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Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 3 (1878) · p. Seite 165

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
3 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 165 (sequence 5)
Language
German
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165 d. h. ja, euere Freuden sollen nicht blos von Außen, aus der Sinnenwelt kommen, sondern sie sollen von einem geistigen, von einem religiösen, von einem göttlichen Gedanken ausgefüllt sein. Denn die Freuden, die nur von Außen kommen, die wir nur empfangen durch äußere Sinneseindrücke, die verblassen allmählich und schwinden nach und nach, das Gefühl der Leere, des Unbefriedigtseins zurücklassend, — ,והיית אך שמח zu dem Satze: ״Und du sollst nur fröhlich sein," bemerken unsere Weisen: ״ מהו אךWarum dieses Einschränkende ״nur"? und sie antworten aus der richtigen Erfahrung heraus mit ihrem tiefen Kennerblick מפני שאתה מוצא שכל שמחה שאדם שמח בעולם הזה אין שמחתו שמחה שלימה ״Weil eine jede Freude, die der Mensch aus dieser vergänglichen Welt schöpft, eineunvollkommeneist." Da ist keine Freude ohne ״Ach!" Nicht als ob unsere Religion uns verbiete, an den äußern Dingen, an den Gütern dieser Welt uns zu freuen, — es ist ihr ja im G ׳gentheil recht oft von solchen, die sie nicht begriffen, der Vorwurf gemacht worden, daß sie zu viel Gewicht auf die Güter dieser Welt lege, — sie will diese irdischen Güter nur als Güter d. h. als Mittel zum Guten betrachtet wissen, sie will uns lehren, daß nicht nur der Schmerz und das Unglück, das die ältesten Völker als ein Heiliges ehrten, daß mehr noch die Freude und das, was wir Glück nennen, eine reinigende heiligende Kraft besitzt, die uns zu freieren, besseren, gehobenen Menschen macht. Denn wir freuen uns, das heißt ja nichts anderes, als wir sind frei von äußeren und inneren Fesseln, von Sorgen und Mißnruth, das heißt: wir sind geöffnet allen Eindrücken des Guten und Schönen, die wir vertrauensvoll in uns aufnehmen, d. h., wir sind erfüllt von Liebe und Theilnahme, für die Welt um uns her, für Natur u. Menschheit. Im Unglück, wenn des Schicksals Schläge uns treffen, da schauen wir schon auf zu dem, der die Ruthe schwingt, da lehrt die Noth uns beten, aber im Glücke vermeint man gar oft, nun auch ohne Gott auskommen zu können, — und gerade um diesem Wahne zu steuern, da ruft uns dieses Fest zu: מבוכות

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