Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 2 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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91 wieder in derselben Gestalt und in derselben Form, dieselben Wahrheiten lehrend und einschärfend. Und als Bewahrer und Hüter dessen, was einst unter so wunderbaren Zeichen für die religiösen Anschauungen ist verkündet worden, ist Jsrael in die Reihen der Menschen getreten als lebender Zeuge Gottes für die Welt. ״Ich habe dich nur darum erhalten, um dir zu zeigen meine Kraft, und damit man verkünde meinen Namen auf der ganzen Erde." Eine ernste, mahnende Pflicht ist es für uns, jener Tage zu gedenken, da wir durch Gottes Allmacht errettet wurden, da so sichtbar die Zeichen waren, die Gott für seinen Bund uns ausgedrückt. Israel sollte es pflegen, jenes Heiligthum, das in ihm gegründet wurde, das in seinem Herzen eine Stätte fand, das es hindurchtrug durch Zeiten und Geschlechter, oft auf gefahrvollen und klippenreichen Wegen. ״Und sie sollen mir ein Heiligthum machen und ich will wohnen unter ihnen." Zur Erläuterung dieses Satzes haben unsere Alten folgendes Gleichniß aufgestellt. Einem Könige wurden bei seiner Krönung Geschenke kostbarster Art dargebracht. Unter anderen befand sich ein Mann, den die Natur nicht mit Glücksgütern gesegnet hatte, der aber dennoch einen Beweis seiner Liebe und Treue zu seinem Gebieter geben wollte. Er brachte ein Holzgeräth, das er selbst kunstvoll geschnitzt hatte. Da freude sich der König über dieses, den Uebrigen so geringfügig scheinende Geschenk und lobte den Geber mehr als alle Andern. Als man ihn fragte, warum er gerade an diesem kleinen Geschenke so großen Gefallen fände, während doch alle anderen es an Pracht und Glanz weit überträfen, so sagte er: alle anoereu Geschenke find an sich wohl schön und prächtig, aber sie gewähren mir keinen Einblick in das Innere des Gebers, während dieses kleine mir von dem tiefen Gefühle der Anhänglichkeit zeugt, von dem sein Verfertiger beseelt ist." M. A. Wir sind heute gewöhnt, alles das zu schätzen, was draußen im Toben von der Menge bewundert und angestaunt wird. Aber die Religion Israels ist nicht ausge-