbände umfaßt." Herr Rabbiner Dr. Sander, Gießen, Vorsitzender des Schulausschusses, referiert über die seitherige Wirksamkeit dieses Ausschusses, die Unterrichtsverhältnisse im allgemeinert, die Vor- und Ausbildung der Lehrer und Schochtim, deren schlechte wirtschaftliche Lage niid die Notwendigkeit für weitere Besserstelluiig der Lehrer in materieller Hinsicht und für eine ideelle Bewertung ihrer Leistungen besorgt zu sein. Hierzu sei die Kraftanstrengung einer jeden eiitzeliten Gemeinde erforderlich itnd mir in den dringendsten Fällen, in denen die Gemeinden bei äußerster Krastanstrengung nicht in der Lage seien, alle notwendigen Kosten selbst aufzubringen, müsse und werde der Oberrat helfend eingreifeii, tun dem religiösen Sterben der Gemeinden entgegenzuwirken. Herr Rabbiner Dr. Levi berichtet über die besonderen Verhältnisse in Rheinhessen. Herr Lehrer Kahn, Alsfeld, Vorsitzender des hessischen Landeslehrervereins, utiterstreicht die Ausführungen der Vorredner, erwähnt den Lehrermartgel, die geringen Einkommensverhältnisse der hessischen Lehrer und das durchschnittlich abnorm hohe Alter der Stelleninhaber. Die Herren Bankdirektor Reis, Fried b erg; Ludwig Ebert, O st Hofen und Krämer, Friedberg stelleii der geringen Lehrerbesoldung die hohen Steueraufkommen der Gemeinden gegenüber. Herr Kaufmann, Schotten wünscht höhere Beiträge von den die Verbandslehrer in Anspruch nehmenden rheinhessischen Gemeinden. Herr Michel, Schornsheim verlangt Ueberwachung des Religionsunterricht durch ein Organ des Verbandes. Herr Rabbiner Dr. Levi erwidert darauf, daß dies in seinem Bezirk der Fall sei, daß jedoch dem Bezirksrabbiner durch das Elternhaus vielfach Schwierigkeiten bereitet werden. Nach 14 Uhr wird dem Vorschlag des Verbandsvorsitzenden, eine einstündige Pause eintreten zu lassen, entsprochen, und der Einladung der Mainzer Religionsgemeinde zu einem Imbiß Folge geleistet. Im Auftrag des Ersten Vorstehers heißt das Vorstandsmitglied, Herr Kommerzienrat Ludwig K r o n e n b e r g e r, die Gäste im festlich beleuchteten Trausaal willkommen. Das infolge Domizilverlegung nichtmehr zur Wiederwahl kommende Mtglied des Oberrats, derzeitiger Erster Vorsteher der israelitischen Gemeinde Bingen, Herr Julius S i tn o n , sankt der Mainzer Gemeinde für ihre mustergültige Bewirtung; ihm schließt sich der als Gast anwesende Vorsteher der israelitischen Gemeinde Gau-Algesheim, Herr Mayer an; Herr Eduard Simon, Präsident des Mainzer Hospitals, macht die Provinzgemeinden auf das durch ihn vertretene Institut, das jetzt im Begriffe stehe, eine gynäkologische Abteilung zu eröffnen, aufmerksam. Nach Verrichtung des Tischgebetes durch Herrn Rabbiner Dr. Holzer wird zur Fortsetzung der Verhandlungen geschritten. Villeroy & Boch, Mainz ■■■■■■■■■■; Keramische Werke A.-G. Mosaiklajter ■■■■■■!■■■! Kaiserstraße 18 ★ Fernsprecher 728 ■■■■■■■■■■■ ■■■■■■■■■■■ Mettlacher Wand- und Fußbodenplatten!■■■■■■■■■■ Feuertonwaren * Baukeramik ■■■■■■■■■■■ Kachelöfen und Kachelherde SSSS5SSSSSS Lieferung und Ausführung!

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