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Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 2 (1878) · p. Seite 142

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
2 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 142 (sequence 62)
Language
German
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142 Und siehe da, unserem geistigen Auge zeigt sich auch eine ״Quelle," aus der wir schöpfen können das Verständniß jenes reingeistigen Vorganges auf Sinai, eine Quelle, so rein und so reich, daß wir keiner anderen bedürfen. Wir meinen, die Erzählung der Offenbarung, wie die heil. Schrift selbst sie uns giebt, sie ist zugleich eine Erklärung der Offenbarung, freilich nur für den, der sie liest mit dem geweihlen Auge und mit der an innerer Wärme und Herzensinnigkeit genährten Spürkraft unserer großen Weisen und Lehrer. ״Eine Erklärung der Offenbarung!" klingt dieses Wort nicht anmaßlich? ״ החקר אלוה תמצאWollen wir etwa das Gottesgeheimniß ergründen?" Nun, m. A., wir haben an jeder Gottesthat, an jedem Gotteswunder, das in die Menschenweit eintritt, immer zwei Seiten auseinanderhalten, die Gottesthat selbst, die unerforschliche, und die Erscheinung dieser Gottesthat, die, weil sie in die Erscheinung tritt, eben dadurch zugleich unserer Erforschung und unserer Erkenntniß zugänglich wird. Und was nun diese äußere Erscheinung anlangt, so haben wir bei der Offenbarung am Sinai unsere Aufmerksamkeit aus drei verschiedene Momente zu richten: 1) auf die Zeit, in der sie geschah, 2) auf den Ort, an welchem sie stattfand, 3) auf das Volk, welchem sie geworden, denn die Offenbarung trat ein: in einer bestimmten Zeit, an einen! bestimmten Ort, für ein bestimmtes Volk. — Und keinen dieser 3 Punkte hat die Erzählung der heil. Schrift unberührt, oder auch nur dunkel gelassen, über jeden uns das Wissenswerthe zum Verständniß der Offenbarung mitgetheilt. Sollte nun nicht die beste Art, das Fest der Offenbarung zu feiern, die *sein, daß wir uns in diese 3 uns zugänzlichen Seiten derselben vertiefen, um daraus zu lernen, welche zeitlichen, räumlichen und menschlichen Bedingungen sich erst erfüllen mußten, damit die Offenbarung stattsinden, damit das Herrliche geschehen, damit die dunkeln Ahnungen einer höheren Macht sich wandeln konnten in ein lichtes Schauen, damit durch das erschütterte Menfchenohr in's

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