Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 2 (1927)
- Issue
- 1 (1.1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Diese Behauptung, die in einem Aufsatz des Präsidenten des Reichsverbands praktischer Tierärzte über die ^-chächtfrage in den „Münchner Neuesten Nachrichten" erschien und dann in den sämtlichen tierärztlichen Fachzeitschriften die Runde durch ganz Deutschland machte, veranlaßte Marx und Reis zu einer Berichtigung, und da der Schlachthofverwalter Lindemann an der Nichtigkeit seiner Schilderung festhielt, zu eiucr öffentlichen Erklärung im „Gelnhäuser Tageblatt", in der die Behauptung als bewußte Verleumdung bezeichnet.wurde. Aus Antrag Lindemanns erhob die Staatsanwaltschaft in Hanau gegen Marx und Reis Klage wegen Verleumdung, der er sich als Nebenkläger anschloß. In der Verhandlung vor dem Großen Schöffengericht Hanau bestritten die Angeklagten aufs Energischste die Richtigkeit und Möglichkeit des geschilderten Vorfalls. Der Nebenkläger Lindemann, der aus Befragen zugeben mußte, daß er sich völkisch betätige, versuchte zwar in allen Einzelheiten seine ursprüngliche Schilderung ausrecht zu erhalten, das Gericht schenkte ihm aber trotz seiner Beeidigung nach dein Gang der Verhandlung keinen Glauben und sprach die Angeklagten auf Kosten der Staatskasse und des Nebenklägers frei. In der Urteilsbegründung wies der Vorsitzende besouders darauf hin, daß es auffallen müsse, daß der Nebenkläger feine weiteren Zeugen beibringen könne, obwohl er „vom Entsetzen aller Anwesenden" gesprochen habe, und daß es auch nicht gut denkbar sei, daß bei dem so außergewöhnlichen Vorfall, wenn er sich wirklich ereignet hätte, die im Schlachthof anwesenden Metzger untätig zugesehen und den Vorfall selbst nicht besprochen hätten, zumaft Lindemann unter Eid zugeben muhte, daß sich iu seiuer siebzehnjährigen Tätigkeit in Gelnhausen iioch nie etwas ähnliches zugetragen habe. Das Urteil bedeutet eine glänzende Rechtfertigung für die Angeklagten Marx und Reis. Um die Durchfechtung dieser Streitsache hat sich der Zentral- Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens verdient gemacht. Reise für Freunde Palästinas. Um es einer großen Zahl von Freunden des Heiligen Landes möglich zu machen, aus eigener Anschauung Palästina wissenschaftlich und wirtschaftlich kennen zu lernen und sich mit den sozialen und kulturellen Verhältnissen vertraut zu machen, wird zum Frühjahr 1927 eine jüdische Gesellschaftsreise nach Jerusalem veranstaltet. Einer der besten Kenner des neuen Palästina, der zugleich in der palästinischen und überhaupt orientalischen Altertumskunde bewandert ist, wird die Führung übernehmen. Im Lande selbst stehen spezielle Kenner besonderer Wissens- und Wirtschaftsgebiete als besondere Führer einzelner zu bildender Gruppen zur Verfügung. Außer den neuen jüdischen Stadt- und Dorfkolonien, die einer genauen Besichtigung unterzogen werden, soll das Land so durchquert werden, daß die jüdische Siedlung und die heimische Bevölkerung in allen ihren Zweigen und in ihren Beschäftigungen in Augenschein genommen werden. Auch in Aegypten werden neben all den interessanten Altertümern die jüdischen Denkmäler in erster Linie besucht werden. Auf der Rückreise wird ein Teil der Gesellschaft auch die syrischen Küstenstriche, Cypern und Athen zu sehen bekommen. Die Leitung der Reise liegt in den Händen der Palästine Lloyd Ltd., Jerusalem und des Reisebüros der „Hapag" Mainz (I. F. Hillebrand), das schon heute Anmeldungen entgegennimmt. Die große Bedeutung, die Palästina als aufblühendes Land gerade für Deutschland hat, wird viele an dieser Reise teilnehmen lassen. Iugendecke Jüdischer Iugeiidverein Mainz a. Rh. Arbeits-Programm Januar 1927. Montag, den 3. Januar. Arbeitsgemeinschaft: Dr. Picard. Ausspracheabend. 