Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 1 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/9616701-9619793-9619794--1153-9619847- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 51 — ist er gelöst — und was löst ihn anders als unsere Schuld, — kann unser Widerruf, kann der Ersatz ihn wohl von Neuem knüpfen? kann die Erkenntniß unseres Fehltritts diesen je vernichten? kann das Bewußtsein unserer Sündigkeit die Sünden jemals tilgen? kann, was wir für die Zuknnft Gutes auch und Schönes angeloben, die Flecken der Vergangenheit auslöschen? 1X2 .״ •הראשונות הנד־Das Vergangene, es ist gewesen" — und unsere Klage, unser Fasten kann das Denkmal nicht ver- Nichten, das aus dem Nebel der Vergangenheit in diese Stunde hineinragt und unsere Schuld uns vor die Augen rückt. Wenn auch reuige Sünder, sind mir nicht Sünder z wenn auch büßende Frevler, sind wir nicht Frevler? Da liegt denn jene Frage nah, die einst ein weiser Mann gethan: ומה 'יצדק אנוש עם אל Wie kann der Mensch vor seinem Gott gerecht erscheinen? Und diese Frage löst das Textwort, 'אנכי אנמי ״ הוא מוחה פשעיך למעניIch tilge deine Sünder, spricht der Herr, um meinetwilllen, um meinetwillen will ich deiner Sünden nicht gedenken." Um Willen Gottes — das ist der erste Gedanke dieses Tages, — wird die Versöhnung uns zu Theil, nicht weil wir sie verdienten, durch Gottes Gnade wird die Schuld vergeben, nicht weil ein Widerruf, nicht weil Vergütigung, nicht weil die eigne That zur Gnade ihn vermöchten. Wir können, wenn wir um Gnade und Versöhnurg flehen, nur mit den Worten Davids beten: ״ למע- שמך ה ומלתת לעוניUm deines Namens willen, vergieb mir meine Sünden!" Um deines Namens willen — darin liegt auch zugleich der erhebende Grund, weshalb Gott dem Sünder Versöhnung gewährt: יאי לאלהא רכה ״ דשביק לתוביץ רברביןDer große Gott schenkt großen Sündern Gnade," — denn diese alljährliche Sühne, die Gott um den einzigen Preis der יתווכח der Reue und Rückkehr zum Guten, dem Sünder gewährt, dieser alljährlich wiederkehrende Tag der Versöhnung — er ist die Veste, auf welcher die sittliche Welt sich erhält. Denn ohne Vergebung, ohne Verzeihung gäbe es nur einen Entgelt für die Sünde, den Untergang, wie der Ausspruch des strengen Rechts