Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 2 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9616701-9619793-9619877--1219-9619913- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
116 Scheinbar ist dieser Zusammenhang ein bloß äußerlicher nach dem Buchstaben, weil bei beiden Geboten der Ausdruck זכור ermähnt wird. In der Thal aber ist bei näherem Herangehen ein auch für die nüchternste Betrachtung einleuchtendes Zusammengehörigkeitsverhältniß bemerkbar. Das Gottesbuch selbst weist uns daraus hin, indem es zu dem in den Zehngeboten ausgesprochenen Sabbathgesetz das eine Mal als Grund hinzufügt ״denn in 6 Tagen hat Gott die Welt geschaffen", und das andere Mal וזכרת כי עבד היית בארץ מצרים ויוציאך ה׳אלהיך משם ביד חזקה יבזרוע נטויה על כן צוך ה' אלהיך ״ לעשות את יו השבתund du sollst gedenken, daß du Sklave warst in Aegypten, da hat dich der Ewige dein Gott von da. herausgeführt mit starker Macht, darum befiehlt er dir, den Sabbath zu begehen." Was sich aus diesem Zusammenhang, von S ch ö p s u n g der Welt und Errettung aus Aegypten unK ergiebt, m. A.? Nun die Bezüge sind klar und selbstredend: 1) Daß der Glaube an Gott als den Sch ö pfer für die Religion nicht ausreicht. 2) Daß er ergänzt werden muß durch den Glauben an Gott als den Befreier aus jeglicher Noth. Und ferner: 3) Daß Gott als Retter nicht denkbar ist, wenn er nicht als freier Schöpfer des Weltalls gedacht wiro. Die gegenseitige Ergänzung und Durchdringung dieser beiden Glaubensfundamente, wollen wir, m. a. Z., in dieser der Andacht und Belehrung geweihten Stunde unseres heutigen Sabbaths, der in der doppelten Eigenschaft, als Sabbath und als Peßachtag auf tritt, in nähere Betrachtung ziehen, zu welcher der Herr, der da ist Schöpfer und Erretter, uns seinen göttlichen Segen angedeihen lassen möge! Amen. I. Die Ahnung einer höheren Macht, m. A., ist eine Mitgift, die jedem Menschen eben von dieser höheren Macht mitgegeben worden. Der erste denkende Blick, den der Mensch in sein Inneres, oder früher noch, den er auf die Außendinge wirft, lehrt ihn einen Gott kennen und glauben. In