Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 3 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 199 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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199 I M. A.! ״Der Reiche soll nicht mehr und der Arme soll nicht weniger geben als einen halben Schekel zur Hebe des Ewigen." Nicht auf die Fülle der Habe oder der irdischen Güter, über die der Einzelne im Leben gebot, sondern auf die Güter und Güte des Geistes, die er besaß, kam es bei diesem ״ כפר נפש ל״הgottgefälligen Lösegelde der Seele," an. Was sollte damit gesagt sein? Der unveränderliche Maaßstab, nach welchem der Israelit messen, zählen und schätzen lernen sollte, darf nicht das Gut sein, welches der blinde Zufall ihm in den Schooß wirst, sondern das höhere selbst erworbene geistige Gut, das dem Menschen Achtung und Verehrung schafft durch seine Gesittung, Frönimigkeit, Bildüng und Humanität, als Förderer seiner geistigen Freiheit, die seinen Werth und seine Würde sichert כי השא את ראש ״ בני ישראלWenn du zählst, so zählt der Kopf nur in Israel. ״ בקע לגלגלתEinen Beka für den ״K o p f." ״Nach Maaßgäbe seines Verstandes, seiner Einsicht wird Jeglicher gerühmt," sagt König Salomo (Spr. 12,8). Das gilt aber noch in höherem Maaße für Israel als Gesammtheit Keine Anbetung und Verehrung des goldenen Kalbes. Dieser Fehler, in den Israel wohl nur einmal verfiel, rächte sich folgenschwer an demselben für alle Zeiten und wurde.von seineu Feinden in allen Variationen ausgebeutet. Lautet ja die höchste Auszeichnung, die Verheißung des höchsten Lohnes für Israel: ״Die Völker der Erde werden sagen müssen, ja eine weise und einsichtige Nation ist dieses große Volk." (Deutr. 4,6). Daß wir auch ein reiches Volk werden sollten und müßten um gottgefällig zu werden, davon hat uns Gott in seiner heiligen Lehre nichts verkündet. Vielmehr heißt es: ״Der Reiche soll nicht mehr, der Arme soll nicht weniger als einen halben Schekel als Hebe dem Ewigen geben I" Und warum sollte man nur einen מחצית השקל בשקל הקודש geben? Auch darin liegt ein erhabener Gedanke. Konnte sich schon Niemand bei dieser kleinen Gabe überheben — denn der Aermste und Reichste leistet dasselbe — so wurde