Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 3 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 174 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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174 rade mit den Augen und nicht mit den Ohren verglichen, obgleich ihrer auch 2 und nicht mit der Nase, obwohl sie auch 2 Eingänge und nicht mit der Zunge oder der Haut, obwohl diese Organe alle Herolden gleichen, die Meldung von dem machen, was die Außenwelt erzeugt, sondern nur den Augen haben sie die Mprthen verglichen, weil diese Sinnesorgane mit ihrer Kraft am weitesten reichen, ihre Errungenschäften reichhaltiger sind, weil sie die eigentlichen Thore sind, durch die das meiste Wissen, die größte Kenntniß in die Seele des Menschen einzieht, weil ihr Sehen der Anfang alles Einsehens, ihr Merken der Anfang aller Erkenntniß, ihre Bilder die Keime aller Bildung sind, durch sie wächst und lebt der Mensch sich in die große Gotteswelt hinein und durch sie empfängt er wiederum ihren Reichthum. Die Bilder der Augen sind es eben, welche den Willen zu erregen, zu lenken, zu bestimmen suchen, die Augen und wie sie die ganze sinnliche Natur des Menschen mit ihrer Reizempfänglichkeit sucht den Willen zu beherrschen לא תתורו אחרי עיניכם nicf)t soll der Wille von den Sinnen sich beherrschen lassen, sondern sie sollen Licht für seine Zwecke suchen. Wenn wir die Myrthe an der Seite des Lulaw bewegen, so bekennen wir, daß das Auge sich anschließe an den Willen, an die Stütze des Menscheu zum Lobe Gottes, zur Verherrlichung seines Namens. Verwandelung unserer Sinne, besonders unserer Augen, durch die aufmerksame Betrachtung der ״göttlichen Schöpfung", durch die forschende Erkenntniß der erhabenen Wunderwerke, das ist der Augen Lobgesang. Wenn wir die Augen zu den Schriftzeichen unserer Bücher führen, damit sie vertraut werden mit Wortbildern der göttlichen Weisheit, wenn wir die Augen wenden nach dem Armen, uni seinen Bedarf zu erforschen nach dem Trauernden, um sein Herz zu erleichtern, nach den Kindern, um ihre Sitten zu beaufsichtigen, nach den Weisen und Lehrmeistern, um ihre Sitten und Tugenden zu erlernen, und wenn wir die Augen wegwenden von der Unthat, die angesehen sein will, von der Verführung, die blenden, von dem Heuchler, der täuschen will, wenn wir die Augen lehren nicht