8A Ilhr, Fürstenhos. Montag, den 3. Januar. Arbeitsgemeinschaft: Norbert Stiebet. 8A Ilhr, Heim (Gemeindehaus). Donnerstag, den 6. Januar. Arbeitsgemeinschaft: Tschornicki. 8A Uhr, Heim (Gemeindehaus). Montag, den 10. Januar. Arbeitsgemeinschaft: Norbert Stiebet, 8A Uhr, Heim (Gemeindehaus). Donnerstag, den 13. Januar. Deffentlicher Vortrag von Max Tschornicki: „Völkerrecht, Völkerbund und Judenheit". Abends 8A Uhr im Gemeindesaal, Eing. Josesstraße. Montag, den 17. Januar. Arbeitsgemeinschaften Stiebet und Picard: wie am 3. Januar. Donnerstag, den 20. Januar. Arbeitsgemeinschaft: Tschornicki. 8lA Uhr, Heim (Gemeindehaus). Montag, den 24. Januar. Arbeitsgemeinschaft: Stiebet. 8A Uhr, Heim (Gemeindehaus). Donnerstag, den 27. Januar. Arbeitsgemeinschaft: Tschornicki. 8A Uhr, Heim (Gemeindehaus). Montag, den 31. Januar. Defsentlicher Vortrag von Rabbiner Tr. Levi, Mainz, über: „Rom und Judäa". Abends 8A Uhr im Gemeindesaal, Eing. Josesstraße. Wanderprogramm. Sonntag, den 2. Januar 1927: Treffpunkt Hauptbahnhof 7,45 Uhr. Fahrt in den Wiesbadener Taunus. Weg: Platte, Eiserne Hand, Kesselbachtal, Fischzucht, Wiesbaden. Marschzeit: ca. 4—5 Stunden. Fahrgeldkosten —.50 RM. Führung: Willy Kahn. Bei Schnccwetter Rodeln an der Plattenstraße. Rodelschlitten mitbringen! Sonntag, den 9. Januar 1927. Treffpunkt Bhf. Kästet, 7 Uhr. Ski- und Rodelfahrt nach dem Großen Fcldberg. Auch für Nichtsportler lohnend! Mit Bahn bis Köuigsteiu. Weg: Königstein, Rotes Kreuz, Feldberg. Skifahrer Abfahrt Oberreifcnberg. Rodler Kronberger Rodelbahn. Fahrgeld 2,40 RM. Führung Dr. Süssel. Tie Fahrt findet nur bei geeignetem Wetter statt. Siehe Schneebericht Mainzer Anzeiger. Sonntag, den 16. Januar 1927: Treffpunkt Hauptbahnhor 7,45 Uhr. Fahrt: Eiserne Hand. (Wenn Schnee auch für Skiläufer). Weg: Eiserne Hand, Hohe Wurzel, Wainbacher Schanze, Wambach, Schlangenbad, Ehausseehaus. Marschzeit: ca. 5 bis 6 Stunden. Fahrgeld 1,50 RM. Führung Max Tschornicki. Die Fahrt findet bei jedein Wetter statt. Sonntag, den 23. Januar 1927: Treffpunkt Hauptbahuhof 7,45 Uhr. Fahrt: Wiesbaden iTreffahrt). Weg: Wiesbaden, Kcllerskopf, Hohe Kanzel, Niedernhausen, mit der Bahn zurück uach Wiesbaden. Marschzeit: ca. 4—5 Stunden. Fahrgeld 1,20 NM. Führung ab Wiesbaden: Tr. Süssel. Die Fahrt findet bei jedem Wetter statt. Sonntag, den 30. Januar 1927: Treffpunkt Bahnhos Kastel 6,50 Uhr. Ski- und Rodelfahrt auf den Feldberg. Auch für Nichtsportler schön. Königstein, Großer Feldberg und zurück. Fahrgeld 2,40 NM. Führung Willy Kahn. Tie Fahrt findet nur bei geeignetem Wetter statt. Siehe Schneebericht Mainzer Anzeiger. Näheres bei: Willy Kahn, Tel. 2244, und Tr. Süssel, Tel. 5586. Mainzer Vndagnginin Fernruf 3173 Hafteve prinatMzulo Fernruf ZI 7Z Vorbereitung für alle Klassen der höheren Schulen, Obersekunda, Prima, Aoilur; auch sür kamen. Abschlußprüfung Herbst und Ostern für den Stoff des früberen Einjährigen an der Schule. — Versäumte Jahre werden schnell und sicher nachgeholt. Sprechzeit: Diether v. Isenburgstr. 13V,g1 von 12—2 Uhr Stadlgescbcrff ScWllerplafz fna in 2L EcKe Ludwigsfrasse ' Tefefon92f Größtes Lager — Billigste Preise Deutsche Teppiche Dekorationen Stores Tisch- und Divandecken Erprobte solide' . zu bekannt billigsten Preisen 47