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Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 3 (1878) · p. Seite 301

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
3 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 301 (sequence 141)
Language
German
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301 belebt und erquickt, erfreut und beseligt. Nur wenn und so lange das Bewußtsein in den Herzen der Ehegatten lebendig ist, daß die Ehe auf göttlicher Basis ruhe, wird auch deren Empfinden für einander höherer, göttlicher Natur sein, wird die warme, hingebende Liebe und Treue der Ehegatten immer neue und immer kräftigere Nahrung aus demselben ziehen^ werden die Freuden der Ehe, wie sie Beschwerden und Lasten derselben, von den Ehegatten stets in gleich treuer Weise getheilt werden. Nur wo die Erkenntniß die Ehegatten durchdringt, daß man nur in der Ehe und durch dieselbe seine göttliche Bestimmung auf Erden erfüllen könne, wird die gegenseitige Hochachtung und Werthschätzung der Ehegatten eine unvergängliche, mit den vorwärtsschreitenden Jahren immer neu sich verjüngende bleiben, werden die Beziehungen von Eltern und Kindern aus höchster Liebe und Ehrfurcht beruhende sein, werden die einzelnen Familienglieder unablässig darin wetteifern, in Beweisen von Treue und Selbstlosigkeit einander den Rang abzulaufen. — Wo hingegen die Ehe als ein auf profaner Grundlage geschlossener ״Vertrag" aufgefaßt wird, da wird dieselbe in Wahrheit niemals jene höhere, göttliche Liebe als edelste und erquickenste Frucht zeitigen, die das Beseligende des ehelichen Lebens ausmacht. — Sie, meine Geehrten, schließen ihr Ehebündniß auf heiliger Grundlage, Sie erkennen die Ehe dadurch stillschweigend als eine göttl i ch e I n st i t u t i o n an, — darum dürfen Sie auch getrost der ihren Blicken dicht verhüllten Zukunft mit dem berechtigten, frohen Hoffen entgegengehen: daß die Sie gegenwärtig ersüllende, innige Liebe und aufrichtige Hochachtung zu und vor einander ihr steter, köstlicher Besitz bleiben, ja, mehr als dies: daß sie mit jedem von ihnen zurückzulegeuden, neuen Lebensabschnitte, mit jeder eintretenden, erfreulichen Lebenswendung immer mehr an Jntensivttät zunehmen, das Glück ihres Zusammenlebens dadurch immer tiefer begründen, das Sie verknüpfende Band zu einem immer festeren und unlöslicheren gestallen, ihre an die Zukunft anknüpfenden Erwartungen in schönster und befriedigendster Weise verwirklichen werden.

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