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Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 2 (1878) · p. Seite 93

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
2 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 93 (sequence 13)
Language
German
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93 ihm angethan wurde, sondern freudig begrüßt es jeden Fortschritt zum Besseren ohne Haß, ohne Groll, ohne auch nur im Entferntesten dessen eingedenk zu sein, was an ihm gesündigt wurde. Aber so wir einmal ern-lich auf unsere Vergangenheit blicken, dürfte gar mancher Gedanke zum Besseren in uns aufsteigen. Nicht groß war das Gebiet, das Israel stets für sich in Anspruch nahm. ״Herr, es ist nicht hochmüthig mein Herz, ich gehe nicht aus auf große und wunderbare Dinge, die mir zu hoch sind. Nein, ich stille und beschwichtige meine Seele, wie ein Kind bei der Mutter, wi ein Kind ist meine Seele in mir." (Ps. 131.) Aber diesen schmalen Streifen, den es für die Gottesidee beanspruchte, behauptete und vertheidigte es; diese Idee erhielten sie in ihrer Reinheit und Lauterkeit, in ihrer Einfachheit und Schmucklosigkeit, die immer wieder sich verjüngt, immer wieder ihre alten Wunder verübt, an uns heute, wie einst zur Zeit unserer Väter. Jenes frohe Gefühl, womit sie unsere Väter erfüllte, ist auch heute noch im Stande, uns eine Zeit lang zu trennen von dem Irdischen, Vergänglichen und uns zu dem Erhabenen, Göttlichen hinaufzuziehen. Welche Gedanken könnten uns daher wohl würdiger und geschmückter vor Gott erscheinen * lassen, als jene, die sich an die Vergangenheit Israels knüpfen, an jene Zeit, von der der Prophet sagt: ״Du aber Jsrael, mein Knecht, Jacob, den ich ergriffen von den Enden der Erde und von ihren Säumen ries ich dich her und sprach zu dir: mein Knecht bist du, ich erwähle dich und verwerfe dich nicht." II. '״ וחגתם אוחז חג להihr sollt ihn feiern als ein Fest für den Ewigen." Nt. A. Nicht blos anstaunen sollen wir die alten, vergangenen Zeiten, nicht auf sie, wie auf Ruinen blicken, die uns mit einer heiligen Scheu erfüllen, sondern entlocken sollen wir ihnen die Töne, die noch nicht ausgeklungen. Die Sprache, die aus den alten Zeiten zu uns redet ist jener

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