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Israelitisches Predigt-Magazin · 1875-06-01 · 9-10 (6.1875) Juni-Juli · p. Seite 224

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
9-10 (6.1875) Juni-Juli
Date
1875-06-01
Page
Seite 224 (sequence 24)
Language
German
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224 trad):un1). Leiten sollen uns hiebei die Textesworte: ״Ah!ron trogt das Recht der Kinder Israel a s ,einem Herzen vor dein E!igen beständig." Nicht sinder sich bich. ein Gebiet, auf dem die Begriffe 10 unsicher hin- und herichmanken, auf d.m die Urtheile fo unstät umheriiren, als das des Rechts. Das Recht h >t einen gar gefährlichen Nachbar am Unrecht, dessen Gebiet hart an das feine stößt, und es ist bisher noch keinem-irdischen Gesetzgeber gelungen, zwischen beiden die sichern Grenzliniert zu bestimmen, die festen, unverrückbaren Marksteine einzitsetzen. Ein Hauptfehler der jewei igen Gesetzgeber bestand darin, daß sie sich bei Bestinlmung des Rechts ausschließlich von der kalten, berechttenden Vernunft leiten ließen. Hät.en sie auf den Wink der Thora geachtet, welche besiehlt, das Recht auf dem ״Herzen" zu tragen, bei Fe,!stellung des Rechts die milden uub edlen Gefühle des Herzeits urilsprechen zu lassen, dann wäre die Entwickelung der menichlichen Gesellschaft friedlicher und raicher vor sich gegangen, dann wäre ihr rnauch harter׳ Kampf, welchen Wahn, Herrschsucht und Eigenrrutz Herausbeschmoren, eripart geblieben, bann wäre mancher Streit läng,! beigelegt, welcher heute noch vergebens seiner Lösung harrt. Aber das war's eben, was den Streit in's Unabiehbare verlängerte, ihn inimer von neuem anfachte, daß mau, anstatt eine höhere, freiere Ausfassung zir gewiirnen, imnter nur aus bnn nieder!!, einseitigen Standpunkt verharrte und nicht selten die Stärke, das Schwert, den Zu.all darüber entscheiden ließ wie weit des Rechtes Grenzen auszndehnen seien. Kann es uns wundern, wenn dann die Wage des Rechts das Gleichgewicht verlor, das Unrecht ungescheut auf offenen! Markte triuniphiren durste und als herrschende Macht auftrat. Gew!ß ha! aber unter dieser Schwankung des Rechtsbegriffes kein Volk der Erde mehr zu leiden und zu erdulden gehabt, als das israelitische. Wer will sie nennen die Vorwände und Rechtstitel, unter deren Schutz man Israel in feinem Rechte zu schmälern, in seiner Freiheit zu beschränken sich gestattete? Wer will sie ausdenken die Leiden und Qualen, welche feine Feinde über dasselbe zu verhängen sich für berechtigt hielten. Allein, m. A., hüten wir uns vor einen! Fehler, in welchen die Menschen gar leicht zu verfallen geneigt sind, hüten wir uns davor, alle unsere Feinde nach EinemMaaßstabe bemessen zu wollen. Seien wir billig gegen unsere Feinde nicht minder wie gegen unsere Freunde, seien wir gerecht in unserem Hasse nicht minder

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