Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 2 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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Wir thun euch kund, daß die Täubchen noch zu jung "sind und die Lämmer zart, und die Zeit des Frühlings ist noch nicht gekommen, so habe ich mit meinen Genossen es für gut gefunden, zu diesem Jahre einen Schaltmonat hinzuzufügen." Lämmer und Täubchen waren ihre Zeichen Ob sie dabei nicht gedacht haben an שה פזורה ישראל (Jer. 50, 17,) — an יונתי בחגוי הסלע (Hol). L. 2, 14,) an das verscheuchte Lamm, Israel, das Täubchen in Felsklüsten? O gewiß! Sie schauten das nahe Bevorstehende im Geiste voraus. Von der Höhe des Tempelberges überblickten sie di? heilige Stadt und das Land, von Parteien zerrissen, die bald im blutigen Kampfe einander zerfleischen sollten. Und schon hatte der Römer seinen ehernen Fuß auf Judäas Nacken gesetzt, schon mußte Gantaliel seine Bestätigung von dem römischen Präsekten in Syrien holen; (Sanh. 11, a.,) es war der Selbstständigkeit Israels nur noch eine kurze Frist gewährt, so lange es den Tyrannen beliebte. Jene Weisen ahnten, daß die Zukunft des Vaterlandes immer trauriger sich gestalten werde, daß für ganz Israel lange Tage grausiger Knechtschaft kommen würden, und sie meinten: wartet dann geduldig, bis die Zeichen des Frühlings erscheinen. Und diese Zeichen waren ihnen nur äußerliche Merkmale. Sie bedurften ihrer eigentlich nicht, sie kannten die Berechnung, welche als סוד העיבור den Weisesten und Besten anvertraut war. Und als dann der Tempel gesunken und das Galuth hereingebrocheu war, als Briefe und Boteu des obersten Gerichtshofes die weit Zerstreuten nicht mehr erreichen konnten, da stellte vor jetzt 1510 Iahren der jüngste Hillel, der letzte Nasi aus dein Patriarchengeschlechte Hillels des Alten, die Ordnung und Regel des Sonnencyclus und die Frühlingsperioden fest bis an's Ende der Geschlechter עד סוף כל הדורות עד ביאת הנואל; bis ein Tempel wieder bestehen und ein Sanhedrin wieder tagen wird in der Ouaderhalle, um die Feste zu verkünden. So fassen wir nun die bleibenden und belebenden Gedanken aus diesen Erwägungen zusammen. Immer auf das Entstehen neuen Lebens und auf das erlösende Erwachen