Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 2 (1927)
- Issue
- 9 (9.1927)
- Date
- 1927-09-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/9582242-9623183-9620322--0160-9620333- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
a!6et an dieser Stelle einmal gesagt werden, daß sich das Niveau derartiger Kämpfe in^ letzter Zeit bedeutend gehoben Hatz Die Feststellung dieser Tatsache soll dazu beitragen, daß man der gar nicht einfachen und Wohl in ihren Ausmaßen diesmal unterschätzten Organisation für die Zukunst eine größere Aufmerksamkeit zuwendet, nicht nur, um unseren Sportlern die Ausülung ihrer Spurts zu erleichtern, sondcrii auch, und liicht zuletzt deswegen. weil die sportlichen Kämpfe unter Umständen ein Anziehuiigspunkt sein können, der auf den Besuch derartiger Tresfahrten von Einfluß sein kann. Was dieser Tressahrt aber ihren Stempel ausdrücken sollte, ivar unbedingt die Feierstrulde, die so recht geeigiiet war, die durch den Abhruch der Wettkäiiipfe und den „Auszug" llach Eberbach etwas zerrissene Stimiiiuug wieder zu heben und die Teilnehmer auf einige Stuiideii gu innerem Erlebnis zusammenzuhaltcu. In der Tat scheiiit die Feierstunde, so wie sie innerhalb des Verbandes zum erstenmal geboten wurde, dafür symptomatisch, wie sich die Jugeud, die sich durch das Herlallcn der ihr leider größtenteils unverständlichen Gebete abgestoßen fühlt, die Stunde innerer Einkehr gestalteii will, und wie sie in den Vereiiien und im Verband nach einer Ausdrucksweise innerer Sammlung sucht. Nach einer., wohlgclungenen Eilileitung diirch deklamatorische und musikalische Borträge fand dann auch Fritz Schwarzschild, der Geschästsfübrer des Verbandes, den Toii, der im Inneren der Teilnehmer lioch lange liachklaug. Was diese Feierstulide besonders wertvoll macht, ist die Tatsache, daß sie in inaiichem der zahlreichen Teilnehmer den Willen erweckte, derartige Stunden auch im eigenen Verein zu veraiistalten. In dieser Stiiiimuug verlebten daiin die Teilnehmer den Nachmittag gemeinsam teils bei Spiel und Sport, teils aber auch in ernster Unterhaltung im kleineren Kreise, und so erfüllt sich auf diese Art eine der Zweckbestimmungen einer Tressahrt: das Sichkennenlerneii. Der Bundestag 1927 des „Kadimah" Vom 20. Juli bis 1. August saiid bei Köiiigsee in Thüringen der zweite Buiidestag des „K a d i m a h", Ring Jüdischer Wanderuiid Psadfinderbünde, statt. Vor einem Jahr, durch Zusammenschluß dreier Bünde gebildet, kann der Kadimah auf eine arbeitsreiche Zeit zurückblicken, nicht verschont von inneren und äußeren Kämpfen. Ilm so erfreulicher war das Bild dieses Bundestages, der in seinen Aussprachen zeigte, daß trotz verschiedener Anschauungen über Ziel und Wege des Bundes, der starke Wille zu einheitlicher Zusammenarbeit vorhanden ist. Im Mittelpunkt der ideologischen Auseinandersetzung stand die Einstellung des Bundes zu den Problemen der jübifdien Erziehung. Die aus der Bundesratstagung in Brieselang angenommene Resolution wurde vom Bunde erneut als Grundlage der Arbeit auerkannt, und in folgende Fassung gebracht: „Ter zweite Bundestag des „Kadimah" legt als Basis der weiteren gemeinsamen Arbeit im folgenden die Grundlage der jüdischen Erziehung dar: „Kadimah" ist ein unabhängiger Jugendbund mit reinen Erziehungsausgaben. Er lehnt es ab, die Nachwuchsbewegung irgend einer politischen Organisation zu sein. Feind aller Zersplitterungs- und Versallstendenzen im Judentum will er die jüdische Jugend zur verautwortlichen Mitarbeit au den gemeinsamen Ausgaben der Weltjudenheit erziehen. Innerhalb dieser Ausgaben kommt, entsprechend der unzertrennlichen Verknüpfung Palästinas mit der Geschichte des jüdischen Volkes dem Wiederaufbau des