Mannheim
Compact Memory

Israelitisches Predigt-Magazin · 1875-06-01 · 9-10 (6.1875) Juni-Juli · p. Seite 226

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
9-10 (6.1875) Juni-Juli
Date
1875-06-01
Page
Seite 226 (sequence 26)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/9616701-9619452-9619685--0260-9619711
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

22« plötzlich in den Weg und drohte mit Tod und Veruich.ung. Das ist nicht ein Kampf aus Furcht oder Herrschbegier, das st. ein Kampf des unseligsten Neides und Hasses, das ist der verkörpere, unersättliche Blutdurst, das ist die iists ^eben übertragene Verb -hnung und Verspottung alles Heiligen und Göttlichen, des Friedens, der Wahrheit und des Rechts. Der Kampf gegen einen solchen Gegner ist ein Gebot der Selbsterhaltuug, denn es gilt der Sicherstellung der hör pen und heilig eu Güter, welche das Leben veredeln und werthvoll machen Wer möchie nicht bewundern den, die fernsten Zeiten durchdringenden Scharfblick der Thora, welche es kommen sah, daß mit dein Hinichwinden des ersten Amalek die Gefahr für Israel noch lange nicht vorüber sein, sondern daß Amalek immer wieder aufleben werde in einer endlosen Kette von Geschlechtern — מדור דור — mit demselben Hasse gegen Israel, mit denselben feindseligen Grundsätzen, eine Kette, die bis in unsere Tage hineinreicht. Noch in unseren Tage!: sehen wir den Saamen, welcher! Amalek vor Jahrtaufenden gestreut, üppig emporschießen und in voller Blüthe stehen. Die Pflanzen haben nur in dem milderen Klima unserer fortgeschrittenen Zeit ein edleres, gefälligeres Aussehen angenommen, aber das Gift, das sie bergen, hat nichts von feiner Schärfe, von seiner verderblichen Wirkung eingebüßt. Da hören wir die Einen laut sich brüsten mit den Vorrechten der Geburt uub Abstammung, sich die Stützen und Säulen der Gesellschaft nennen, denen allein Sitz und Stinnne gebühre im Rathe der Völker; da sehen wir die andern in das fleckenloie Gewand gründlicher Wissenschaft sich hüllen und uns haarscharf beweisen, daß der Israelit verntöge seines geistigen und physischen Naturells nicht befähigt fei, jene Höhe geistiger Bildüng und sittlicher Vollkommenheit zu ersteigen, welche andere Nationen erreicht haben. Wahrlich, wer rnöchte da nicht mit dem Propheten ausrufen: ״Ich dachte nur, die Niedern sind bethört, denn sie kennen nicht den Weg des Ewigen, das Recht ihres Gottes. Doch sie allzumal haben das Joch gebrochen, die Bande zerrissen!" Gegen diese vom Hasse Bethörten und Verblendeten richtet sich der Vorwurf eines alten Lehrers: לא דיין לרשעים שעשין סלע שלי ״ פומבי אלא שמטריחין אתי ומחתמין אתי 2"סEs genügt den Bösen nicht, spricht der Herr, meine Münze zu fälschen, sie wünschen noch, daß ich auf ihr Lügenwerk das göttliche Siegel drücke." Jedoch, m A., lassen wir uns durch das Geschrei jener Feinde der Wahrheit und des Rechts nicht irre machen, waffnen wir uns wie Aharon mit dem Brustfchilde des Rechts, tragen wir das Be-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.