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Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 3 (1878) · p. Seite 176

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
3 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 176 (sequence 16)
Language
German
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176 die ein Band für alle Menschen ist, die überall sich neu und immer wieder frisch und kräftig sich erzeugt, neue Worte, neue Reden schaffend. Die Augen führten die Welt in den Menschen, die Lippen den Menschen in die Welt, die Augen sind die Thore, durch die Gottes Werk einzieht, die Lippen Thore, durch die Menschenwerk auszieht, die Augen sprechen zum Menschen, die Lippen vom Menschen, die Augen ein Spiegel der Welt, die Lippen, ein Spiegel des Menschen, sind es, die den Willen wohl nicht beherrschen, aber seiner Herrschaft sich zu entziehen streben, sie haben Neigung wie Wucherpstanzen aufzuschießen, sie wollen wie schäumende Rosse der Gewalt des Lenkers entgleiten und oft haben die Lippen eine wilde Fahrt von stürmischen Worten entsandt, die den Menschen in den Abgrund schleudern מות וחיים ביד לשון ״Tod und Leben ist in der Hand der Zunge.״ Aber wie die Weide sich innig anschließt an den Lulaw, so müssen auch die Lippen sich der Herrschaft des Willens unterwerfen und mit ihm nach dem Lobe Gottes streben. Einfachheit und dennoch Ordnung und Schönheit, Reinheit und Gesundheit des Wachsthums, der Blätter, sollen die Weide auszeichnen so soll auch des Menschen Sprache auch in ihrer Einfachheit und dennoch schön in ihrer Ordnung, rein und gesund in ihren Worten sein ״ לעולם אל יצא דבר שלא כהוגן מפיךnie entfahre ein unwürdiges Wort deinem Munde" — Wahrheit soll der Sprache Stempel, Aufrichtigkeit und Innigkeit ihr Leben sein. Immer sei das Lob Gottes in unserem Munde, und öffnen soll er sich in Weisheit, die Lehre der Liebe auf seiner Zunge, seine Lippen sollen das Wissen hüten, seine Kehle voll von Gottes Erhebung sein. IV. Der Eßrog gleicht dem Herzen. Mit dem Lulaw und seinen Myrthen und Weiden zu einem Bunde vereinigt, aber doch nicht so wie die letzten mit dem Lulaw fest verknüpft, nur durch die Hände des Menschen in eine Gemeinschaft geführt, ist er allein und einzig eine kostbare Frucht, deren Geruch ein edler, deren Geschmack ein angeneh-

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