Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 11-12 (8.1875)
- Date
- 1875-08-01
- Page
- Seite 264 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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264 samkeit. ״Aber das ganze Haus Israels hat zu beweinen den Brand des Ewigen, der hier hat stattgesunden", denn wahrlich einen unermeßlichen, einen unersetzlichen Verlust hat das gesammte Judenthum durch Frankels Tod erlitten. Ja, meine Andächtigen, was wir in diesem Manne verloren haben, das finden wir so schnell nicht wieder; ein Mann wie Frankel wird, wir müssend leider uns gestehen, so bald im Judenthum nicht wiederkehren. Mit dem Propheten Jeremia rufen wir aus: 122 1*7 אל תבבו למת ובל תכדו ״ בכו להלך בי לא ישוב עוד וראה את ארץ מולדתוNicht um den Todten weinet und beklaget ihn, weinet vielmehr um den Wegziehenden, denn er wird nicht wieder kehren und sehen das Land seiner Geburt." M. A. Ich weiß es wohl, daß inan in unseren Tagen es nicht gern hört, wenn irgend ein Mann an seinem Platze als nnersetzlich bezeichnet wird, daß diejenigen gerade, welche am wenigsten im Stande wären, einen genügenden Ersatz zu bieten, sich am Meisten gegen ein solches EingeständrÜß sträuben. Unsere Alten freilich waren darin anderer Meinung. ״ צדיק 2תמר יפרחDer Gerechte blühet wie die Valme." Dazu bemerken unsere Weisen, indem sie den Vergleich sinnig weiter führen: מה תמרה אם נעקרה אין חליפין׳ ״ בך הם צדיקים, איין להם חילופים בשעה שמתיםDie auserwählten Männer, wenn sie dahingehen, sie sind nicht zu ersetzen. Der Palme gleichen sie, der Tu kein neues Leben kannst verleihen, sobald Du sie entwurzelt hast und aus dem Boden hast entfernt, in welchem sie bis dahin gediehen war." Die günstigen Bedingungen, die diese oder jene Eigenart erzeugt haben, sie kehren vielleicht nie mehr in derselben Weise wieder; und so läßt eine jede Persönlichkeit, m welcher ein eigenartiger Charakter sich herausgebildet hat, in ihrem Kreise eine schweraussüllbare Lücke zurück, wenn sie aus dem Leben scheidet. Und nun gar erst von einem Manne von der ungewöhnlichen Geartung, wie sie in Zacharias Frankel zur Erscheinung kam, da wahrlich wäre der Glaube: es würde sich so leicht ein gleicher sinden, nicht nur ein eitler Trost, nein, eine solche Hoffnung, sie gäbe zugleich Zeugniß von einen: bedauernswerthen Mangel an Verständniß für diese so groß angelegte und einzige Persönlichkeit. Denn eine in ihrer Art einzige Persönlichkeit war Zacharias Frankel, eitle Persönlichkeit, von einer solchen einheitlichen Ganzheit und Geschlossenheit, daß sie zuweilen fast als schroff und ablehnend hätte bezeichnet werden tonnen, und dennoch wieder sehr geeignet, in einer sturm- und kampfbewegten Zeit die Gegensätze zu vermitteln und durch ihren