Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 11-12 (8.1875)
- Date
- 1875-08-01
- Page
- Seite 273 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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273 * wir haben in ihm den zuverlässigen Pfadfinder in einsamen, schwer zugänglichen Gebieten verloren. Denn nicht auf die breite, ebene Heerstraße, da wo es der großen Menge sich zu tummeln beliebt, nicht auf längst ausgetretene Pfade —, nein, in den Urwald der jüdischen Wissenschaft hat er uns geführt, und die dichtbelaubten Zweige vorsichtig auseinanderbiegend, zeigte er uns die jüdische Weisheit, die da im Verborgenen blüht; הענן מהלך לפניהם משפיל ״ את הגבוה ומגביה את השפלjener Wolke gleich, ging er rüstig vor uns einher, die sich erhebenden Schwierigkeiten muthig aus dem Wege räumend und das unbeachtet Gebliebene, scheinbar Bedeutungslose zu der ihm gebührenden Höhe erhebend", und indem er immer weiter und unermüdlich vorwärts drang, rief er uns stets aufmunternd und ermuthigend zu: Kommt mir nach, folget meinen Spuren! Ob auch dieser Weckruf nie wieder aus seinem Munde schlagen wird an unser Ohr, ob auch die Kraft, die uns unwiderstehlich mit sich fortgerissen, auf ewig ist gebrochen, hier an seinem Grabe ruft unsichtbar sein Genius: במדבר פנו דרך ה׳ ישרו בעהבה מבלה לאלהינו כל גיא ינשא וכל הר וגבעה ישפלו והיה העקב למישור ״ והרכסים לבקעהBahnet weiter in der Wüste den Weg des Ewigen, ebnet in der Steppe eine Straße unserem Gotte! Jegliches Thal erhebe sich, jeglicher Berg und Hügel senke sich, es werde die Krümmung zur Ebene, Ungangbares zur Fläche." Nun denn, meine Freunde, wollen wir ernstlich unser Theil beitragen, um die Hoffnungen zu erfüllen, die der verklärte Lehrer auf seine Schüler gesetzt, so müssen wir dem erhabenen Ziele zustreben, das seine große Seele bewegte und dem sein ganzes, thatenreiches Leben gewidmet war, jenem Ziele, das er uns unermüdlich vor Augen gehalten und sterbend noch als heiliges Vermächtniß uns überliefert, dem Ziele, das in erster Reihe die Wissenschaftliche Erforschung der talmudischen und altjüdischen Geistesschätze bedeutet. Warum sollten seine Gedanken wie abgeriffene Fäden enden, die Keiner fortzuspinnen fähig wäre, warum sollte das Feuer, das heilig ihn durchglühte, in seinen Schülern nicht lichte Funken zünden? Freilich dürfen wir, so wir ihm nachstreben und nacheifern wollen, nicht auf der Oberfläche leichte Erfolge suchen, vielmehr müssen wir in die Tiefe steigen und anstrengende Mühe und Arbeit nicht scheuen, und sollte es uns gelingen, nur Körner reinen Goldes zu finden, wo er reiche Schätze gehoben, auch dann, m. Freunde, dürfen wir uns bescheiden, denn indem wir den Spuren eines großen Geistes folgen, wird uns bereits auf dem Wege gar reichlicher Gewinn. Und so wie auf dem Gebiete der Forschung, so möge sein