Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 1 (1926)
- Issue
- 6 (11.1926)
- Date
- 1926-11-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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8. Arbeitsgemeinschaft über Jüdische Geschichte. Gegenwärtiges Thema: Uranfänge; Leiter Res. Max Tfchorniki. Jeden Donnerstag 834 Uhr im Bibliothekzimmer des Gemeindehauses (Eingang Gabelsbergerstraße). Wandergruppe. Sonntag, den 7. November 1926: Führer Leo Schwarzwälder; Treffzeit 8,40 Uhr Hauptbahnhof; Kosten 1,75 Jl. (Eltville, Kiedrich, Eberbach, Hausen, Schlangenbad, Chausseehaus, Wiesbaden). Sonntag, den 14. November 1920: Führung Walter Kramer, Max Blum; Treffzeit 8,85 Uhr Hauptbahnhof. (Wiesbaden — Taunus). Sonntag, den 21. November 1926: Führer Leo Schwarzwälder; Treffzeit 8,40 Uhr Hauptbahnhof; Kosten ca. 2 Jl. (Trefffahrt mit den Vereinen Wiesbaden und Offenbach in Niedernhausen. Sonntag, den 28. November 1926: Treffzeit nachmittags 8 Uhr: Heim-Nachmittag. Sonntag, den 5. Dezember 1926: Chanukah. (Ohne Veranstaltung». Jeden Mittwoch, abends 8,30 Ubr, finden bei Eppsteins wie bisher unsere Liederabende statt. Wir erwarten, daß alle Mitglieder der Wandergruppe hierau teiluchmcu. Ter Wanderansschns;: Leo Schwarzwälder. Anschrift: Hiudcnburgstraße 8, II. Jüdischer Turn- und Sportverein „Bar-Kochba" Mainz. Turnhalle Oberrealschule (Eingang Schulstraße) Bis auf weiteres: Mittwoch, abends von 5—7 Uhr, für Jungcns bis 15 Jahre/. Laufen, Gymnastik und Turnen. Samstag, abends von 6—8 Uhr, für Damen und Mädels: Gymnastik und Turnen. — abends von 8—10 Uhr für Herren: Hallentraining und Turnen. Sportplatz der Radrennbahn (Am Gautor): Sonntags für Jugeud über 15 Jahre uud Herren: Bon 9—10 Uhr morgens: Waldlauf »Geländelauf». — Handball: Vou 10,15 Uhr bis 12 Uhr. Mitglieder-Bersammlung. Donnerstag, den 25. November 1926, abends 8.30 Uhr, .Kleiner Saal des Restaurant Gottschall (Ratskeller». Tagesordnung: Bericht, Statutcnvorlage, Verschiedenes. Ter Vorstand: Engen Lazarus, 1. Vors. Anschrift: Leo Schwarzwälder, Mainz, Hiudenburgpl. 8,11. Bücherschau. Adler, Nathan, Loler niv sefosoim. Ter Verfasser hat auf 60 Seiten religiöse, erbauliche uud belehrende Betrachtungen zu den 54 Wochenabschnitten der Torah zusammengeftellt. Das Unzeitgemäße und darum der Benützung eines derartigen Buches Gefährliche, nämlich das langatmige Ausspinnen der Gedanken undBetrachtnngen, ist in sehr glücklicher Weise vermieden. Kurze, zu eigenem Nachdenken anregende, aus Bibel, Talmud und Midrasch geschürfte Worte werden in abgerundeter Verarbeitung als Lehr- und Lernstoff vorgetragen. Wenn der Verfasser in Anlehnung an das Prophetenwort (Jes. 57, 19) sein Werk Sefer niv sefosoiin (Buch der Frucht der Lippen) nennt, so tut er dies init gutem Recht, denn wir können wohl glauben, daß diese religiösen Worte, diese Kündungen gläubiger Lippen, zu segensreichen Frischten in Gemeinde und Familie werden. Wir empfehlen dieses Merkchen, welches bei I. Kaufmann, Frankfurt a. M., Schillerstraße 19 erschienen und erhältlich ist, ganz besonders den Familien in den Landgemeinden, wo manchmal die Gelegenheit zu gemeinsamem Gottesdienst und fast immer die Gelegenheit zu einer religiösen Betrachtung und Fortbildung durch „Lernen" fehlt. Freund, Dr. Jsmar, Die Rechtsstellung der Synagogengemeinden in Preußen