Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 1 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 66)
- Language
- German
- Belongs to
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64 mit Thränen bemacht und mit Thränen :nüssen mir von ihm scheiden. Wie karg ist es uns zugemessen, mie flüchtig ist seine Zeit, mie zahlreich unsre Schmerzen, mie groß unser Elend. Das Alles empfinden mir jetzt mie sollst nie. רעדה ״ אחזתניUnd Schrecken ergreift uns." Scheu sehen mir in das Dunkel der kommendenden Zukunft, denn mas ist so fest von uns gegründet, daß cs nicht manken könnte? All unsere Vorsicht kann die Täuschung nicht fernhalten, all unsere Berechnung den Fehler ilicht lneiden, all unser Einfluß, ein Verstoß, eine Hinterlist kann ihn zerstören, all unser Reichthum, ein Hauch schwerer Zeiten kann ihn Hinwegblasen, und alle unsere Lieben, unsere Gatten und Gattinnen, unsere Kinder und Enkel, unsere Brüder und Schwestern, ullsere Eltern und Lehrer, wir selbst, תוסף רוחם יגרערן Gott sammelt ihren Hauch ein und sie verhauchen. Und unsere theure Glaubensgemeinschaft! All ihren Wohlstand, kann ihn ein Volksbrand nicht verzehren, all ihr Recht, kann es der Volkshaß nicht zertreten, all ihren Frieden, kann ihn der Glaubenshaß nicht in sorgenvolle Unruhe wandeln? Meine Themen! Könnten mir anders als zittern, wenn mir unsere Ohnmacht so gewahren? II. Und doch, und doch, m. Lieben, haben mir vor unsernl Eintritt ins Gotteshaus ein Festmahl gehalten, nicht mie die von Angst Erdrückten, von Kummer Gepeinigten sind mir eingetreten, nein, mit einen: beruhigten Herzen, das Zittern unserer Seele ist wie das Beben eines Kindes, das nach langer Trenntlng seinen Vater miedersieht unb mit mehmüthigen Freudenthränen ihn wieder begrüßt. ״ גילו ברעדהJubelt in eurer Seele Zitten"! Jubelt, wenn ihr vor Gott zitternd tretet. Das ist das ׳בת קול welches in unsere Herzen tönt mie ein Posaunenruf von Engelchören, die ihren: Weltenmeister ein Jnbellied weihen, ein Ruf mie eine Friedenshymne, die in ihren Vollaccorden alle Saiten unserer Herzen miederhallen macht, und durch den Weltenraum ihre sanften Wellen gleiten läßt. Schöner klingt nicht das Jubellied der Früh-