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Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 54

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
1 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 54 (sequence 56)
Language
German
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54 ten, da sprach Elias: *״ קחייך ואבר נצחוני בני נצחוניGott lächelte und sprach: Es haben meine Söhne mich besiegt! Sie haben meinen Zorn gelähmt durch ihre Sicherheit, mit welcher Sie sich mir vertrauten! Und wie den Lehrern wird es uns ergehen, wenn wir den Muth der Demuth recht erfassen, wenn wir so stark sind, unsere Schwäche zu bekennen, wenn wir statt Selbstvertrauen, Selbverdammung üben, wenn wir dem Textworte des Propheten folgen: הזכירני ״ נשפטה יחדRufe du mich auf, daß wir mitsammen rech׳- ten." Fordere selbst von mir das strenge Recht, heische selbst von mir die Untersuchung im Gericht, ,ספר אתה למען חצער ״erzähle du, daß du gerecht erscheinst," bekenne rückhaltlos die Sünden alle, um die mit dir allein die Räume deines Haues wissen, gestehe frei und offen, was an deinen Kindern, was an deinen Freunden, was an mir du hast gefehlt, bezeichne selbst die schlimmen Wege, aus denen du Tugend, das Gesetz umgangen, auf denen du, statt mir zu nahen, von mir dich gekehrt! Das ist die Gabe, m. Fr., dieses offene Bekenntniß ist die Gabe, die wir dem Herrn zu diesem Tag entgegenbringen sollen, die uns am besten vor der Strafe schützt, die uns am sichersten mit Gott versöhnt. שטן ביוחב ״ לית ליה רשותאDer Ankläger, sagen unsere Weisen, der von dem Neujahrstage ab vor Gott sich tummelt, um unsere Sünden anfzudecken, um uns im göttlichen Gericht recht an zuschwärzen, um statt der Gnade Strafe, statt Vergebung Züchtigung herabzuflehen, — ihm ist am heutigen Tage der Mund verschlossen." Denn was vermöchte seine Anklage, wo unser eigner Mund über uns das ״Schuldig" spricht, wo unsre eigne Hand den Stab über unser Leben bricht! Herrlicher noch ist die Bemerkung, die unsere Weisen an das Wort des Textes knüpfen: ספר אתה למען תצדק אמר הקבה אני הפץ ״ שתזכו בדיך•Erzähle du, daß du gerecht erscheinst — mit diesen Worten spricht Gott selbst den Wunsch aus, daß wir gerechtfertigt aus dem göttlichen Gericht hervorgehen möchten." Wie ganz anders ist es unter den Menschen! Wenn zwei hintreten in einem Streite vor den irdischen Richter, dann heißt

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