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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1928-07-01 · 7 (7.1928) · p. Seite 3

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
3 (1928)
Issue
7 (7.1928)
Date
1928-07-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Die Lehrer des Verbandes wirken in verschiedenen Orten abwechselnd als Vorbeter. Einer derselben unterrichtet zur Zeit wöchentlich in elf verschiedenen Gemeinden. Außer den hauptamtlich für den Verband tätigen Lehrern haben 10 Lehrer Stundenhonorare bezogen. An insgesamt 25 Personen sind Honorare gezahlt worden. Was die Schächtfrage anbetrifft, so muß ich Ihnen zu meinem Bedauern sagen, daß dieselbe noch nicht zum Ab- ' schluß gekommen ist. Es haben die in München vorgenommenen Versuche des Schächtens nach vorhergegangener elektrischer Betäubung den Beifall aller Anwesenden gefunden; es ist jedoch noch nicht gelungen, alle Bedenken zu zerstreuen und das Verfahren als religionsgesetzlich einwandfrei und zulässig zu erklären. Ein Zuschuß wird vom Schächtschuhkomitee in Berlin verlangt; wir hatten im vergangenen Jahr 300,— dt bewilligt. Der Begräbnisplah der Gemeinde Sörgenloch, die nur noch aus einer 82jährigen Frau und deren Tochter besteht, ist laut notariellem Akt vom 27. Juni in unseren Besitz übergegangen, ebenso wie das Eigentum der aufgelösten Gemeinde Kirch-Brombach unserem Landesverband übertragen ist und, insoweit noch nicht geschehen, in seinen Besitz übergeführt werden wird. Die auf dem vorjährigen Gemeindetag bereits als notwendig bezeichnete Erhebung von 5 Prozent Verbandsbeiträgen hat stattgefunden. Das damals ausgesprochene Ersuchen, die kleinen Gemeinden möchten dem Verbände über die üblichen kleinen Beiträge (von 10 bis 50 dt) hinaus Zuwendungen machen, ist leider wirkungslos verhallt und zeugt nicht von einer großen Opferwilligkeit dieser Gemeinden. Der Oberrat bedarf der Mitarbeit weiterer Kreise, um die Erhaltung der Vermögen der in Auslösung begriffenen Gemeinden und um die Begräbnisplätze sicher zu stellen. Die Kartothek der Besteller des Mitteilungsblattes wird ständig weitergeführt; hierzu sind zweckdienliche Mitteilungen und namentlich die Adressen der in den Orten Altwiedermus, Arheilgen, Beuern, Dieburg, Eberftadt, Eckartshausen, Eppertshausen, Großen-Buseck,Groß-Nohrheim, Groß-Zimmern, Kirchbrombach, Leihgestern, Obermockstadt, Urberach, Watzenborn und Sprendlingen wohnhaften Familien erwünscht. Das Mitteilungsblatt erfordert immer noch einen Zuschuß von 2719,43 <M und sollten doch unsere Mitglieder, besonders in den größeren Gemeinden, durch Aufgabe von Annoncen das Blatt besser unterstützen, damit dasselbe lebensfähig bleibt und keines Zuschusses mehr bedars. Es wäre sehr bedauerlich, wenn die Existenz des Blattes in Frage gestellt würde. Hiermit ist mein Bericht erschöpft; ich gebe dem Wunsche Ausdruck, daß das nächste Verbandsjahr sich zu einem segensreichen entwickeln möge. Meine Mitarbeiter im Oberrat aber versichere ich meines herzlichen Dankes für ihre Tätigkeit. H. Protokoll über den am I.Juli 1628 im Vortragssaale der israelitischen Religionsgemeinde Mainz, auch Dem einigen Zuhörern besuchten 3. Gemeindetag. Es sind mehr als 100 Abgeordnete anwesend, und durch diese fast sämtliche Verbandsgemeinden bzw. Stimmbezirke vertreten. Der Verbandsvorsitzende, Herr Kommerzienrat Bernhard Albert Mayer, begrüßt die Erschienenen zugleich als Erster Vorsteher der israelitischen Religionsgemeinde Mainz, er stellt die erfolgte rechtsgültige Berufurig des Gemeindetages fest, uird bittet Herrn Rabbiner Dr. Sander bie