Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 3 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 300 (sequence 140)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Neigungen und Gewohnheiten ein unerläßliches Erforderniß im Leben der Ehe, wenn der Himmel dieser, soweit dies in diesem lückenhaften Dasein -überhaupt möglich, stets klar und heiter, anmuthend und erquikend glänzen, und nicht gar oft, durch eigene Schuld, trübe und umwölkt über den Häuptern der Ehegatten sich ausbreiten soll. — Wie aber jedes Ovfer, das dem Erringen eines höheren Zieles gebracht wird, bei dem es Bringenden, in der Erinnerung sowohl, als in seinen praktischen Folgen, segenreiche Spuren zurückläßt, so ist auch das opferfreudige, gegenseitige Sichunterordnen der Ehegattin rion den wohlthuendsten Folgen für das Glück und die Zusriedenheit derselben begleitet. Ja, dieses liebeuub opfervolle Ausgeber: des eigenen Selbst bildet sozusagen das eigentliche Geheimniß der nicht zu häufig anzutreffenden, wahrhaft glücklichen Ehen, ein Geheimniß, dessen unschätzbaren Werth uur Diejenigen ganz zu würdigen wissen, die seine göttliche Kraft, seine bezwingende und beseligende Wirkung viel- und mannigfach an sich erfahren haben. — Räumen Sie, meine Geehrten, der hohen Tugeud, die dieses Geheimniß in sich bürgt, einen entscheidenden Einfluß auf ihr Verhalten zu einander jederzeit ein, und Sie dürfen gewiß sein, daß das Glück des ehelichen Lebens Ihnen dann niemals fehlen, sondern die ganze Dauer ihrer Vereinigung auf Erden hindurch im vollsten Umfange Ihnen zu Theil werden wird! II. Der schlichte G o l d re i f e n und die damit verbundene kurze Anrede des Mannes an die von ihm zur Lebensgefährtin Erwählte, bilden das zweite, zugleich aber auch das einzig bindende, für die Giltigkeit, und bis zu einem hohen Grade Unlöslichkeit des Ehebundes entscheidende Moment der jüdischreligiösen Trauung. Es ist für die erhabene Auffassung der Ehe im Judenthum bezeichnend, daß die Trauungsformel mit den Worten beginnt: ״ הרי את מקדשת ליDu seiest nur als heiliger Besitz angelobt!" Nur auf heiligem Grund und Boden vermag die Ehe jene herrlichen Blüthen zu trei den, die die Ehegatten in so besonders wohlthuender Weise