Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 9-10 (6.1875) Juni-Juli
- Date
- 1875-06-01
- Page
- Seite 218 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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218 die Gotteslehre gegeben. Die Gotteslehre in der Hand und Gottesfurcht im Herzen machen den Menschen zum muthigen Krieger, zum unbesiegbaren Helden ר איזהו נבור הכובש את יצרו und er sieht ״den Feind vor sich her fliehen und die Widersacher sich vor seinem Angesicht zerstreuen." Und es könnte noch Jemand fragen, ob wir verpflichtet sind, der Jugend die Gotteslehre mitzutheilen? ob wir verpflichtet sind der Jugend die göttliche Waffe der Thorah frühzeitig in die Hand zu drücken, sie den Gebrauch derselben zu lehren und in der Führung derselben einzuüben? Wann beginnt denn eigentlich der Kampf mit dem יצר הרע für den Menschen, wann ist der Kampf zumeist gefährlich, zumeist verderblich, zumeist grimmig und fürchterlich? Etwa wenn der Mensch die siebenzig Jahre überschritten und die Leidenschäften und Begierden ״ ידמו כאבןschweigen und verstummen wie der leblose Stein!" Gilt der heiße Kampf nicht in erster Reihe der Jugend, wenn sie der Kindheit entwachsen, zum erstenmale ins Leben hinaustritt, zum erstenmale in den Kampf des Lebens hinauszieht und tausende von Feinden sich an ihre Fersen heften und tausende von Leidenschaften sie zu umstricken und in ihr Netz zu ködern suchen! Und Ihr Eltern! Ihr Väter und Mütter wollet diese zarte, schwache Jugend, wehrlos, hilflos, ohne Waffe, ohne Thorah, ohne Gottesfurcht den tausend Feinden, den tausend Leidenschaften entgegenschicken, und fürchtet nicht, daß sie, Eure Kinder, von des Feindes Roffehufen zerstampft und zertreten werden! Und Ihr Eltern könntet so grausam, so unmenschlich sein, Euer eigen Blut und Fleisch dem reißenden Wild, der Alles zermalmenden Sinnlichkeit preiszugeben und fürchtet nicht, daß das Wild Euer Kind zerfleischen und die Sinnlichkeit es mit sich in den tiefen Abgrund des Verderbens zerren und reißen wird! Nicht doch, m. Z.! Wollet Ihr, daß Eure Kinder die Feinde, d. s. die Leidenschaften, die Widersacher, d. s. die Begierden im Kampfe des Lebens besiegen und überwinden, dann — dann ועשו ארון עצי שמים dann machet das Herz des Kindes, machet die ganze Jugend zur Bundeslade, in die Ihr das Gesetz Gottes legt; 6׳ויהי בכם ע הארץ) und wenn diese Bundeslade, diese Jugend mit der Thora im Herzen hinauszieht in den Kampf des Lebens, dann fürchtet nicht, sorget nicht ob der lausend Feinde, ob der tausend Widersacher, denn dann heißt es: ,,ל] ומה ה ״ ויפצו איביך וינסן משנאיךAuf, Ewiger! Deine Feinde werden s) Aboth. Abschn. 4. «) 4. B. M. 10, 35.