Landes eine besondere Bedeutung zu. Intensives Hebräischlernen, Eindringen in die kulturellen und religiösen Probleine, Kenntnis der jüdischen Kulturwerte und der jüdischen Geschichte, sowie das Wissen um die Gegenwartsfragen des jüdischen Volkes sind die unerläßlichen Vorbedingungen, urn die Angehörigen unseres Bundes dazu zu befähigen, sich selbst innerhalb der jüdischen Probleme zu orientieren, und nach ihrer Erziehung im Kadimah zur eigenen Entscheidung über ihren zukünftigen jüdischeit Weg zu gelangen.' Immer wieder wurde aufs stärkste betont, daß der Bund sich seine durchaus unpolitische Einstellung nicht nehmen lassen würde, seinen Willen unbekümmert uin alle äußeren Altgriffe entschlossen feilten eigenen Weg zu gehen. Weder der Vorwurf der einen Seite, daß er zioitistisch sei, noch der anderen, daß sein Weg zum Antizionismus führe, können ihn davon zttrückhalten, selbständig Stellung zu den jüdischen Problemen zu nehmen. Als Erziehungsbund obliege ihm die eine Ausgabe, feilte Meilscheil zll starkeil, belvußten, freien Juden gn erziehen, die imstande feien, sich selbständig für ihren jüdischen Weg zu eiltscheidcn. _ Je eiil Referat über Psadsindertuiu und über jüdische Erziehungsarbeit gaben die weiteren Grundlagen für Aussprachen und praktische Arbeit, Kurse usw. - - Das fünftägige Lager zeigte das Bild des werdeilden Psadsinderbundes, reich an innerem Leben und äußeren Foruteil. Jüdischer Iugendverein Mainz a. Rh. September-Programm. Sonntag, 4. September, Tagesfnhrt: Vorspessart, Dettingen, Rückersbacher Schlucht, .Hahnenkamm. Michelbach, Bulaiier Forst, Hallau. Marschzeit 5 Std. Treffpunkt Mainz-Hbs. 6,00 Uhr, Rückkulist 20,27 Uhr. Fahrgeld Jl 3.20. Führung Dr. Süsse l. Sonntag, 11. September, Tagessahrt: Zollhalls, Rliiile Hoheitfels, Schloß Schaumburg, Birlenbach, Diez, per Bahn ilach Limburg. Marschzeit 4X< Std. Treffpunkt Mainz-Hbs. 7,50 Uhr, Rückkunft 21,23 Uhr. Fahrgeld Jl 3.—. Führung Paul Wolf. 15. bis 19. September, Werbewoche, wozu besondere Verössentlichung erfolgt. Sonntag, 18. September, Tagessahrt: Billgerbrück, Lauschbütte, Tiefeubach, Strombcrg. Marschzeit 5 Stunden. Treffpunkt Mainz-Hbs. 7,30 Uhr, Rückkuilst 20,18 Uhr. Fahrgeld Jl 2.40. Führung Mar Tchoruicki. Sonntag, 2. Oktober, Tagessahrt: Kreuznach, Kuhberg, Rheingrafensteiu, Hutteiltal, Münster a. Lt., Eberilblirg, Rotenfels, Kreuznach. Marschzeit 5X Stundell. Treffpunkt Mainz-Hbs. 7,20 Uhr, Rückkunft 20,25 Uhr. Führung Otto Kronenberger. Fahrgeld,Jl 2.20. Bund Jüdischer Jugend „Kadimah" Mainz. Arbeitsplan für September 1927. Heimabende der Aelteren: Dienstag, den 0., 13., 20. Sept^ Heimabende der Jüngeren: ^amstag, den 3., 10., 17., 24. <-ept. Boh Scoutabende: Mittwoch, der: 4., 11., 18. Sept. Fahrten: Soniltag, den 4., 11., 18. Sept. Am Samstag, den 10. September, kommt der Ellsrat Mtern- und Freundesrat) zusanlinell. Zum Abend des Eusrat erwarten wir gerile jeden Erwachscnen, der für unsere Arbeit Interesse hat, während zur Jugendversamnilung jeder Mainzer jüdische Juilge uild jedes jüdische Mädel eingeladen ist. Näheres über beide Veransraltuligelt wird noch bekannt gegeben. Die Abteilung Jüdischer Altertümer auf der Alten Kunst am Mittelrhein in Darmstadt. Es ist wellig bekailnt gclvorden, daß sich in der historischen Sommerausstellung des Taruistädter Landesmuseums eine Abteilung Jüdischer 'Altertümer befindet. Zwar ist sie nicht groß, zwar können die Stücke, welche sie enthält, sich an Glanz und Stattlichkeit mit deni Reichtum und der Kostbarkeit der übrigen Säle nicht messen; ja, ein Teil derselbeil sind lediglich Photos, Modelle und Zeichnuugen, und die Lrigillale sind auf eilte Reihe von Pergamenthandschriften, Urkunden Ulid Druckwerken, aus BPD