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Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 2 (1878) · p. Seite 92

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
2 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 92 (sequence 12)
Language
German
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92 stattet mit jenen glänzenden Aeßerlichkeiten! Nicht in Tempel, die da strotzen von Bildnissen und kostbaren Geräthen, nimmt sie ihre Zuflucht, sondern die schmuklose Einfachheit, die prunkloie Herzensinnigkeit ist die Krone, die sie ziert. Darum klingen ihre Worte nicht rauschend und helltönend, sondern einfach und gehaltvoll, lehrreich und beherzigenswerth ist die Stimme, die ans ihr spricht. ״Und dieser Tag soll auch ein Andenken sein," ruft st; uns zu. Gedenket der Vergangenheit, gedenket der Zeit, da Gott unsere Vorfahren führte aus der Finsterniß zum Licht, aus den Fesseln zur Freiheit '״ ואתכם לקה דEuch hat der Ewige genommen und euch geführt aus dem eisernen Schmelzofen, aus Mizrajim, ihm zu sein zum Volke des Besitzes, wie heutigen Tages geschehen" חייב אדם לראת את עצמו כאלו ״ הוא יצא ממצריםEs müsse ein jeder es sich vorstellen, als ob er aus Mizrajim gegangen," sagen unsere Weisen. Eine eigenthümliche Vorstellung das! werdet ihr sagen. Und doch enthält dieser Satz etwas Wahres in sich. Wer den Auszug aus Aegypten einem anderen geschichtlichen Ereignisse gleichsetzt, wer ihm abstreift jede höhere Bedeutung, jedes tiefere Eingreifen in die Verhältnisse und Zustände der damaligen Welt, der läugnet jeden höheren Zweck in der Geschichte Jsraels. Ein Volk war frei, es wurde so oft aus der Hand von Tyrannen gerettet; und was sollte die Bestimmung dieses Volkes sein? nicht sollte es seinen Fuß stolz auf den Nacken besiegter Feinde setzen, nicht zu politischer Größe sollte es heranreifen, sondern einen Tempel sollte es bauen, in dem es Gott verehren, in dem es ihn vor den Augen der Völker verherrlichen sollte. Eine Idee war es, für die Israel sich opferte, eine erhabene, göttliche Idee, für die es alle Schmähungen über sich ergehen ließ. Welch' traurige Erinnerungen ruft nicht gerade das Pessachfest in uns wach! wie ungerecht waren doch die Beschuldigungen, die um seinetwillen gegen Israel gehäuft wurden? Ich will schweigen davon! Hat doch Israel kein Gedächtniß für das Unrecht, das

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