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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1928-06-01 · 6 (6.1928) · p. Seite 7

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
3 (1928)
Issue
6 (6.1928)
Date
1928-06-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Aus der israelitischen Religionsgemeinde Mainz Hauptsynagoge Mainz. Die derzeitigen Inhaber von Synagogenplätzen können ihre Karten in der Zeit vom 18. bis 28/Juni d.I. gegen Ausweis und Zahlung des Mietpreises erneuern. Bestellungen auf andere als im Vorjahre innegehabte Plätze können nur vorgemerkt werden, wenn dieselben bis zu genanntem Tage schriftlich bei uns eingereicht werden. Die Zuteilung erfolgt später. Die Gemeindekasse (Hindenburgstratze 44, Eingang Gabelsbergerstraße) ist geöffnet: Montags bis Freitags von 9—1214 Uhr vormittags. Mainz, den 11. Juni 1928. Vorstand der ifr. Religionsgemeinde. Mainz. Der Israelitische Waisenpslegeverein beging am 6. Mai d. I. das Fest seines 75jährigen Bestehens in den mit frischem Grün ausgeschmückten Räumen der Rhenusloge. Eine zahlreiche Teilnehmerschar hatte sich eingefunden, darunter die Vertreter der Stadt Mainz und ihrer Behörden, die Vorstände der israelitischen Religionsgemeinde und Religionsgesellschaft, sowie vieler Vereine; außerdem noch eine Reihe'von Gästen, auch die beiden ältesten Vereinsmitglieder, die die Vereinsgründnng erlebt hatten. Die akademische Feier umrahmten mehrere musikalische Darbietungen: Haydn's „Präludium", Meudelssohu - Bartholdy's „Allegro" aus der zweiten Orgelsonate von Fräulein Käte Hackebeil auf dem Harmonium mit gutem Gelingen gespielt, während Fräulein Loni Meinert mit gewohnter Meisterschaft und tiefer Empfindung „Die Himmel rühmen" von Beethoven, und ,Gebet" von Hiller zu Gehör brachte. Ein sinnig gedichteter „Vorspruch" des einheimischen Gemeindemitglieds Ernst Hartmann gelangte durch einen Zögling des Vereins verständnisvoll zum Ausdruck. Den Mittelpunkt der Feier bildete die Ansprache des Justizrats Dr. O. Lichten, der seit 20 Jahren dem Vorstand angehört und seit 8 Jahren Vorsitzender des Vereins ist. In anschaulicher Weise entwickelte er zunächst die Geschichte der Juden in Mainz von den Tagen der Römer an bis zur Gegenwart. Sodann gab er ein Bild der Entwicklung des Israelitischen Waisenpslege-Vereins seit der Gründung, als am 2. Mai 1853 anläßlich der Einweihung der damaligen Hauptsynagoge 24 Gemeindemitglieder auf Anregung ihres Rabbiners Dr. Aub den Verein ins Leben riefen — bis zu den heutigen Tagen. Er wies auf das stetige Emporblühen des Vereins im crsicn Halbjahrhundert hin, kam dann auf den jähen Stillstand mit. Beginn des Weltkrieges, sowie die wirtschaftlichen Folgen der schlimmen Nachkriegszeit zu sprechen und schließlich auf die Wiedererneuerung und Festigung des Vereiiis nach irnien und ailßcn, die sich in der neuen Satzung, dem Vereinsgesetz, wiederspiegelt. Er schloß mit denr Gelöbnis des Vorstandes, die Aufgaben des Vereins int Sinne der Stifter und Vorfahren weiter zu ersülleu und die Sorge für Witwen und Waisen nach der Ueberlicserung und den Grundsätzen der jüdischen Religion auch in Zukunft stets hochzuhalten. Lebhafter Beifall folgte den Ausführungen des Vorsitzenden. Nachdem der Vertreter des Herrn Oberbürgermeisters der Stadt Mainz, Herr Beigeodneter Ludwig Eppstein, und Herr Direktor- Obmann für den Abwehrverein ihre Glückwünsche ausgesprochen hatten, ergriff Herr Rabbiner Dr. S. Levi als Vertreter des Rabbinats, des Zentralvereins, und des jüdischen Altertumsvereins das Wort und überbrachte seine Glückwünsche in herzlichster Weise. In tiefgründiger Ausführung legte er dar, daß die Betreuung der Witwen und Waisen von Urzeiten an religiöse Pflicht der jüdischen Familie