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Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 3 (1878) · p. Seite 282

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
3 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 282 (sequence 122)
Language
German
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282 der nach, so sinden wir es durch folgende Thatsache erklärt. Als Vespasian Jerusalem belagerte, so berichtet der Talmud, da trat Rabban Johanan beu Sackai, der die Eroberung der Gottesstadt voraussah. vor ihn mit der Bitte hin: תן לי יבנה ״ וחכמיהO gib mir die Stadt Jabneh und ihre Weisen." (Gittin 56,b.) Der wilde Eroberer mochte über diese bescheidene Bitte des Rabbi gelächelt haben, was sollte, was konnte Jabneh mit seinen Weisen dem jüd. Volke nützen, wenn Jerusalem zerstört, das Heiligthum in Schutt und Asche liegt, das Volk selbst seines Landes beraubt ist? Freilich der heidnische Römer konnte nicht ahnen, daß in der Thora eine wunderbare Macht liegt ein gebrochenes Volk zu verjüngen, er gewährt die Bitte, und mit der Gewährung dieser Bitte war Israel gerettet, denn, m. Fr., wenn Israel seine חכמים hat, welche die Thora lernen und lehren, wenn Israel sein heiliges Erbgut, die Gotteslehre, hat, dann ist es stark, unübermindlich, altert es nicht, es bleibt in voller Jugendkraft, in voller Jugendstärke. Begreift ihr nun das Wunder der Wiedererstarkung, Wiederverjüngung des jüd. Volkes?! II. M. th. Glbr.! Israel hatte seine Jugendkraft wunderbar wieder durch die Thora, durch das Studium der Gotteslehre erlangt, und dadurch erhielt es auch seine alte Jugendliebe zu seinem Gott wieder, denn beide sind in steter und enger Verbindung niit einander, wie dies so schön und sinnig der Midrasch ausspricht. Zu den Anfangsworten unserer Heutigen Haftara: ״Höret das Wort Gottes Haus Jakobs und ihr Familien des Hauses Israel" (Jer. 2,4.) bemerkt der Midrasch: משל למטרונה שהכניסה למלך שני הדסים ואבהה אחד מהם והיתר, מצירה עליו אמר לה המלך שמרי זה כאלו שמרת את שניהם כך כיון שעמדו ישראל על הר סיני אמרו כל אשר דבר ה׳ נעשה ונשמע אבדו את נעשה וכי א״ל הק״ב״ה שמרו את נשמע כאלו שמרתם את שניהם (Jalk. Jer. 204) ״Israel befand sich in der Lage einer Matrone, welche dem König zwei prachtvolle Mprthen als Geschenk brachte; sie verlor aber eine dieser Myrthen, worüber sie sehr betrübt

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