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Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 3 (1878) · p. Seite 180

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
3 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 180 (sequence 20)
Language
German
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echt menschenwürdigen Anschauungen sollen wir hingehen zur Feldarbeit des gesammten Lebens? Der Prophet gibt uns eine Antwort, die im Hinblick aus den heutigen Tagen zu ihrer vollen Berechtigung gelangt. Er schildert den Glückszustand des Menschen mit den Worten לא *געו לריק ולאילדו לבהלה ״ כי זרע ברוכי ח' המה וצאצאיהם אתםNicht werden sie sich mühen für Leeres, und nicht werden sie erzeugen zum Schrecken, denn ein Same der Gottesgesegneten sind sie und ihre Nachkommen mit ihnen." Laßt uns diese Worte genauer betrachten. I. Ein Gebet haben unsere Lehrer dem heutigen Festtage bestimmt, das zum großen Theil auch in unsere Verhältnisse seine volle Berechtigung, überhaupt aber seine große Bedeutung hat. Es ist das Gebet um Regen, das in Palästina von diesem Monate an eine Nothwendigkeit ist, weil mit ihm das neue Jahr des Landbaues beginnt. Wir bedürfen des Regens nicht gerade erst von jetzt ab, auch ist jetzt nicht die Anfangszeit des Regens; doch auch für uns ist der Regen eine Lebensbedingung, auch für uns eine Quelle des Feldsegens und dadu!ch des Landes Wohlfahrt. Das Gebet um Neger: ist uns darunr, obwohl jetzt ein nrcht ganz zertgenräßes, doch niemals ein unzeitgemäßes, es quillt uns heute auch aus tief )'teilt Herzen und ist somit berechtigt. Aber auch überhaupt von Bedeutnng. Die Bitte um Regen ist das Eingeständniß des Beters, daß seine Macht nicht zu den Wolken reicht, und sein Werk ohne den Segen des Himmels ein vergebliches ist. Dieses Geständniß entspricht aus der Erkenntniß, zu der der Landmann leichter gelangt, als jedere andere Arbeiter, daß des Menschen Werk nur durch Gottes Segen ein glückliches ist. Unserere Lehrer haben nun in ihrer tiefreligiösen Auf׳ sassung auf den heutigen Festtag die Bitte um Regen eingesetzt und somit einen Gedanken ausgesprochen, der geeignet ist, ein echt menschenwürdiges Arbeiten in der erhabensten Weise einzuleiten und fruchtbar zu machen, nicht nur dem Landmann eine Leuchte auf seinen Weg zu geben, sondern die ganze

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