und die Reichsverfassung, ein Beitrag zur Revision der bisherigen Gesetzgebung. Berlin 1926, Philo-Verlag und Buchhandlung G.m.b.H. Der Artikel 187 der Reichsverfassung hat eine fieue Grundlage für die rechtliche Gestaltung der Religionsgemeinschaften in Deutschland geschaffen. Zwar sind Ausführungsbestimmungen zu diesem Artikel noch nicht in allen Ländern erfolgt, aber sie sind allenthalben für die nächste Zeit zu erwarten. In Preußen ist durch Gesetz vom 8. April 1924 die Kirchenverfassung der evangelischen Landeskirche vom Landtag verabschiedet worden. Die Angelegenheit wirb weiter in Bewegung kommen und auch die Aenderung des Rechts der Synagogengemeinden wird unabweisbar fein. Freund unternimmt es nun, zu untersuchen, 1. welche Gründe für eine Revision des bisher geltenden Rechts vorhanden find, und 2. welche Richtlinien für eine Neugestaltung sich einmal aus den tatsächlichen Bedürfnissen, sodann aus der durch die Reichsverfassung geschaffenen neuen Rechtslage einerseits und der bisherigen preußischen Gesetzgebung aus dem Gebiet des preußischen Staatskirchenrechtes andererseits ergeben. Freund führt diese beiden Untersuchungen unter Heranziehung des gesamten für die verschiedensten Landesgebiete bisher gültigen Gesetzesbestimmungen durch; daß er dies iu gründlicher und umfassender Art tut, bedarf bei der bekannten und bewährten Sachkenntnis Freunds keiner besonderen Betonung. Das Buch hat nicht nur Bedeutung für die preußischen Verhältnisse; es sollte sich in der Hand jedes einzelnen befinden, der an der gegenwärtig in Fluß gekommenen Ausgestaltung der Landes- und Reichsorganisationen des deutschen Judentums mitwirkt und Interesse hat. Duhm, Lic. Hans, Privatdozent in Göttingen, Der Verkehr Gottes mit den Menschen im Alten Testament. Verlag von I. C. B. Mohr (Paul Siebeck) Tübingen 1926, 8°, 218 S. Duhm will die „Religion" des alten Testaments darstellen. Aber er verzichtet bewußt uud begründet darauf, das Wort „Religion" zu gebrauchen, weil ihm der Begriff der „Religion" zu ungeklärt erscheint. Das Wesentliche der „Religion" erblickt Duhm tit dem Verkehr zwischen Göttern und Menschen. Was die Religion daiiii an Formen, Bräuchen, Orgaiiifatioiien, Gefühlen, Phantasien, Mythen, Reflexionen, philosophischen Systemen hervorbringt, ist erst Folgeerscheiiiiiiig des Wesentlicheii, weirn auch vieles vou diesen Folgeerscheinungen bedeutungsvoll für das Verstäiidiiis und die Kenntnis der Geschichte und Enüvicklung des Wesentlichen feilt mag. Jii drei klardisponierten Teilen behandelt nun Duhm die Fragen „Altisrael über den Verkehr mit Gott", „Die Propheten über den Verkehr mit Gott", „Der wahre Gott und das Volk der Thora". In einem kurzen ^L-chlußkapitel faßt dann Duhm die Ergebnisse seiner Untersuchung zusammen. Pietätvoll bekennt der Verfasser, daß.er manches von seinem Vater (dem bekannten Alttestamentler und Theologen Prof. Bernhard Duhm) gelernt und sich vielfach an feine Auffassungen angeschloffen habe; und tatsächlich kann man schon in dem 1875 erschienenen Werke des Vaters „Die Theologie der Propheten" leise Ansätze zu dem prinzipiellen Standpunkt des Sohnes finden. Aber Duhm, der Sohn, hat darüber hinaus ein Werk eigener Prägung, ausgeftattet mit einer Voranzeige. Samstag, den 11. Dezember 1926 E b a n u k a - B a l l im großen Saal der Mainzer Liedertafel. EPE