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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1927-07-01 · 7 (7.1927) · p. Seite 6

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
2 (1927)
Issue
7 (7.1927)
Date
1927-07-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Bei der sich an diese Referate anknüpfenden Aussprachen erwähnt Herr Js. Oppenheimer, Gaubickethheim, ein von seinem Vorstandskollegen, Herrn Emil Jsaac, Wallertheim, erlassenen Aufruf zum fleißigen Besuch der Synagoge an Sabbaten, wodurch der gewünschte Zweck erreicht worden sei. Herr Oppenheimer fordert die Anstellung von Lehrern mit dem Wohnsitze in Landgemeinden, in denen dies sehr nötig sei; mit der Anstellung von Wanderlehrern allein sei den obwaltenden Bedürfnissen nicht ausreichend Genüge geleistet. Herr Lehrer Salomon, Worms, berichtet über die erfreulichen Resultate, die er in seinem Bezirke erzielt habe, daß er Kinder unterrichte, die seither ohne Unterricht groß geworden seien; vor kurzem habe einer seiner Schüler im Alter von 15 Jahren seine Bar-Mizwah gefeiert. Herr Salomon bedauert den Rückgang der Opferwilligkeit, die bei der Generation vor uns, trotz geringerem Einkommen, größer gewesen sei. Herr Krämer, Friedberg, wünscht eine neue Gemeindeordnung: die Verordnung vom 2. Nov. 1941 sei veraltet. Der Verbandsvorsitzende erwidert, man wolle die Neuregelung bis zum Erlasse der Hess. Durchführungsverordnung zu Art. 137 der Reichsverfassung zurückstellen. Herr Krämer, Butzbach, dankt dem Verbandsvorsitzenden, daß er der Shnagogeneinweihung in Butzbach angewohnt habe. Die Vertretung des Verbands durch fernen Vorsitzenden habe die Feier der Gesamtbevölkerung gegenüber gehoben. Herr Marx, Flonheim, schließt sich den Ausführungen des Herrn Oppenheimer, Gaubickelheim an, er hält es für wünschenswert die Vorträge künftig an die Spitze der Tagesordnung zu setzen und eine regere Beteiligung der ländlichen Vertreter an den Debatten als angezeigt. Herr Rechtsanwalt Rothenberger, Gießen, bittet die Anwesenden, dahin zu wirken, daß die heute noch abseits stehenden Gemeinden sich dem Verbände anschließen. Herr Ferd. Mayer, Harxheim bedauert, daß die Zahl der Sabbat-feiernden Firmen so gering und die Unterbringung von Angestellten für Schom're Schabboth so schwer sei, trotz der vom Verband eingesetzten Kommission. Für einen namhaft gemachten Fall stellt der Herr Vorsitzende Vermittlung in Aussicht. Herr Dr. Levi bittet um Namhaftmachung der geschloffenen Friedhöfe, die zu erhalten Pflicht und deren Grabdenkmäler zu entziffern zweckmäßig sei. Nach einleitenden Worten des Vorsitzenden hält Herr Dr. Levi einen Vortrag über den Mainzer und Wormser Rabbiner Maharil (Morenu harab Rabbi Jakob Halevi), dessen 500. Todestag am 21. Ellul dieses Jahres begangen werden wird. Die Anwesenden folgen den Ausführungen des Redners mit hohem Interesse und gaben ihren Dank durch lebhaften Beifall Ausdruck. Der Herr Vorsitzende dankt Herrn Dr. Levi für seine Ausführungen und lädt die Anwesenden namens der Gemeinde Mainz zu einem Imbiß im Ratskeller ein. Hier begrüßt er die Gäste als Erster Vorsteher der Gemeinde. Herr Rabbiner Dr. Holzer dankt namens der Gäste der Gemeinde Mainz für ihre Gastlichkeit und ihre mustergültigen Einrichtungen, er bezeichnet sie als eine ,7r w’ein b’jissracl. ❖ IV. Liste der Oberratsmitglieder für das Geschäftsjahr 1926/27. Das Oberratskollegium setzt sich nunmehr wie folgt zusammen: Kommerzienrat B. A. Mayer, Mainz, Vorsitzender. Dr. Baum, Alzey; Karl Benjamin, Bankdirektor, Darmstadt; Justizrat