Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 3 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 267 (sequence 107)
- Language
- German
- Belongs to
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267 wir unseren Beruf als Einzelne und als Gesammtheit erfüllen. Freudig werden wir dann zum herannahenden Schabuothfeste vor Gott erscheinen und ausrufen können: wir haben unser Heiligthum, die Thora, so rein und lauter, wie sie unseren Vätern gegeben wurde, bewahrt, beobachtet, verbreitet und heilig gehalten — כל אשר דבר ה' נעשה וכשמע ״Alles was der Herr befohlen wollen wir auch in Zukunft üben und verstehen/' Amen. XV. Predigt gehakten am Saööath Kakak, 17. Jammus 5632 in der Seminarsynagoge zu Breslau. Von Rabbiner Dr. Nawitsch in Schmiehheim. Unser heutiger Abschnitt entrollt vor unseren Äugen ein Bild, nicht matt und farblos, sondern mit scharf ausgeprägten Zügen, der Wahrheit entsprechend, werden Personen vorgeführt, Charaktere geschildert, wie die Erde sie trägt, und hervorbringt. Balak, der König von Moab hegt einen unversöhnlichen Groll gegen Israel, das dem Sklavenjoche Aegyptens kaum entronnen, bem Leben der Wüste kann! entsagend, sich anschicken wollte, festen Fuß zu fassen auf einem Stück Lande, das es durch Mühe und Arbeit, durch Fleiß und Anstrengung sich erworben hatte und besaß. Und wie will Balak sich seines Zornes entledigen, wie gedenkt er dem Volke entgelten zu lassen den Grimm, den er in seinem Busen hegt? Mit Zauberformeln, mit Magierkünsten wollte er Israel schwächen, wollte er ausrotten ein Volk, das jene Mittel so sehr verschmähte, das mit Hohngelachter auf Todtenbeschwörer und Zeichendenter, auf Aberglauben und Aberwitz herabblickte.