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Israelitisches Predigt-Magazin · 1875-06-01 · 9-10 (6.1875) Juni-Juli · p. Seite 217

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
9-10 (6.1875) Juni-Juli
Date
1875-06-01
Page
Seite 217 (sequence 17)
Language
German
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217 bene Saat auf den noch frischen, jugendlichen, leicht empfänglichen Boden des kindlichen Herzens hinstreuen. Solch' goldene Saat, Brüder und Schwestern! glaubet es mir, bringt goldene Frucht. Gott der Herr sagt, man soll' der Thora eine Lade, einen Behälter machen, damit sie unversehrt und unbeschädigt von Geschlecht auf Geschlecht sich vererbe, und für alle Zeiten erhalten bleibe; gibt es aber einen besseren Behälter, eine bessere Bundeslade als das Herz der Jugend, als die reine Seele der unschuldigen Kindheit? Kann die Thorah beschädigt, vom Zahn der Zeit angetastet, durch die Gewalt der Elemente und die Rauheit der Stürme zerstört werden, wenn wir sie in diese Bundeslade, ins Herz der Jugend, legen! ועשו אתרן ״ עצי שטיםdas Kind, das Herz des Kindes sei die heilige Bundeslade", ר ואל הארון תתן את העדות אשר אתן אליך in diese Bundeslade leget das Zeugniß, das Wort des Herrn, in diesen zarten Boden verpflanzet den Baum des Lebens, in diesen kostbaren Edelstein grabet ein den Namen Gottes, und der Baum wird blühen und grünen so lange die Sonne mit ihrem Lichte die Räume der Welten füllet, und der Edelstein wird glänzen und strahlen bis ans Ende der Zeiten — in aller Ewigkeit. II. Denken wir, m. F., einen Augenblick etwas tiefer nach, und wir werden sofort erkennen, daß der Nutzen, den der Unterricht in der Gotteslehre dem Menschen gewährt, ein dreifacher ist, wie das Leben des Menschen in Rücksicht auf das Kindesalter, das Mannesalter und Greisenalter ein dreifaches genannt werden kann. Fragen wir uns zuerst, was ist denn eigentlich Religion? Wozu braucht der Mensch die Gotteslehre? Welchen Nutzen gewährt sie, und welchen Schaden verhütet sie? Wer von uns weiß es nicht כי יצר ר לב האדם רע מנעריו daß das Leben des Menschen ein fortwährender Kamps ist, ein Kampf mit der Sinnlichkeit und Leidenschaft, mft der Lust und Begierde, mit der Bosheit und Tücke, der Mensch soll, je älter er wird, mit jedem Tage desto vollkommener, edler, besser werden, und je älter er wird, desto mächtiger und gewaltiger, grimmiger und furchtbarer tritt ihm der יצר הרע als Feind entgegen, um ihn aus seinem Wege aufzuhalten, auf seiner Bahn zu beirren und zu berücken, und als Waffe, als Vertheidigungsmittel gegen diesen mächtigen Feind hat Gott dem Menschen die Religion, 3) 2. B. M. 25, 21. 4) i. B. M. 8, 21.

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