Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 11-12 (8.1875)
- Date
- 1875-08-01
- Page
- Seite 265 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9616701-9619452-9619730--0304-9619755- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
LtzS schöpferischen Geist die scheinbar widerstrebenden Elemente zu einer einheitlichen Richtung, zu einen! harmonischen Ganzen zu verschwelzen, eine Persönlichkeit so vielseitig veranlagt und dennoch wieder so konzentrirt und gleichsanr zu einem Punkte zusammengefaßt, und zwar in dem einen Punkte, auf den es eben ankam. Ja, Zacharias Frankel war, um es mit einem Worte zu sagen, eine so eigenartige Persönlichkeit, wie sie gleichsam nur hervorwächst aus dem Bedürfnisse der Zeit, in welcher sie aufzutreten von der Vorsehung berufen wird, er war ein Mann, welcher unverkennbar einen providentiellen Charakter an sich trug. Als das israelitische Volk mitten in der Wüste zum Bau der Stiftshütte schreiten sollte, da sprach der Herr, so heißt es in unserem Wochenabschnitte, zu Mose wie folgt: ראה קראתי בשם ״ בצלאל בן־אורי בן־הור למטה יהודהSieh, ich habe berufen mit Namen den Bezalee, beit Sohn Uri's, des Sohnes Churs, vom Stamme Juch. Und ich habe ihn erfüllt mit dem Geiste Gottes an Kunst, Erfindung, Einsicht und an aller Fertigkeit, Sinnreiches zu ersinnen, zu arbeiten in Gold, Silber und in Erz u. s. w." M. A. Da der Bau der Stiftshütte soll begonnen werden, da ein großes, ein heiliges Werk zu Stande kommen soll, da tritt ungeahnt ein Mann hervor, ausgestattet mit den seltensten Fähigkeiten, mit Fähigkeiten, zu deren Uebung sich in der Mitte dieses Volkes bisher nicht einmal die Gelegenheit gesunden hatte. Die Zeit fordert einen solchen tunstbegabten Mann, und er ist da, als hätte er nur geharrt des Ruses, der nunmehr an ihn erging. Das ist, so bemerken unsere alten Lehrer, nur ein Beispiel von den vielen, welche die Geschichte Israels aufzuweisen hat. Denn zu allen Zeiten stellten sich in Jsraels Mitte, wenn das Wohl der Gesammtheit es erheischte, im rechten Augenblick die rechten Männer ein, es traten stets im Judenthum die Männer auf, deren Wesen und Geartung fast allein im Stande war, dem Bedürfnisse der Zeit gerecht zu werden. Vom Urbeginn der Schöpfung an, so drücken sich unsere Weisen aus, waren diese Männer gleichsam vorgebildet für solche Augenblicke בי ״ פעל ועשה קורא הדורות מראשWer hat es gewirkt und vollbracht? der die Menschengeschlechter berief von Anbeginn." Seht, m. A., ein solcher Mann war Zacharias «Frankel, ein Mann, den die Vorsehung erweckt und zum Heil und Gedeihen des Judenthums für seine Zeit berufen hat. So bedeutend auch die Leistungen Frankens auf dem Gebiete der Wissenschaft gewesen sind, so epochemachend und bahnbrechend auch fast jede einzelne seiner Schriften in ihrem Bereiche gewirkt