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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1926-06-01 · 1 (6.1926) · p. Seite 5

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
1 (1926)
Issue
1 (6.1926)
Date
1926-06-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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6s wird abfleftimmt und hierbei der Antrag Wartensleben abgelehnt. Herr Dir. Benjamin zieht hierauf seinen Antrag zurück. Der Antrag Joseph wird sodann mit übergroßer Mehrheit, fast einstimmig, angenommen. Der Antrag Oppenheimer Ober- Ingelheim, wird abgelehnt. In Ziffer 4 wird „einer" geändert in „seiner Gemeinde oder einer Verbandsgemeinde seines Stimmverbands". Art. 13 Absatz 3 wird durch einstimmigen Beschluß geändert in: „Der Oberrat besteht aus 15 Mitgliedern, darunter 2 Rabbiner, 2 Lehrer, und je ein Angehöriger jeder Provinz von Gemeinden mit weniger als 50 Steuerzahlern." In Art. 14 wird „die Bekanntmachungen in der Darmstädter Zeituiig" gestrichen. Im übrigen wird die Verfassung ohne Widerspruch angenominen. Auf Vorschlag des Herrn Vorsitzenden wird um 2 Uhr mit großer Mehrheit beschlossen, die Sitzung durch eine Pause zu unterbrechen. Die Delegierten leisten der Einladung der Gemeinde Mainz zu einem Imbiß im Ratskeller Folge. — Bei demselben begrüßt Herr Kommerzienrat Kronenberger die Gäste, bedauert daß die Trauer der Gemeinde Mainz die Festesstimmung verhindere, verweist auf das auch durch die alten Grabsteine bezeugte ehrwürdige Alter der Gemeinde Maiiiz, ihre geschlossene Einheit und mahnt zum Frieden in der deutschen Judcnheit. — Namens der Gäste daiikt Herr Is. Oppenheimer, Gaubickelheim der Mainzer Gemeinde für ihr Wirken. In der Nachmittagssitzung werden, und zwar durch Zuruf, die Oberratsmitglieder und für jedes derselben ein Stellvertreter gewählt. Auf Vorschlag des Herrn Hirsch, Gr.-Gerau, wird Herr Kommerzienrat B. A. Mayer, Mainz, einstimmig als Vorsitzender gewählt. — Derselbe nimmt die Wahl an, dankt für das in ihn gesetzte Vertrauen und verspricht, alles, was in seiner Kraft stehe, zu^ unternehmen, um die Verbandstätigkeit stets segensreich zu gestalten. — Als Stellvertreter des Vorsitzenden wird Herr Kommerzienrat Kronenberger gewählt. Als Oberratsmitglieder werden sodann gewählt: Rechtsanwalt Joseph, Darmstadt, Stellvertreter Leop. Hachenburger, Darmstadt; Dr. Nickelsburg, Worms, Stellvertreter Isidor Kiefer, Worms; Julius Simon, Bingen, Stellvertreter Iustizrat Dr. Marx, Bingen; Dr. Baum, Alzey, Stellvertreter Jakob Küchler, Alzey; Iustizrat Dr. Goldschmidt, Offenbach a. M., Stellvertreter Rechtsanwalt Dr. Guggenheim, Offenbach a. M.; Louis Marcus, Gießen, Stellvertreter Rechtsanwalt Rothenberger, Gießen; Ferdinand Krämer, Friedberg, Stellvertreter Jul. Engel, Friedberg; Adolf Steinberger, Alsfeld, Stellvcr>iwter Jak. Goldschmidt, Altenstädt; Heinrich Hirsch, Gr.-Gerau, StellVHüreter Mor. Oppenheimer, Fränkisch Crumbach; Siegfried Roscntyal, Oppenheim a. Rh., Stellvertr. Is. Oppenheimer, Gaubickelheim; Rabbiner Dr. Italiener, Darmstadt, Stellvertr. Rabb. Tr. Sander, Gießen; Rabbiner Dr. Levi, Mainz, Stellvertreter Rabbiner Dr. Dienemann. Offenbnch a. M.; Lehrer ^eop. Kah", Alsfeld, Stellvertreter Lehrer H. Sulzbacher, Gr.-Ble.berau; Dipl.- Handelslehrer Simon, Darmstadt, Stellvertreter Lehrer A. Stern, Alzey. Auf Vorschlag des Vorsitzenden wird Herr Rechtsanwalt delegiert. * . Der Vorsitzende berichtet über seine Unterredung mit dem Präsidenten der Volkskammer betr. eines Stcratszuschusses. Herr Rabbiner Dr. Levi teilt Tag und Stunde der Beerdigungsfeierlichkeit des verewigten Rabbiners Prof. Dr.