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Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
1 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 12 (sequence 14)
Language
German
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12 Schauen wir zurück in der Zeiten Uranfänge, da die Welt entstand, die uns umgiebt, deren Theil wir selbst sind, ״ היום הרת עלםHeute ist ja auch die Geburtsstunde der Welt." Der Gott, der sie schuf aus sich, aus eigenem Willen, ohne Zwang, ist das nicht ein Gott, der Wohlgefallen hat am Leben? Hätte er das Licht entzündet, die Wässer geschieden, die Himmel gefestigt, die Erde getrocknet, die Pflanzen aus ihrem Schooß gerufen, den Hinunel mit der Lichter Saat besät und Wasser und Erde mit Thier und Mensch gefüllt, wenn er nicht Freude am Leben hätte? Und gehen wir hinaus in die große Gotteswelt, schauen wir ein Pflänzchen an, hat es nicht Wurzeln und Blätter, um Lebenskraft zu sainmeln, und ist es nicht so gebaut, daß es lebe im Blühen und Früchte tragen? Da hat ihm Gott auch die Kraft gegeben, Samen zu tragen und aus ihm neue Pflanzen zu entwickeln. Dort sieh das Thier, das klein-׳, das im Tropfen Wasser lebt, wie das große, das die Fluthen aufregt, das kleine Würmchen, das im Staube wühlt, wie den Löwen, der die Mähne :nächtig schüttelt, die kleinste Fliege, wie den stolzen Adler, hat es nicht Alles, was es braucht zum Leben? und zeugen sie nicht wieder neues Leben, das sich nicht erschöpft, unbegrenzbar weiter wirkt? Und sieh doch endlich deine eigenen Brüder an, der Menschen geistbegabte Schaaren. Ihr Leib ist wunderbar gefügt, damit er lebe, ihr Geist ist reich an Kräften, damit der Mensch sein Leben führen könne. Und wie ist doch die Menschheit so geordnet, daß ein Volk dem anderen helfe, eine Kunst die anoere stütze, eine Wissenschaft die andere fördere, um der Menschheit Leben zu geben und zu erhalten. Sieh also in dein eigen Herz, sieh auf das Pflänzchen, auf das Thier, selbst auf den kalten Stein, wie ringt doch Alles nach dem Leben, wie liebt es seine Erhaltung, wie kämpft es für sein Dasein, und wir, wir strengen uns an mit all' unserer Kraft, wir ergreifen jeden Augenblick, wir benutzen jede günstige Wendung, wir kämpfen wie Löwen, wir jagen wie Hirsche, ja wir beten um Leben. Das ist Gottes Stimme, das ist sein Wille, der in uns lebt, und den

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