Dr. Goldschmidt, Offenbach a. M.; Heinrich Hirsch, Fabrikant, Groß-Gerau; Lehrer Leopold Kahn, Alsfeld; Ferdinand Krämer, Friedberg; Rabbiner Dr. Levi, Mainz; Louis Marcus, Gießen Dr. med. Nickelsburg, Worms; Siegfried Rosenthal, Oppenheim; Rabbiner Dr. Sander, Gießen; Diplom-Handelslehrer Simon, Darmstadt; Julius Simon, Bingen; Adolf Steinberger, Alsfeld. Stellvertreter: Kommerzienrat Ludwig Kronenberger, Mainz, Stellvertreter des Vorsitzenden. Jacob Küchler, Alzey; Leopold Hachenburger, Darmstadt; Dr. Guggenheim. Offenbach a. M.; Moritz Oppenheimer, Fr. Crumbach; Lehrer Sulzbacher, Großbieberau; Julius Engel, Friedbcrg; Rabbiner Dr. Dienemann, Offenbach a. M.; Rechtsanwalt Rothenberger. Gießen; Rechtsanwalt Dr. Clemens Goldschmidt, Worms; Js. Oppenheimer, Gaubickelheim; Rabbiner Dr. Lewit, Alzey; Lehrer Stern, Alzey; Justizrat Marx, Bingen; Jacob Goldschmidt, Altenstadt. Bekanntmachung! Heute ist sämtlichen Gemeinden Bestätigung über alle bis zum 12. Juni 1927 für das Rechnungsjahr 1926 (Gründung des Verbandes bis 31. März 1927) an die Verbandskasse geleisteten Zahlungen übersandt worden. Die Gemeindeverwaltungen werden ersucht, nicht zugestellte Quittungen zu reklamieren. M a i n z, den 23. Juni 1927. Landesverband der israelitischen Religionsgemeinden Hessens. Der Reichsverband. Wir haben bereits in der letzten Nummer unseres Mitteilungsblattes auf die Dresdener Tagung der Landesver. bände zwecks Gründung einer Reichsorganisation hingewiesen. Heute nun sind wir in der erfreulichen Lage, einen ausführlichen Bericht, übersandt von dem Landesverband Bayern, der als Vertreter sämtlicher süddeutschen Landesverbände den Verhandlungen beiwohnte, unseren Lesern zur Kenntnis zu bringen. — Hierbei möchten wir jedoch nicht unterlassen, den bayrischen Vertretern neben unserem besonderen Dank auch unsere vollste Zustimmung für ihre in der Dresdener Tagung gezeigte Haltung und Stellungnahme zum Ausdruck zu bringen. Die Schriftleitung. Ruf Einladung des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden und des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes fand am 22. Mai 1927 in Dresden unter dem Vorsitz des Präsidenten des Sächsischen Landesverbandes, Rechtsanwalt Salinger, eine Besprechung von Vertretern der Landesverbände und des DIGB. statt. Vertreten waren die Landesverbände von Preußen, Bayern, Sachsen, Hamburg, Anhalt, Braunschweig und Bremen. Aus Bayern hatten sich Qberlandesgerichtsrat Dr. Reumeyer und Iustizrat Dr. E. Straus eingefunden. Die Beteiligten waren darüber einig, daß die Aussprache nur zur Information dienen solle und daß darum auch nicht nach Verbänden abgestimmt werde, sür die ein Mandat von keiner Seite vorlaq. Die bayerischen Vertreter erklärten ausdrücklich, daß sie sich nur für ihre Person äußern könnten und einen Auftrag weder von ihrem Verband noch von den übrigen süddeutschen Verbänden hätten. , Iustizrat Dr. Lilienthal, Berlin berichtete zunächst in objektiver Weise über die Gründe, welche den Preußentag zur Ablehnung des unter der Mitwirkung der Vertreter aller Landesverbände ausgearbeiteten Verfassungsentwurfs bestimmt hätten. Dr. Freund, Berlin, vertrat den Standpunkt des DIGB. auf Grund der Verfassung von 1921 und der Richtlinien, die der Ausschuß des DIGB. im April 1926 aufgestellt hatte. Der Präsident des bayerischen Verbandes erklärte, daß er persönlich eine Reichstagung, wie sie nach dem Berichte von Lilienthal nunmehr von allen Parteien des preußischen Verbandes verlangt werde, schon darum nicht ab- 6

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