^ Salfeld mit und bittet die Gemeinden seines Bezirks, sich an derselben zu beteiligen. — Er empfiehlt sodann die Bildung von ^Lchul- und Wohlfahrtsausschüssen und tritt für die Unterbringung von Handwerkslehrlingen auf dem Lande ein. Bedauerlicherweisesei es leichter bei Nichtjuden als bei Juden für Angestellte Sabbatruhe zu erwirken. .Herr Ebert schließt, sich den Vorschlägen des Herrn Rabbiners Dr. Levi an. — Nachdem sich die Herren N. Frank, Dolgesheim; Sigmd. Schwab, Grebenau; Ad. Steinberger, Alsfeld, geäußert haben, wird zur Berufsberatung und Verhinderung der Landflucht die Bildung einer Kommission beschlossen, und in dieselbe gewählt die Herren: S. Wormser, Echzell; L. Ebert, Osthofen; Rabbiner Dr. Levi, Mainz; Sigmd. Schwab, Grebenau; Mor. Oppenheimer, Fränk. Crumbach; N. Frank, Dolgesheim; Sigmd. Krautkopf, Heßloch. Herr Kommerzienrat Kronenberger referiert über den Geburtenrückgang und die Abwanderung der Hess. Juden in der Zeit vom 1. Dez. 1910 bis 15. Juni 1925. Herr Justizrat Dr. Goldschmidt, Offenbach a. M., spricht der Mainzer Gemeinde zum Ableben Rabb. Salfeld's inniges Beileid aus; er widmet dem verewigten Seelsorger und Gelehrten einen ergreifenden Nachruf. — Der Redner konstatiert sodann, daß bei der Wirksamkeit des Verbands eine Gegensätzlichkeit zwischen Orthodoxie und Liberalismus nicht hervortreten werde, er erwartet eine Zusammenarbeit zum Wohle aller und erhofft einen Ausgleich der Gegensätzlichkeiten. — Die Gemeinde Mainz, die keine Mühen und Kosten gescheut habe und die, soweit es ihre Mittel gestatteten, die Bürokosten des Verbands tragen wolle, habe das Hauptverdienst am Zustandekommen des Verbands. -- Neben Herrn Kommerzienrat Kranenberger sei in allererster Linie dem eisernen Willen des Ersten Vorstehers der Erfolg zu danken, bei ihm sei die Verbandsleitung in den besten Händcri. y Herr Rabbiner Dr. Levi, Mainz, fragt, ob Anwescride bereit seien, Waisenkinder in ihr Haus aufzuuehmcn. Nachdem der Herr Vorsitzende die Gemeinden zur Bildung von Stimmverbänden und Wahl von Delegierten für eine Herbsttagung ersucht hat, schließt er die Versammlung mit dem Wunsche eines gesunden Wiedersehens im Herbste. Synagoge und Schule. Das Hessische Landcsamt für das Vildungswefen hat eine beachtenswerte Verfügung ergehen lassen, die wir im Wortlaut folgen lassen: Zu Nr. L B. 12375. - Darmstadt, 21. Mai 1920. Auf Antrag der Erziehungsberechtigten sind die israelitischen Kinder vom Schulbesuch au den Samstagen zu befreien, wenn die Erziehungsberechtigten für einen Ersatz des ausfallenden Unterrichts durch Privatstunden oder in anderer Weise sorgen. Der Ersatzunterricht unterliegt der Genehmigung. Wenn die Eziehungsberechtigtcn dieser Bedingung iiicht oder nicht in genügender Weise Nachkommen, ist die Befreiung zurückzuziehcn. Die bestehenden Verfügungen über den Schulbesuch der jüdischen Kindeam Sabbath werden entsprechend abgeändert. I. V. gez.: Urstadt. Wenn die Schule auch keine Verantwortung für das Mitkommen derjenigen Schüler, welche von dieser Vergünstigung Gebrauch machen, übernehmen kann, und infolgedessen die Schüler sich überlegen müssen, ob sie vom Unterricht regelmäßig einen Tag in der Woche fernbleibcn können, so ist doch der Geist, der aus dieser Verfügung der hessischen Schulbehörde spricht, ein erfreuliches und dankenswertes Zeichen für die Vorurteilslosigkeit unserer Regierung. Tagungen des Äilfsvereins der Deutschen Inder! Am 10. Mai 1920 fanden in Berlin im Logenhaus unter Vorsitz vou Herrn Dr. James Simon eine Sitzung des Zentralkomitees, die Generalversammlung des Hilssvereins der Deutschen Juden und im Anschluß darau eine Festsitzung anläßlich des 25jährigen Bestehens des Hilfsvereins der Deutschen Juden statt. Teilnehmer an den Sitzungen waren aus allen Teilen des Reiches erschienen, so aus Hamburg, Bremen, Stettin, Müncheii, Chemnitz, Dresden, Frankfurt a. M., Dessau, Breslau, Luckenwalde. Steuerfrei zu beziehen bis zum 30. Juni ds.J. durch den Weinhandel. MWDM Steuerfrei zu beziehen bis zum 30. Juni ds.J. durch den Weinhandel. .>><■« ... ■. 13» 5

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