Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 11-12 (8.1875)
- Date
- 1875-08-01
- Page
- Seite 249 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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249 ein Ganzes, das Ganze eines echten und rechten Frommen; אשר ׳ נסיתו במסה תריבהו במי מריבה oft erprobt im religiösen Glaubenshader und im Meinungskampf religiöser Gegensätze ging diese seine harmonische Verbindung von Glauben und Wissen siegreich hervor. Anstatt vieler beweiskräftiger Belege sei bloß auf Frankels mannhaftes Auftreten in der zweiten Frankfurter Rabbinerconferenz, in der unter Anderem die hochwichtige Frage der Beibehaltung oder Außerachtlassung der hebräischen Gebete verhandelt ward, hingewiesen. Gegen die Mehrheit seiner Amtsgenossen machte der Gottselige an dem denkwürdigen Tage (17. Juli 1845) in der fünften Sitzung geltend: ״Die heil. Schrift ist ein den Juden übergebenes, von ihnen zu bewahrendes Unterpfand, welches wir seit Jahrtausenden durch die Welt zu tragen berufen sind. Nicht Priester haben diesen Beruf, sondern ganz Israel. Schon Samuel wirkte durch Errichtung von Prophetenschulen der Hierarchie entgegen; es heißt deshalb von ihm משה אהרז בכהניו ושמואל בקוראי שמו ״Moses und Aron unter seinen Priestern und Samuel unter den Verkündern seines Namens", wozu der Talmud richtig, bemerkt: ״ שקול שמואל כנגד משה ואהרןSamuel sei in seinem Wirken Moses und Aron gleich zu achten". Würde nun der Urtext h. Sch. wieder bloßes Eigenthum der Rabbiner, einer besonderen Klasse, so hätten wir bald Priester und Laien. ... Die Jugend muß demnach im Hebräischen unterrichtet werden, um Gottesdienst und h. Sch. zu verstehen. Es sei allerdings dringend erforderlich, einen Theil des Gottesdienstes in deutscher Sprache zu begehen, nur daß die h. Sprache vorwalten müsse, indem diese die Stelle der bei unserem Gottesdienst mangelnden anderweitigen sinnlichen Momente der Er- Hebung und Anregung vertrete. Zur Erhebung und Anregung diene sie aber schon durch die Erinnerung, daß sie die Sprache der Offenbarung sei, in. der Gott zu Mose gesprochen". . . . (S. Protok. und Aktenstücke der zweiten Rabbinerconf. S. 36.) Als jedoch die Abstimmung trotz dieser prophetisch begeisterten Ansprache zu Ungunsten Frankels ausfiel, schied dieser Tags darauf, aus der Versammlung, nachdem er dieser in einem markigen Absagebrief seinen posittv-historischen Standpunkt auseinander gesetzt hatte. (S. das S. 86 fg.) Diesem Standpunkt blieb er auch treu Zeit seines Lebens. So bethätigte der Gottselige die Segensworte: ״er unterwies in den Religionsvorschriften Jacob und Israel in den Lehren", in der schriftlichen und mündlichen, aus deren reichen Born er mit hingebungsvoller Freudigkeit schöpfte, und mit deren Gewässern erdie