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Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 2 (1878) · p. Seite 83

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
2 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 83 (sequence 3)
Language
German
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83 Mb scheidenheit, mit welcher diese Feier im Verhältniß zu ihren Schwestern auftritt, sondern Purim ist und bleibt auch deshalb das Veilchen unter den jüdischen Festen, weil es feine Entstehung und Einsetzung einer Frauenseele verdankt, deren hervorstechender Charakterzug, von der frühesten Kindheit an bis in's späte Alter hinauf, mädchenhafte Bescheidenheit gewesen. אסתר מן התורה מנין שנאמר אנכי־ הסתר אסתר Esther ist kein persischer, sondern ein echt biblischer Name, denn das hebräische Wort bedeutet nichts anderes als die Verbergende, die im Verborgenen Blühende. Ihr persischer Name war ההסה die Myrthe, ihr hebräischer Name war אסתר die Bescheidene. Nicht die Myrthe, sondern das Veilchen nahm den ersten Rang in jenem Brautkranz ein, welcher die auf den Königsthron erhobene Esther schmückte, denn, m. A., niemals und nirgends kommt der wahre Charakter der Jungfrau so rein, so ungeschminkt zum Durchbruch, wie während ihres Brautstandes; bei keiner Gelegenheit zeigt sich die Bescheidenheit einer Frauenseele so klar und deutlich, als wenn sie sich in den Lenzmonaten der Liebe ihr anspruchloses Wesen zu bewahren versteht. Die Pflegetochter Mordechai's ward nicht geblendet von der Pracht, von dem Glanze des Königspalastes, die Eitelkeit fand zu ihrem Herzen keinen Zutritt, sie blieb auch als Braut des mächtigen Perserkönigs die liebevolle, die anspruchslose Tochter Juda's לא בקשה דבר ותהי אסתר נושאת חן בעיני ״ כל רואיהEsther hatte für sich selbst keine Wünsche, keine Forderungen, darum fand sie Gunst in den Augen Aller, die sie sahen." Dieses Wort mögen sich in erster Reihe Jene nierken, die es nicht verstehen, warum diese Esther vor dem Nichterstuhl der jüdischen Geschichte so viel Gunst gefunden, dieses Wort mögen in erster Reihe Alljene beherzigen, die es nicht begreifen wollen, oder begreifen können, daß Esther nicht durch ihre Königs-, sondern durch ihre Frauen würde dem Judenthum Rettung gebracht. Ihr Frauen und Jungsrauen in Israel! wisset ihr, warum die jüdische Geschichte dem Namen Esther's ein besonderes Blatt mit goldenem Rande gewidmet hat? Nicht weil sie eine Krone getragen, nicht weil

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