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Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
1 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 13 (sequence 15)
Language
German
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13 Mörder schreckt und den Feigling zum Helden macht. Aber noch ein Zeugniß nimm aus eigner Brust! Der Gedanke, daß Gott das Leben liebt, er tönt uns wie ein bezaubernd Lied, er ist ein Wiederhall unserer tiefsten Wünsche, er trägt uns wie auf Adlersflügeln zu Gott empor und erfüllt uns mit unendlicher Seligkeit. Wer hat das in uns gepflanzt? Seht, m. Th., so ist unser eigenes Herz Zeuge für die Wahrheit des Satzes, daß Gott Wohlgefallen hat am Leben. Und wenn du fragst: Hat denn nicht aber auch das Menschenleben wie einen Anfang, so sein Ende, schließt nicht der Tod die Augen mit Schlössern fester als Eisen, und fesselt er nicht die Hände mit Ketten, die auch Fürsten nicht sprengen können? Nun, m. Th., das Erdenleben hat seine gezählten Tage, doch nicht das Menschenleben, ein anderes blüht es in andern Räumen, geahnt, doch unbekannt, die Fornl zerbricht, doch ewig währt ihr höherer Inhalt. Aber Israel? Ist dieses Volk nicht zerstreut, aus der Völker Mitte ausgeschieden und geschwunden? O nein, nl. Th., Jecheskels Bild') wird noch einst Wahrheit, Jesajas Prophetie^) eine That. Ein Gott, der Wohlgefallen hat am Leben ist unser Gott, und darum beten wir zu Gott um Leben. II. ״Und schreibe uns ein in das Buch des Lebens deinetwegen, Gott des Lebens." Wie wir um Leben beten sollen! Vielleicht um unsertwillen? Was sind denn unsere Tugenden, was unsere Verdienste vor Gott? Wir heben vielleicht stolz die Brust und werfen hoch die Augen und sagen kühnen Muths: Ich bin ein guter Jude, ich bin ein guter Mensch, ich habe Arme unterstützt. Doch das Gesetz sagt, wenn du dem Armen giebst, so prüfe seine Würde, seine Dürftigkeit, und reich ihm freundlich mit liebevollen Worten schnell, was er braucht und was du geben kannst, fühle keinen Schmerz um deine Gabe, rühme dich nicht ihrer, betrachte sie als eine heilige Pflicht, als eine Liebesspende von dem, was Gott dir ') Iecheskel c. 37. ג) Jesaj. c. 56, 8.

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