Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 11-12 (8.1875)
- Date
- 1875-08-01
- Page
- Seite 276 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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27« gedrückt, sie wird sich weiter segensreich entwickeln, und das Lehr- Haus, an dem er mit den innersten Fasern seines Wesens gehangen, das er nicht nur mit seinem Geiste, das er auch mit seinem Herzblute genährt, es wird sein Grab überdauern. Dafür bürgen die Männer, die an dieser Pflanzstätte 'jüd. Wissenschaft als Lehrer im Geiste und Sinne des Verklärten weiter wirken, wie die Männer, denen die Fürsorge und Verwaltung derselben am Herzen liegt. Sie alle, o Herr, mögest Du segnen und das Werk ihrer Hände gelingen lassen! Auf uns aber, Allgütiger, die Deine Hand am schmerzlichsten getroffen, denen Du nicht nur den Lehrer, denen Du auch den vorsorglichen Vater genommen, auf uns laß einen Theil des Geistes übergehen, der den verewigten Meister beseelte, auf daß wir seiner würdig leben und wirken! Amen. v. Israels Jugendsünde. Betrachtung am Aorabend des 2x2 5635 תשעה. von Oberrabbiner Dr. A. Kohut. M. a. Z.! Wer beschreibt die schmerzlichen Gefühle eines Mannes, der von Haus aus arm, im Schweiße seines Angesichts Tag und Nacht arbeitend, zu Vermögen gelangt und sein ganzes Vermögenscapital darauf verwendet, um für sich und seine Familie ein Wohnhaus zu erbauen und nun dieses Gebäude, ein herrliches, von den Vorüberziehenden als eine Augenweide gepriesenes, sich erhebt, ... da bricht nach kurzer Zeit ein Feuer aus und äschert das Haus sammt Wohnungseinrichtung ein; dem Eigenthümer kaum noch so viel Zeit übrig lassend, die erforderlich, um sich und der Seinigen nacktes Leben zu retten. Wer beschreibt den markdurchdringenden, seelenverzehrenden Schmerz des so plötzlich auf den Bettelstab Gebrachten?! Doch was heilte nicht die Zeit! Die Kraft, die gebrochene, erhebt sich von neuem; der Muth, der gesunkene, richtet sich wieder auf. Von neuem beginnt der schwer Heimgesuchte sein ״Rennen und Wagen, das Glück zu erjagen." Nach Jahren namenlosen Mühens, unermüdeten Sinnens und Ringens gelangt er, vom Glück begünstigt, abermals zu Vermögen. Abermals erhebt