Tagung zu eröffnen. Herr Dr. S a ir d e r begrüßt die Versammlung, die zur Erledigung von Gemeindegeschäften, l'schem fcholnajiin, frei von Selbstsucht und Herrschsucht, zur Ehre des Judentums und unserer hessischen Gemeinschaft zusammengetreten sei, in Mainz, der Gemeinde, die im dunklen Mittelalter durch ihre Märtyrer „k'doschim" und ihre großen Lehrer der Judenheit den Weg vorgezeichnet und erleuchtet habe. Auknüpfend an die Sidra voriger Woche führt er aus, daß auch bei einer Arbeit, l'schem schomajiin, ein Streit möglich sei, es führe jedoch auch dieser zur Heiligung des Schöpfers, wenn man im Gegner den Mitbruder betrachte. Er feiert die Tätigkeit des Landesverbandes, die daraus abziele, das Licht der Thora auch in den entlegensten Orten zu entzünden. Der Vorsitzende erstattet sodann den an anderer Stelle abgedruckten Geschäftsbericht und dankt seinen Kollegen im Oberrat für ihre Mitarbeit. Auf Ersuchen des Vorsitzenden referiert Herr Justizrat Dr. G o l d s ch m i d t, Ossenbach über die mit dem hessischen Landesverband gesetzestreuer Synagogengemeinden wegen einerkünftigen Zusammenarbeit geführten Verhandlungen. In einer aus Anregung des gesetzestreuen Verbands in Frankfurt a. M. stattgehabten Versammlung, die von je 10 Delegierten beschickt war, sei eine aus je 8 Mitgliedern bestehende Kommssion zwecks Weitersührung der Verhandlungen gebildet worden. Diese Kommission sei zusammengetreten, und es seien hierbei diesseits Einwendungen erhoben worden gegen die von dein gesetzestreuen Verbände gewünschte Begründung einer Konserenzgemeinschast zweier selbständiger hessischer Landesverbände. Eine solche Konserenzgemeinschaft besitze keinerlei Autorität, sie könne daher die Arbeit unseres Verbandes nur hemmen und erschweren. Wiewohl eine Verständigung nicht erzielt sei, beantrage er bei dem Gemeindetage, den Oberrat zu ermächtigen, die Verhandlungen sortzusühren. In uiiserern kleinen Hessen inüsse es einen einheitlichen Verband geben; er fürchte feine Opposition und sei zu jeder Konzessioii bereit. Aehnlich äußert sich Herr Rabbiner Tr. L e v i, Mainz. Ideelle und materielle Gründe erheischten einen Zusammenschluß; für Wohltätigkeit uiid Abwehr voii Angriffen bedürfe es jedoch keiner Landesverbände, wie es der Entwurf des gesetzestreuen Verbands für eine Konserenzgemeinschast vorsehe; zur Betvältigung dieser Arbeitsgebiete genügten die in den: C.-V. und in den Zentralwohlsahrtsstellen bereits festgefügten Organisationen. Redner weist daraus hin, daß der Landesverband seinen Gemeinden, wie in jeder Beziehung so auch in der Lehreranstellung das Selbstbestimmungsrecht gewährleiste; er teilt mit, daß er und seine beiden Kollegen in der Verhandlungskommission die Schaffung einer Kassenteilung für orthodoxe und liberale Zwecke in Vorschlag gebracht und dabei bemerkt haben, daß, wie seither schon, von liberaler Seite ausgebrachte Mittel auch für orthodoxe Zwecke Verwendung zu finden hätten. Man habe daraus erwidert, man wolle Gelder nicht aus einer Kasse beanspruchen, zu der man nichts beisteuere. Indem Redner auch daraus hinweist, daß die Rabbinats- A. Metzger * Frankfurt a. M. Telefon: Hansa 1293 Börnestraße 39 Unter Aufsicht der Ritualkommission der Israelitischen Gemeinde ______ Ein Versuch mit meinem Verlangen Sie AllgäUCT LtSNgSNltSS« ,meine Preisliste t c. j « ..... überzeugt Sie von der erstklassigen Qualität Möbelfabrik Ph. Zahn, Mainz Ballplatz 7 Domstrasse 2 Schlaf-, Speise- und Herrenzimmer nebst Küchen in gediegener Ausführung bei billigster Preisstellung. 3

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