Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 3 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 266 (sequence 106)
- Language
- German
- Belongs to
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266 — M. A.! Freilich sind es nicht mehr das sichtbare Heiligthum der Wüste, oder der einstige Tempel auf Zion, um die wir uns lagern könnten. Aber ein anderes Heiligthum, das für alle Zeiten unabhängig vom Orte ist aufgerichtet worden, ich meine die G o t t e s l e h r e, um diese müssen wir uns lagern. ״ מנגדIn der Entfernung" vom heiligen Boden der Geschichte unseres Volkes ״ סביב לאהל מועד יחנוmüssen alle als Israeliten mn das höchste jüdische Heiligthum, die Thora, sich sammeln," müssen wir uns sammeln und gemeinsam um die Stätten lagern, wo die Pflege der Neligion, der Wissenschaft und der Humanität ihren Herd gefunden. Schaaren müssen wir uns um die Schul-, Lehr- und Bethäuser, wo die Fortbildung der Erkenntniß des Wissens und der Nächstenliebe ihren Sitz aufgeschlagen hat. Wohlan denn, m. A., beherzigen wir die Worte der heiligen Schrift איש על דגלו, bleiben mir Jeglicher der Fahne des Judenthums treu, gleichviel ob wir dazu berufen sind, Führer, Leiter, Lehrer, Vertreter der Gemeinden, oder einfach Männer aus dem Volke zu sein. Bewahren wir Glaubensnluth, Glaubensstärke, Glaubenstreue. Lassen wir unser Herz nicht erkalten, unfern Verstand verkümmern, unsere Vernunft erblinden, sondern weihen mir uns dem Dienste des Göttlichen und des Gemeinwohles, מנגד סביב לאהל מועד יהגו fern von sichtbaren zerstörtem Heiligthume, wollen wir rings um das unsichtbare unzerstörbare, geistige Heiligthum, die Thora, uns schaaren, indent wir gestärkt durch das Gotteswort unser Herz zu einem unsichtbaren Heiligthunie machen. Denn das herrlichste Heiligthum ist das Herz, wenn die Flammen der Religion, der Liebe und der Menschlichkeit darauf lodern. Neben wir menschenfreundliche Thaten, pflegen wir die Lehre und ihre Lehrer. Prägen wir den Geist des Friedens und der Gotteserkenntniß in unseren Handlungen aus; scheuen wir kein Opfer für die Erhabenheit und Förderung des Cultus und seien wir überhaupt bestr׳bt, durch unser Leben und Auftreten das Judenthum zunehmend zu größerem Ansehen, zu wachsender Ehre zu bringen! Beherzigen wir dieses, dann werden