war, und erst in neuerer Zeit in der vom Verein geübten Form sich umgebildet habe. Kultussteuer. Die Entrichtung der im Vorjahre angeforderten Vorauszahlungen auf die Kultussteuer 1928 wird hiermit in Erinnerung gebracht. Das 1. und 2. Ziel können ohne Mahngebühr bis zum 25. Juni d. I. entrichtet werden. Mainz, den 8. Juni 1928. Kaffe der israelitischen Religionsgemeinde. Ihm folgte Herr Kommerzienrat Ludwig Kronenberger als Vertreter der israelitischen Religionsgemeinde und der Zentralwohlfahrtsstelle, der darauf hiuwies, daß das Wohltun nach den Grundsätzen der jüdischen Religion ein Gebot uni) gleichsam ein Recht des Bedachten darstellt. Darauf sprachen noch Herr Jsaac Fulda als Vertreter der israelitischen Religionsgesellschaft, sowie des Hilfsvereins, Herr Ernst Heiden-Heimer für den Hilfsverein der deutschen Juden, Frau Stefanie Gebhardt für sämtliche jüdischen Mainzer Frauenvereine, Herr Direktor Eduard Simon für das jüdische Hospital, Herr Rechtsanwalt Otio Neumann für die Rhenusloge, welche ihre schönen Räume für die Feier zur Verfügung gestellt hatte. Weitere Glückwünsche überbrachten noch Herr Fritz Loewensberg für den israelitischen Heizungsverein und endlich die Herren Hugo Cahn, sowie Isidor Haas für die von ihnen vertretenen Vereine. Außerdem war eine große Anzahl Glückwunschschreiben und Telegramme eingelaufen. Der Vorsitzende schloß die erhebende Feier, indem er allen Rednern für ihre warme Anteilnahme dankte. In den Händen der Gäste befand sich der Jahresbericht für die sich anschließende ordentliche Mitgliederversammlung, der einen kleinen Abriß der Vereinsgeschichte aus der Feder des Vorsitzenden enthält. Anläßlich des Gedenktages stiftete der Verein 500 RM.znr Unterbringung feiner Zöglinge und anderer bedürftiger Kinder der Gemeinde beim diesjährgen Ferienaufenthalt, sowie 1000 RM. zugunsten des Israelitischen Hospitals. X. Mainz. Am 10. d. M. veranstaltet das Pädagogische Institut bei der Technischen Hochschule Tarmstadt in Mainz einen heilpädagogischen Kursus im Festsaal der Studienanstalt, Peterstr. 2. Die Portragsfolge ist: 0—10 Uhr: Dr. Erich Feldmann, Direktor des Pädagogischen Instituts Mainz, N o r in a I p ä d a g o g i k und Heil- Pädagogik. 10 11 Uhr: Dr. Erich Stern, Professor an der Universität Gießen und Dozent am Pädagogischen Institut Mainz, P e rs ö n l i ch k e i t und H e i l e r z i e h u n g. 11 12 Uhr: Dr. Ernst v. Düring, Professor an der Universität Frankfurt a. M., I u g e n d I i ch e S ch w a ch s i n n sz u st ä n d e. 12- 13 Uhr: A. Henze, Stadtschulrat in Franksurt a. M., Vorsitzender des Deutschen Hilfsschullehrervereins, S o n d e r s ch u l e ii i ni B e t r i e b e der ui o d e r - neu V o l k s s ch u l e. 15—10 Uhr: Dr. P. Häberliii, Professor an der Universität Basel, U e b e r S u g g e st i o n. 10—17 Uhr: Dr. Heinrich Meng, Stuttgart, P s y ch o a ii a l y s e u ii d H e i l p ä d a g o g i k. 17—18 Uhr: Dr. Fritz Klinket, Berlin, I n d i v i d u a l Psychologie u ii d H e i l p ü d a g o g i k. Mainz. Am 19. Mai d. I. koniite der weit über unsere Stadt hinaus bekannte Ephraim Zeitin auf eine hiesige 25jährige Tätigkeit zurückblicken. In dieser Zeit hat er 18 neue N-.171 geschrieben. Außerdem versieht Herr Zeitiii die Funktion als Rabbi uiid Vorbeter im Israel. Kraukenpflegevereiii der Aeltere. Hamburg-Amerika Linie hba 53 Studienreisen, Ueberseereisen (Streng rituelle Küche unter Rabbinatsaufsicht.) Hauptvertretung in Mainz : Reisebüro J. F. Hillebrand, G.m. d.».. Reiche Karaslr 10 Erholungs- und Vergnügungsreisen, Palästinareisen Jo8. Grünwald & Köllner Telephon 1130 MaitlZ fcSÄSfc. Bildhauer und Steinmetzgeschäft -I Reichhaltiges Grabsteinlager l- 7

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